Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
MPI-Direktor: Dresden kann Wissenschaftsweltmeister werden

MPI-Direktor: Dresden kann Wissenschaftsweltmeister werden

Dresden hat die einmalige Chance, der weltweit führende Wissenschaftsstandort zu werden. Das sagte Wieland B. Huttner, Direktor des Max-Planck-Instituts (MPI) für Zellbiologie und Genetik, am Dienstagabend auf dem Neujahrsempfang der Dresdner SPD.

"Wir können die Spitzenreiter Boston und San Francisco überholen", glaubt Huttner.

Wissenschaft sei das Ringen um die besten Köpfe. Wer Spitzenforscher anziehen will, brauche eine echte Willkommenskultur. "In den Köpfen muss sich festsetzen, dass Einwanderung gut für die Stadt ist", so Huttner. Internationalität setze auch eine konsequente Zweisprachigkeit voraus. In Dresden müsste neben Deutsch auch Englisch gesprochen werden. Ein Ja zur Zuwanderung sei auch mit einem konsequenten Nein zu Rechtsextremismus verbunden. "Ich kann es juristisch nicht bewerten. Aber Städte, in denen die ausländerfeindlichen Plakate der NPD abgehängt werden, haben meine Sympathie. Manchmal brauchen wir ein kleines bisschen zivilen Ungehorsam", so der Institutsdirektor.

Eine Stadt, die in der Champions League der Wissenschaft spielt, benötige auch adäquate Verkehrsanbindungen. Der Flughafen sei enorm wichtig. "Wer von New York aus zu einem Kongress anreist, der will nicht mehrere Stunden mit dem Bus durchs Land fahren. Der akzeptiert es, einmal den Flieger zu wechseln. Mehr nicht." Zur Infrastruktur gehöre es auch, dass der Wissenschaft Flächen zur Erweiterung angeboten werden. "Die Institute wollen wachsen, die Universität will wachsen. Dafür brauchen wir Platz."

Huttner warnte davor, am Unterhalt der Technischen Universität zu sparen. "Die TU ist gerade Exzellenzuniversität geworden. Nur ein Wahnsinniger würde jetzt die Mittel kürzen", fand der Institutsdirektor klare Worte. Vielmehr müsse der Etat wachsen. "Wer die besten Köpfe haben will, muss auch mal 100 Euro mehr bieten als München oder Zürich." Das koste nicht die Welt, sei aber vielversprechend mit Blick auf die USA. "Dort gibt es finanzielle Probleme. Wir können Boston und San Francisco das Fürchten lehren."

Dresden verfüge über eine unglaublich hohe Konzentration an wissenschaftlichen Einrichtungen in verschiedenen Stadtvierteln. Wenn es hier noch einen kostenlosen Shuttlebus-Verkehr gebe, wäre der Werbeeffekt enorm. "Die Doktoranden würden ihren Freunden in aller Welt mailen, wie großartig es in Dresden ist." Ein Schritt zur Weltspitze.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.02.2014

Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.