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Männernetzwerk Dresden: „Auch Männer brauchen Hilfe“

Soziale Arbeit auf vielen Ebenen Männernetzwerk Dresden: „Auch Männer brauchen Hilfe“

Oft werden sie belächelt und haben das Gefühl, sich für ihre Arbeit rechtfertigen zu müssen – die Mitstreiter des Männernetzwerkes Dresden. Dabei leistet der Verein seit mehr als zehn Jahren wertvolle Arbeit in vielen sozialen Bereichen.

Gemeinsam treiben die drei Vorstände, Sascha Möckel, Peter Burkhardt, Roberto Halbauer (v.l.n.r.) und Projektkoordinator Torsten Siegemund die Männerarbeit in Dresden voran.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Oft werden sie belächelt und haben das Gefühl, sich für ihre Arbeit rechtfertigen zu müssen – die Mitstreiter des Männernetzwerkes Dresden. Dabei leistet der gemeinnützige Verein auf der Schwepnitzer Straße seit mehr als zehn Jahren wertvolle Arbeit in vielen sozialen Bereichen und hat sich zu einer festen Größe in der Stadt etabliert.

Neben Hilfsangeboten für Täter und Opfer körperlicher Gewalt, Angeboten für Männer ohne Erwerbstätigkeit und einer Fachstelle für Jugend- und Männerarbeit, beschäftigt sich der Verein in den letzten Jahren intensiv mit der Thematik Vaterschaft und Vaterrolle. Und obwohl der Verein mit seinen vier Fachbereichen und sieben Mitarbeitern alle Hände voll zu tun hat, sieht Vereinsvorstand noch viel Nachholebedarf der Männerarbeit in Dresden.

„Es ist leider eine weit verbreitete Meinung, dass Männer stark sein müssen und ihre Probleme einfach wegzustecken haben. Doch auch Männer brauchen Hilfe“, so Vorstand Sascha Möckel. Deshalb setzt er sich gemeinsam mit seinen beiden Vorstandskollegen Roberto Halbauer und Peter Burkhardt aktiv dafür ein, dass Männer auch Hilfe von anderen Männern annehmen sollten. „Viele Männer, die Probleme haben, schämen sich und sind zu stolz, Hilfe zu suchen oder anzunehmen. Wir werben deshalb für einen offenen Umgang mit diesem Thema und fordern von der Gesellschaft, der Rolle des modernen Mannes mehr Beachtung zu schenken“, ergänzt Projektkoordinator Torsten Siegemund.

Dabei gehe es vor allem um den Spagat, den Männer in der heutigen Gesellschaft vollführen müssten. „Auf der einen Seite stehen die traditionellen Rollenbilder, auf der anderen die Herausforderungen eines modernen Entwurfes für Männlichkeit“, so Siegemund. So sei das soziale und familiäre Hilfsangebot der letzten Jahre von Frauen dominiert, Vätern und Männern hingegen wurde kaum Beachtung geschenkt.

„Nur weil es Frauen in den letzten Jahrhunderten oftmals sehr schwer hatten, bedeutet es nicht, dass es automatisch allen Männern gut geht“, erklärt Möckel. Mehrere offizielle Statistiken belegen dies: vor allem Männer finden sich häufiger am Rand der Gesellschaft wieder, wie etwa Obdachlose, Drogenopfer oder Verbrecher. „Gerade deshalb ist unser Hilfsangebot für Männer in allen Bereichen, Altersklassen und Lebenslagen so wichtig“, ergänzt der Vereinsvorstand.

Zudem seien auch Männer immer öfter das Opfer häuslicher Gewalt. Deshalb plant der Verein ein Männerschutzprojekt in Dresden. Derzeit erarbeitet der Vorstand ein Konzept für eine Schutzwohnung, die Opfern häuslicher Gewalt zur Verfügung gestellt werden soll. Je nach Bedarf soll daraus auch ein größeres Projekt, eventuell auch ein Schutzhaus entstehen. „Noch können wir keine konkreten Details nennen, aber wir wollen es in diesem Jahr noch auf die Beine stellen“, so Vereinsvorstand Möckel.

Natürlich widmet sich das Männernetzwerk auch der anderen Seite der Medaille. Auf der Königsbrücker Straße betreibt der Verein Dresdens einzige Täterberatungsstelle. „Hier können Männer Hilfe bekommen, die schon einmal Gewalt gegenüber ihrer Familie ausgeübt haben. Das ist zwar ein heißes Thema, gehört aber genauso zu unserer Arbeit wie alles andere auch“, so Projektkoordinator Siegemund. Die Beratungsstelle hat dabei auch präventiven Charakter. So würden auch einzelne Männer das Büro aufsuchen, die mit den Gedanken spielen, Gewalt anzuwenden.

Das Männernetzwerk hat sich durch seine konstante und breit gefächerte Arbeit nach über zehn Jahren zu einer festen Größe in der Dresdner Sozialarbeit entwickelt. Um ihre Arbeit zu intensivieren, werden derzeit sogar neue Sozialpädagogen als Mitarbeiter gesucht. Finanziert wird das Männernetzwerk, Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, mit etwa 500 000 Euro pro Jahr von mehreren offiziellen Stellen wie dem Kommunalen Sozialverband Sachsen, sowie vom Dresdner Jugend- und Sozialamt.

Angebote des Männernetzwerkes

Das Männernetzwerk Dresden betreut insgesamt drei Fachstellen mit verschiedensten Angeboten:

„Escape“-Täterberatung , Königsbrücker Str. 37, Tel.: 810 43 43, E-Mail: kontakt@escape-dresden.de. Die Täterberatung soll Tätern die Möglichkeit geben, aus ihrer individuellen Gewaltspirale auszubrechen und die vergangenen Taten zu verantworten. Das Angebot richtet sich an Männer und Frauen ab einem Alter von 18 Jahren. Auf Wunsch gibt es ein anonymes Informationsgespräch, die Beratung selbst ist nicht mehr anonym.

Fachstelle für Jungen- und Männerarbeit , Schwepnitzer Str. 10, Tel.: 796 63 52, E-Mail: fachstelle@mnw-dd.de. Die Fachstelle bietet die individuelle Konzeption und Durchführung von Workshops mit Jungen zu unterschiedlichen Themenfeldern wie Identität, Sexualität, Pubertät, Aggression, Berufsorientierung und Lebensplanung an.

„p3|sozial – Projekte , Schwepnitzer Str. 10, Tel.: 65 88 83 25, E-Mail: p3-sozial@mnw-dd.de. Kostenlose Hilfe und Unterstützung für erwerbslose Männer und Jugendliche der Stadt Dresden. Austausch und Kontakt mit anderen Männern, Informationen zu relevanten Themen, Lebensberatung und Perspektivplanung.

Von Sebastian Burkhardt

Dresden, Männernetzwerk Dresden, Schwepnitzer Straße 10 51.069699 13.747697
Dresden, Männernetzwerk Dresden, Schwepnitzer Straße 10
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