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Margot Käßmann sorgt für volles Haus - Dresdner strömten zum Gottesdienst in die Kreuzkirche

Margot Käßmann sorgt für volles Haus - Dresdner strömten zum Gottesdienst in die Kreuzkirche

„Es ist doch noch gar nicht Weihnachten“, sagte Pfarrer Joachim Zirkler am Sonntag überrascht in der Kreuzkirche. Da hatte er wohl recht, aber dennoch war das Gotteshaus voll mit Besuchern, die nicht einmal alle einen Platz gefunden hatten und zum Teil hinter den Bänken und an den Seiten stehen mussten.

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Margot Käßmann sorgte für eine gefüllte Kreuzkirche.

Quelle: Martin Förster

Selbst Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) war unter den Gästen.

Bereits 20 Minuten vor dem sonntäglichen Gottesdienst stand eine 30 Meter lange Schlange vor den Türen der Kreuzkirche. Nur langsam ging es voran und als plötzlich eine weitere Tür zur Kirche geöffnet wurde, rannten die anstehenden am Ende der Schlange wie die Verrückten zum neuen Einlass, um sich noch einen Platz zu sichern. Man kam sich vor wie auf einem Rockkonzert, nur dass die Besucher keine Rocker, sondern Rentner und Familien mit ihren Kindern waren. Aber was war nun los? Die Kreuzkirche hatte einen besonderen Gast geladen: Margot Käßmann. Die bekannte Protestantin predigte zum Thema Briefkultur und das bevorstehende Reformationsjubiläum im Jahr 2017.  

Doch bevor Käßmann zu Wort kam, wurden noch das Eingangslied zum Wochenpsalm „Du meine Seele, singe“ gesungen, das Tagesgebet gesprochen und zwei weitere Chorale angestimmt – musikalisch untermalt vom Kreuzchor. Danach trat Käßmann an das Rednerpult. Die Ex-Bischöfin, die mittlerweile als Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum, arbeitet, ging zu Beginn auf die deutsche Briefkultur ein. Sie wies darauf hin, dass Briefe die Brücken zwischen den Generationen bauen und dass wir heute viel weniger über unsere Vergangenheit wüssten, wenn nicht bedeutende Persönlichkeiten wie Luther oder Paulus ihre Gedanken zu Papier gebracht hätten. „Durch Luther haben wir einen neuen Weg zur Freiheit gefunden. Er hat den Menschen vermittelt, dass sie ihren Alltag in Gottes Vertrauen leben sollen“, predigte die Protestantin.

Allerdings ging sie auch auf die negativen Geschehnisse während des Nationalsozialismus ein, als die Schriften von Luther als Vorlage für den Kampf der Nazis gegen die Juden genutzt wurden. „Das war damals ein Fehler und ein fataler Irrweg, der die evangelischen Kirchen in ihrer Mehrheit dazu gebracht hat, nicht klar und entschlossen für die Menschen des jüdischen Glaubens einzutreten. Aber wir haben auch aus diesen Zeiten gelernt“, betonte Käßmann. Am Ende ihrer Predigt rief sie die Zuhörer zu mehr Zivilcourage auf. Man müsse mehr zusammenhalten, vor allem in Zeiten, in denen in Berlin ein Rabbiner brutal zusammengeschlagen wird. Der Kampf gegen Antisemitismus sei wichtiger denn je, schließlich seien wir alle eine Gemeinschaft und wer Juden angreife „greift auch uns an.“

Nadine Steinmann

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