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Mahnwache gegen berufliche Missstände - Pfleger demonstrieren am Freitag in Dresden

Mahnwache gegen berufliche Missstände - Pfleger demonstrieren am Freitag in Dresden

Für Freitag rufen Sachsens Kranken- und Altenpfleger zu einer Mahnwache in Dresden auf. Mit der Aktion auf der Freifläche vor der Altmarktgalerie am Dr.-Külz-Ring möchten sie am Vortag des Internationalen Tages der Krankenpflege, der am Sonnabend begangen wird, von 12 bis 24 Uhr auf Missstände in den Pflegeberufen aufmerksam machen.

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Ein Altenpfleger hält die Hand einer Patientin.

Quelle: Oliver Berg/Archiv

Für 15 Uhr ist eine Kundgebung geplant, bei der Michael Junge, der Vorsitzende des Sächsischen Pflegerates, sprechen wird.

Nach Angaben des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) ist der Personalmangel in allen Bereichen vom Krankenhaus bis zur ambulanten Pflege akut. Schon heute können dem DBfK zufolge tausende Fachkraftstellen nicht mehr besetzt werden. Zudem lassen die demografische Entwicklung und die Zunahme chronisch Kranker den Bedarf an professioneller Pflege weiter steigen. Pflegekräfte würden durch chronische Überlastung erkranken oder resignieren, weil sich nichts ändert. Dabei hatte die Politik für 2011 das Jahr der Pflege ausgerufen und damit bei den Pflegern Hoffnungen auf eine Verbesserung der Situation geweckt. Statt der Entwicklung tragfähiger Konzepte hätten sich die Probleme jedoch weiter deutlich verschärft.

„Wir setzen uns für eine fachgerechte, qualifizierte und somit professionelle pflegerische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger ein. Letztlich geht es darum, die pflegebedürftigen Menschen vor unsachgemäßer Pflege zu schützen“, bekräftigt die DBfK-Vorsitzende Sonja Hohmann. Deshalb kommen am Freitag Pfleger aus allen Teilen Sachsens nach Dresden zur Mahnwache, in deren Zentrum ein Pflegebett stehen soll. Bis 20 Uhr können sich Passanten dort in die Rolle eines Pflegebedürftigen versetzen.

Im so genannten Alterssimulationsanzug, der die Bewegungsfreiheit deutlich einschränkt, können sie erleben, wie wichtig professionelle Hilfe und wie zeitaufwändig pflegerische Versorgung ist – vom Lagern im Bett bis zur Hilfe bei der Nahrungsaufnahme. Pflegende und Passanten können ihre Anliegen außerdem in ein Pflegebuch notieren, das im Anschluss an die Mahnwache der sächsischen Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) übergeben.

Der Internationale Tag der Krankenpflege wird in Deutschland seit 1967 begangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren zum Jahresende 2010 rund 19.500 Personen im Pflegebereich in sächsischen Krankenhäusern beschäftigt. Gegenüber 2009 entspreche das einer leichten Steigerung von rund zwei Prozent. Die große Mehrheit habe einen Abschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger. Der Frauenanteil beim Pflegepersonal betrug insgesamt knapp über 87 Prozent.

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten in der Pflege sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Das Statistische Landesamt nannte einen Zuwachs von 2009 zu 2010 von 8481 auf 9045 Personen (rund 6,7 Prozent mehr). Im Jahr 2010 seien rund 46 Prozent der Beschäftigten im Pflegebereich teilzeitbeschäftigt bzw. Geringverdiener gewesen, wobei das weibliche Geschlecht wiederum einen Anteil von rund 92 Prozent umfasste.

Rechnet man die Teilzeitkräfte auf volle tarifliche Arbeitszeit um, so entsprechen die rund 19.500 Pflegekräfte etwa 16.400 Vollkräften. Die Anzahl der Vollkräfte zeigte ebenfalls eine positive Entwicklung. So gab es gegenüber 2009 einen Anstieg um 1,7 Prozent. Im Berichtsjahr 2010 wurden in Sachsens Krankenhäusern rund 978.900 Patienten bzw. Fälle behandelt, über 9000 mehr als 2009. Somit hat jede Vollkraft im Jahr durchschnittlich 60 Patienten gepflegt. Diese Zahl sei gegenüber dem Vorjahr annähernd konstant geblieben.

Stefan Schramm

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