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"Man hat das Thema kalt entsorgt"

Verzicht auf offizielle Gedenkveranstaltung zum 13. Februar "Man hat das Thema kalt entsorgt"

Der Historiker Holger Hase hat die Landeshauptstadt Dresden aufgefordert, konzeptionelle Überlegungen für eine offizielle Veranstaltung am 13. Februar auf dem Heidefriedhof vorzulegen. Die Stadt hatte angekündigt, am 13.2.2016 keine offizielle Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof zu planen.

Quelle: dpa

Dresden. Der Historiker Holger Hase hat die Landeshauptstadt Dresden aufgefordert, konzeptionelle Überlegungen für eine offizielle Veranstaltung am 13. Februar auf dem Heidefriedhof vorzulegen. Die Stadt hatte angekündigt, am 13. Februar 2016 keine offizielle Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof zu planen (DNN berichteten). "Das geht nicht", findet Hase. "Der Heidefriedhof ist der zentrale Gedenkort in Dresden. Dort liegen die meisten Toten der Bombenangriffe. Da muss sich die Stadt in irgendeiner Form verhalten, da muss sich auch der Oberbürgermeister verhalten."

Er habe den Eindruck, so Hase, der auch Kreisvorsitzender der FDP ist, dass die Verwaltung das Thema habe "abräumen" wollen. "Man hat es kalt entsorgt, weil man sich nicht weiter mit der Problematik auseinandersetzen will", lautet sein Vorwurf. Hase arbeitet seit 2012 in der städtischen Arbeitsgruppe "13. Februar" gemeinsam mit Matthias Neutzner an einem Konzept für eine offizielle Gedenkveranstaltung. Darüber hinaus soll der Heidefriedhof zu einem "Lernort" u.a. mit Schautafeln gestaltet werden.

"Wir müssen die Frage beantworten, welche Rolle künftig der Heidefriedhof spielen soll", so Hase. Er gibt zu bedenken: "Wir reden von einem Ort, der von der Bedeutung her auf der gleichen Stufe steht wie die Gedenkstätte in Buchenwald. Der Heidefriedhof spielt erinnerungspolitisch in der ersten Liga." Er halte es für falsch, wenn die Stadt auf dem Heidefriedhof keine Veranstaltung durchführen wolle. "Niemand wünscht sich eine steife protokollarische Veranstaltung mit Kranzniederlegung an einer toten Wand zurück, bei der die Teilnehmer dem Aschegrab den Rücken zukehren. Aber wir sollten den breiten gesellschaftlichen Diskurs führen, welche Art von Veranstaltung wir uns wünschen."

Er könne damit leben, dass sich die Stadt wie im vergangenen Jahr auch 2016 eine Auszeit verordne. "Aber das geht nur, wenn wir die Zeit nutzen und den Diskussionsprozess in Gang bringen." Hase verweist auf eine Konzeption für eine Gedenkveranstaltung, die er gemeinsam mit Neutzner vorgelegt hat und bei der sich die Inszenierung auf die Gräber der Luftkriegstoten richten soll und nicht auf eine Mahnwand. "Wenn wir diesen Ort nutzen, dann müssen wir ihn auch erklären", nennt Hase ein zweites Prinzip für eine offizielle Gedenkveranstaltung.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) kündigte gegenüber DNN an, die Stadt werde Akteure begleiten und unterstützen, die auf dem Heidefriedhof und auch auf anderen Friedhöfen der Stadt Veranstaltungen planen. "Ich denke zum Beispiel an die Kriegsgräberfürsorge. Da gibt es Überlegungen." Die Stadt werde am 13. Februar 2016 auch Busverbindungen zum Heidefriedhof einrichten. Er halte es für möglich, den Heidefriedhof zu einem Ort des stillen Gedenkens zu entwickeln, so Hilbert.

Thomas Baumann-Hartwig

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