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Magen-Darm-Erkrankungen in Dresden: Stadt meldet 450 erkrankte Personen

Magen-Darm-Erkrankungen in Dresden: Stadt meldet 450 erkrankte Personen

In Dresden sind bisher rund 450 Kinder und Jugendliche von der aktuellen Welle an Magen-Darm-Erkrankungen betroffen. Das teilte die Stadtverwaltung am Freitagnachmittag auf Anfrage mit.

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Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren

Quelle: dpa

Insgesamt wurden aus 16 Schulen und vier Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet Betroffene mit akutem Erbrechen und Durchfallerkrankungen gemeldet. Die Mitarbeiter vom Infektionsschutz seien zum Teil vor Ort unterwegs.

In Absprache des Gesundheitsamtes mit dem Schulverwaltungsamt sollen die betroffenen Schulen am Wochenende grundlegend mit einem Desinfektionsmittel gereinigt werden, teilte die Stadt weiter mit. Gesundheits- und Lebensmittelüberwachungsamt ermitteln momentan zur genauen Ursache. Aktuell gehe es darum, Erkrankte zu erfassen, möglichst Stuhlproben zu erhalten und betroffene Schulen und Bürger zu beraten.

Auch im Dresdner Umland werden immer mehr Fälle gemeldet. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gebe es bislang 200 Kinder und Jugendliche die mit entsprechenden Symptomen wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen nach Hause geschickt worden, teilt Landratsamtssprecherin Astrid Hanl mit. Ob es sich um den aggressiven Norovirus handelt, könne sie derzeit nicht sagen. „Die Stuhlproben werden noch untersucht“, so Hanl.

Die betroffenen Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien in Freital, Pirna, Heidenau und Dohna mussten jedoch nicht geschlossen werden. Für die Schulen gebe es entsprechende Vorsichtsmaßnahmen: Das Schulpersonal und die Kinder sollten konsequent auf die Hand- und Toilettenhygiene achten, heißt es in einer Mitteilung an die Bildungseinrichtungen. Alle erkrankten Kinder wurden aus Vorsichtsgründen nach Hause geschickt, sie sollten auch am Montag nicht zum Unterricht kommen, rät Hanl.

Vermutet wird, dass es sich um Noroviren handelt, die über das Schulessen eines Kantinenlieferanten verbreitet wurden. Nach Medienberichten soll es sich bei dem Unternehmen um die Firma Sodexo in Rüsselsheim handeln. Essenszulieferer Sodexo sieht sich hingegen nicht verantwortlich. Nach vergleichbaren Untersuchungen gebe es keine Hinweise darauf, dass die Fälle mit Sodexo-Produkten zusammenhängen, teilte der Küchen- und Kantinenzulieferer (Rüsselsheim) am Freitag auf der Internet-Seite mit. „Aus ein und derselben Küche hat das gleiche Essen aus den gleichen Produktionsprozessen bis zu 80 Schulen und Kitas erreicht. Nur in vier Einrichtungen kam es nach unserem Kenntnisstand zu Erkrankungen“, gab das Unternehmen bekannt. Die „intensiven Untersuchungen zur Ermittlung einer Ursache“ liefen aber weiter. Sodexo arbeite mit Behörden zusammen.

Wegen Norovirus-Verdachts sind am Freitag in Sachsen insgesamt 17 Schulen geschlosssen geblieben. Nach Angaben der Bildungsagentur handelte es sich dabei um 9 Einrichtungen in Chemnitz, 6 in Döbeln und 2 in Frankenberg - darunter 12 Grundschulen, 4 Gymnasien und 1 Mittelschule. Voraussichtlich könne der Schulbetrieb aber am Montag wieder überall aufgenommen werden, hieß es weiter.

Eine Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen wird nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums auch in anderen Landesteilen registriert. Diese traten nicht nur in Schulen, sondern auch an vom selben Essensanbieter belieferten Kindertagesstätten auf. Seit Wochenbeginn hätten sich inzwischen mehr als 2000 Kinder und Jugendliche mit entsprechenden Symptomen gemeldet, sagte der Sprecher des Sozialministeriums, Ralph Schreiber.

Noroviren gelten als sehr leicht übertragbar. Sie gehören zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin kommen die Noroviren oft in Alten-, Pflege- und Kinderheimen vor. Der Nachweis der Viren im Stuhl ist meldepflichtig.Die Erreger werden über den Stuhl des Menschen oder über Erbrochenes ausgeschieden. Sie verursachen Übelkeit, Durchfälle und Erbrechen, oft gepaart mit Bauchschmerzen und Mattigkeit. Vor allem bei Säuglingen und alten Menschen muss auf viel Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Todesfälle allein durch das Virus sind selten. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.

sl / dpa / rob / bw

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