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Lohmeyer: Schwerste Krise des Tourismus in Dresden

Pegida vergrault Gäste Lohmeyer: Schwerste Krise des Tourismus in Dresden

Der Dresdner Tourismus steckt in der größten Krise seit der Wende. Das zumindest findet Johannes Lohmeyer, der Vorsitzende des Tourismusverbandes Dresden (TVD) e.V., und nannte auf der jüngsten Mitgliederversammlung auch die Ursachen.

Quelle: dpa

Dresden. Der Dresdner Tourismus steckt in der größten Krise seit der Wende. Das zumindest findet Johannes Lohmeyer, der Vorsitzende des Tourismusverbandes Dresden (TVD) e.V., und nannte auf der jüngsten Mitgliederversammlung auch die Ursachen für die seiner Ansicht nach prekäre Lage. Besonders schwer wiege laut Lohmeyer das seit Jahren chronisch unterfinanzierte Stadtmarketing, mit dem Dresden ein trauriges Schlusslicht in Deutschland bilde. "Ich kann bei der derzeitigen Stadtratsmehrheit nicht einen Hauch von Einsicht feststellen", so der TVD-Vorsitzende. Stattdessen würden Investitionen verhindert und Einnahmequellen durch die Regulierung verkaufsoffener Sonntagen nicht ausgeschöpft.

Eine weitere Ursache für den Rückgang der Übernachtungszahlen sei in der seit Juli 2015 erhobenen Bettensteuer zu suchen, die die zweithöchste Abgabe dieser Form in Deutschland darstelle. "Wir haben dadurch schon sehr viel Geschäft verloren, und dies wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen", ist sich Lohmeyer sicher. Nicht zuletzt die montäglichen Pegida-Veranstaltungen sind laut TVD-Vorstand Ursache für die Krise. "Vor allem durch das derzeitige Demonstrationsgeschehen einerseits, aber auch durch die völlig überzogene und tendenziöse Berichterstattung in den Medien hat die Stadt einen Imageschaden erlitten, der nicht irreversibel ist, aber uns noch lange begleiten und belasten wird", sagt Lohmeyer.

Die Dresden Marketing GmbH (DMG) nimmt die Situation eher als Herausforderung wahr. Tatsächlich sind die Übernachtungen von Gästen aus Deutschland in den ersten acht Monaten dieses Jahres um vier Prozent zurückgegangen. Anders sieht das bei den ausländischen Märkten aus. "Im Zeitraum Januar bis August 2015 können wir aus dem Ausland ein Übernachtungsplus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen", teilte DMG-Sprecherin Karla Kallauch auf Anfrage mit.

Natürlich sei es wünschenswert, mehr finanzielle Mittel für die Standortvermarktung zur Verfügung zu haben, hier sei man mit Unterstützung der Landeshauptstadt aber auf einem gutem Weg. "Wir haben noch starke Monate vor uns und werben auch in diesem Jahr mit umfangreichen Marketingmaßnahmen aktiv im In- und Ausland, um Gäste zur Winter- und Weihnachtszeit nach Dresden zu locken", so Kallauch. In diesem Jahr investiert die DMG rund 167 000 Euro in die Sonderkampagne "Dresden gibt dem Winter Glanz", 100 000 Euro davon stellt die Stadt zusätzlich bereit.

Christin Grödel

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