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Magie im Zauberschloss Schönfeld

Vor der 14. Dresdner Zaubergala Magie im Zauberschloss Schönfeld

Ehe am 19. März die Staatsoperette mit großen Namen der Magierwelt zur 14. Dresdner Zaubergala bittet, hat Steffen Taut schon mal nach Schönfeld geladen. Dort, im Zauberschloss, hat der Chef der Magischen Zirkels Dresden uns mit den wichtigsten Grundlagen der Zauberei vertraut gemacht.

Steffen Taut, Vorsitzender des Magischen Zirkels Dresden und im normalen Leben Nuklearchemiker, breitet auf Schloss Schönfeld sein magisches Repertoire aus.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Das Kabinett der magischen Künste ist hell erleuchtet. Auf der winzigen Bühne steht, weniger als einen Meter von den Sitzreihen entfernt, der mit rotem Samt bedeckte Tisch von Steffen Taut: „Wieso sollte ich das Licht dimmen? Ich habe nichts zu verbergen – ich bin Zauberer!“ Der Magische Zirkel Dresden „Bartolomeo Bosco“ hat die DNN ins Zauberschloss in Schönfeld eingeladen. Der Zirkelvorsitzende Steffen Taut, promovierter Nuklearchemiker, präsentiert hier allerlei Show-Requisiten, Zauberutensilien und gibt einen kleinen Einblick in sein magisches Repertoire.

Seine Leidenschaft sind Tischzauber vor kleinem Publikum sowie die Mentalmagie. Er möge vor allem die klassischen, unkomplizierten Zauberstücke mit einem klaren Effekt. So fällt seine Wahl auch auf das Becherspiel – nicht zu verwechseln mit dem Hüttchenspiel, bei dem Ahnungslose in dunklen Gassen von Halsabschneidern um ihre Ersparnisse geprellt werden. Über das Becherspiel wunderte sich bereits der römische Philosoph Seneca in einem Brief aus dem Jahr 64 nach Christus. Der nachweisbar älteste Zaubertrick also – klassischer geht es nicht.

Zwar gebe es keine Verschwiegenheitspflicht für Zauberer, so können Magieinteressierte das Handwerk aus knapp 5000 verschiedenen Werken erlernen, doch lebe eine Zaubershow vom Überraschungseffekt, erklärt Taut. „Ich sage deshalb vorher nie dem Publikum was als nächstes passieren wird.“ Ein geübter Zauberer könne auf diese Weise auch improvisieren, falls ein Trick doch mal nicht wie geplant klappt. So viel sei aber verraten: Man muss kein Kind sein, um sich von drei Bechern, drei Kugeln und drei Früchten verzaubern zu lassen.

Eher bedeckt hält sich Steffen Taut demzufolge auch mit klaren Aussagen zum Programm der 14. Dresdner Zaubergala am 19. März in der Staatsoperette. Er verrät nur soviel, dass dies eine einmalige Gelegenheit sei Künstler, wie dem stummen Zauberer Aleš Hrdlička aus Tschechien mit seiner Interpretation des Pierrot oder die humorvoll-intelligente Show „Metamagicum2“ von Thomas Fraps und Pit Hartling sowie den deutschen Meister der Manipulation und Mentalmagie, Luke Dimon, zu solch kleinen Preisen zu sehen.

Weil das Dresdner Publikum so einen guten Ruf genießt und weil der hiesige Magierzirkel so gut vernetzt ist, spielen die Künstler eher wegen der Stimmung und aus Spaß in der Staatsoperette – nicht so sehr der Gagen wegen. Der Großillusionist Stephan von Koeller beispielsweise reist mit Assistentinnen, Boxen, Schränken und insgesamt sechs Helfern an – ein Paukenschlag zum Ende der Show, aber für den Zauberverein und seine 33 Mitglieder normalerweise unbezahlbar.

Taut und der Magische Zirkel seien glücklich, nächstes Jahr endlich am neuen Standort der Staatsoperette im Zentrum der Landeshauptstadt auftreten zu können – das Hauptziel des Vereins ist nämlich die Pflege und die Verbreitung der Zauberkunst. „Wir sind der Staatsoperette Dresden sehr dankbar, dass sie uns ihre Pforten geöffnet und uns all die Jahre unterstützt hat.“

Steffen Taut ist Zauberer mit Leib und Seele. Wie im Theater ist auch hier alles erlaubt, was das Publikum unterhält: Verschwinden lassen, verfärben, Gedankenlesen, verwandeln. Insgesamt stehen einem Zauber zehn bis zwanzig verschiedene Effekte und eine schier unendliche Anzahl von Requisiten zur Verfügung. Je interessanter dabei die Präsentation ist, um so stärker sind Verwunderung und Freude im Publikum.

„Die Präsentation kann ein und denselben Trick auf verschiede Arten wirken lassen, zum Beispiel kann er humor- oder geheimnisvoll vorgeführt werden. Ein guter Zauberer kann die Zuschauer emotional ansprechen,“ erklärt Taut. Aus diesem Grund muss jeder Aspirant des Magischen Zirkels vor seiner Aufnahme den anderen Mitgliedern sein Können vorführen und in der Lage sein, eine eigene kleine Zaubershow auf die Beine zu stellen.

Von Paul Felix Michaelis

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