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Malerei im Akademiehotel Dresden-Klotzsche und in der Augenklinik der TU

Malerei im Akademiehotel Dresden-Klotzsche und in der Augenklinik der TU

Der Radeberger Maler Rosso Majores war ein ausgezeichneter Kunstpädagoge. Das bestätigen viele seiner Schüler, darunter Rolf Werstler, Falk Nützsche und Heidi Rosenkranz, die im Akademiehotel Klotzsche und in der Augenklinik der TU Dresden eine Ausstellung zusammen mit seinen Werken bestreiten, die von Manto Sillack organisiert und kuratiert wurde.

Das große Verdienst von Majores war es, auf seine Schüler einfühlsam einzugehen, ohne sich "Nachahmer heranzuziehen", die ihm apologetisch folgten. "Er kitzelte aus seinen Schülern das Beste heraus" (Rolf Werstler). Vielleicht war seine Handschrift nicht stark genug ausgeprägt und seine Kunst eher der Region verpflichtet. Trotzdem gilt der Maler bis heute als unbestrittene Größe im regionalen Raum, der nicht nur durch seine umfangreiche Schülerschaft bekannt geworden ist, die er in Radeberg, Bischofswerda und Dresden unterrichtete.

1911 im Thüringischen Eisfeld geboren, besuchte er die dortige Kunstgewerbeschule und 1929-33 die Kunsthochschule in Weimar bei den Professoren Meseck und Klemm, beide "tüchtige Grafiker und Illustratoren, in denen die große Schule der impressionistischen Zeichnung und ein besänftigter Expressionismus nachwirkte" (Diether Schmidt). Seit 1934 war Majores freischaffend. Nach fünf Jahren Kriegsdienst als Soldat begann er ab 1952 Mal- und Zeichenschulen in Betrieben zu leiten. Als Mitglied des Verbands Bildender Künstler (VBK) der DDR erhielt er 1970 den Nationalpreis vor allem für seine kunstpädagogische Arbeit in den Mal- und Zeichenzirkeln sozialistischer Betriebe. In der Künstlergenossenschaft "Kunst der Zeit" war er im Vorstand lange Jahre tätig. Sein expressiver Realismus schulte sich an Vorbildern von Corinth bis Kokoschka, von Heckel bis Schmidt-Rottluff.

Der Maler Rolf Werstler aus Radeberg war 1965-88 Mitglied in Majores Radeberger Zirkel, übernahm danach von dem aus Altersgründen Ausscheidenden die Leitung und führte ihn seither. Für Werstler brachte nur das Grundstudium bei Majores Wesentliches. Danach vertiefte er sich in das Selbststudium, lernte von van Gogh, Theodor Rosenhauer, vor allem aber von Klaus Drechsler, dem Mentor und Wachwitzer Malerfreund. Werstler betreibt seine Kunst als Weg vom Erlebnis zum Ergebnis, ein Weg, der über die Anschauung und das sinnliche Genießen des Motivs mit alle seinen Fasern geht. Malen bedeutet für ihn immer hinaus in die Natur. Und schließlich, dem Erlebnis ein zweites Mal zu begegnen. Von Reisen in den Süden, aber auch an die Ostsee bringt er neue Ideen mit, die später im Atelier umgesetzt werden. Werstler fotografiert und skizziert dabei das Erlebte, prüft es auf seine Bildwürdigkeit, trägt die Farbe pastos auf, großzügig, locker, mit breitem Pinsel, Schicht um Schicht. Vom Farbfleck ausgehend entstehen Bilder von dörflichen Szenen, Dresden-Panoramen, immer wieder vom Meer, den Häfen von Rhodos, von Villen und Städten, vom Weststrand.

In der Ausstellung dominieren Ölbilder mit Landschaften und Stilleben sowie konstruktive Arbeiten aus dem gegenwärtigen Schaffen, in denen Werstler etwas Neues wagt. Die Landschaft ist erfüllt von der Poesie des Strandes mit seinen Booten im Vordergrund, den kalkweißen Häusern am Hafen. Am Bodden spürt man die Stille mit einem sich entfernenden Schiff. Plötzlich entfalten sich Werstlers Bilder: authentisch, rhythmisch, stark strukturiert, symphonisch ohne Pathos. Ein zarter Schmelz liegt auf seinen Stillleben, ohne Sentiment, leuchtet und bringt Licht in die Farbe: Äpfel, Quitten, Birnen und schließlich das Brot, dem Altmeister Rosenhauer abgesehen, aber nicht abgemalt, zeitlos.

Der Maler Falk Nützsche aus Bischofswerda war 1972 für ein Jahr Privatschüler von Rosso Majores. Sein eigentlicher Mentor ist bis heute Rolf Werstler, in dessen Zirkel er 1990 zu arbeiten begann. In dieser Zeit fand er den Weg zur Künstlergemeinschaft "Freie Gruppe Oberlausitz", die bis 2003 hielt und der die Maler Rolf Werstler, Jens Hackel und der Bildhauer Thomas Franz angehörten. Falk Nützsche sucht die Inspiration und seine Themen in der freien Natur. Beliebte Motive Nützsches sind Bauerngehöfte, verlassene Bahnhöfe und Industriebrachen, ebenso freie Landschaften, die von der Wucht der Elemente geprägt sind. Motiv und Thema werden verdichtet, indem der Künstler "Summenbilder" anstaut, die Ergebnis mehrfacher intensiver Arbeit sind. Falk Nützsche ist ein malerischer Intimist. Das oft verachtete Kleine kommt in seinem Werk zu seinem Recht. Schlichtheit und Naturgefühl spiegeln sich in jeder Arbeit des expressiven Realisten, aber auch Naturromantik, Transzendenz und Geheimnis.

Arbeiten von Heidi Rosenkranz (Radeberg) sind derzeit in der Augenklinik der TU Dresden zu sehen: Die Malerin arbeitete als Dekorateurin und Bühnengestalterin. Seit 1957 war sie Mitglied im Mal-und Zeichenzirkel unter Leitung von Rosso Majores, nach der Übernahme durch Rolf Werstler auch in dessen Zirkel. 2001 erhielt sie den Amateurkunstpreis (1.Platz).

Bis 11. Januar. Akademiehotel Klotzsche. Abzweig Infineon Nord. Besuche zu den Öffnungszeiten des Hotels ohne Anmeldung möglich. Kontakt: Manto Sillack, Tel. 0351/880 40 01.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.01.2013

Heinz Weißflog

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