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Lingnerstadt Dresden: Kleine Flächen statt große Blöcke

Lingnerstadt Dresden: Kleine Flächen statt große Blöcke

Als nächsten Schritt werde er Bauvor-anfragen stellen, kündigt Frank Wießner an. Der Geschäftsführer der Sivia Baukonzept GmbH will Druck ausüben, damit Bewegung "in die Sache" kommt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Bei der "Sache" handelt es sich um eines der attraktivsten Baugebiete Dresdens - um das Areal rund um die Lingnerallee. "Wir haben Optionen auf mehrere Grundstücke. Unser Ziel ist es, die Lingnerstadt in ihrer Parzellierung vor dem Krieg wieder aufleben zu lassen", so der 39-Jährige.

Gerne würde Wießner seine Pläne gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden umsetzen. Doch das Stadtplanungsamt hat vor vier Jahren einen Rahmenplan entwickelt, der anderes vorsieht. Die Flurstücke in dem Gebiet sollen neu geordnet werden - ein zeitaufwändiges und teures Unterfangen. Am Ende könnten die so entstandenen großen Flächen an große Projektentwickler verkauft werden, die dann, wie Wießner voraussagt, großflächig planen und bauen würden. "Dann sieht alles uniform aus und wir haben zugige Gassen ohne Flair."

Der gebürtige Dresdner stößt sich aber auch aus historischen Gründen an dem Rahmenplan der Stadt. Denn der sieht eine gerade Linie zwischen Robotron-Areal und Lennéstraße vor. Das, so der Bauingenieur, habe es vor dem Krieg nicht gegeben. Damals habe die Bebauung eine organische Verbindung zwischen Großem Garten und Altstadt gebildet. "Jetzt würde eine neue Achse zur Herkulesallee entstehen, die zum Beispiel das Deutsche Hygiene-Museum in einen toten Winkel stellt." Bei seinem Konzept der Vorkriegsparzellierung würden die Passanten näher am Museum vorbeigeführt.

Wichtig sei ihm aber auch das kleinteilige Bauen, um eine Vielfalt der Fassaden zu ermöglichen, so Wießner. "In Dresden herrscht extremer Mangel an hochwertigen Eigentumswohnungen in der Innenstadt. Die könnten an der Lingnerallee entstehen." Die Lingnerstadt habe früher zu den besseren Vierteln gezählt und liege nun voll im Trend, des innerstädtischen Wohnens.

Deshalb fordert er, dass die städtischen Grundstücke kleinteilig verkauft werden, damit keine Großblöcke entstehen. Sollte die Stadt ihren Rahmenplan umsetzen wollen, würden eine Vielzahl von Grundstückseigentümern dagegen klagen. "Dann wäre die Entwicklung der Lingnerstadt auf Jahre blockiert", glaubt Wießner. Wenn er heute Baurecht bekäme, würde im nächsten Jahr das erste Haus stehen, kündigt er selbstbewusst an. Doch er vermutet, dass seine Bauvoranfragen abgelehnt werden. "Aber dann kann ich vor dem Verwaltungsgericht Dresden klagen."

Die Pläne von Frank Wießner werden von mehreren Stadträten unterstützt. "Wir begrüßen die Idee des Investors", erklärt Thomas Löser, Vorsitzender der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. "Es wäre gut, wenn viele Interessenten Eigentum in der Stadt bilden können und nicht an große Ketten verkauft wird." Die Pläne würden die ursprüngliche Struktur des Stadtraumes, die durch Kriegszerstörungen und großflächigen Nachkriegsbau verloren gegangen sei, ein Stück wiederbeleben. "Wir werden die Stadtplaner bitten, die Pläne von Herrn Wießner noch einmal zu prüfen", so Löser. Auch Axel Bergmann von der SPD-Fraktion findet: "Eine schrittweise kleinteilige Bebauung der Lingnerstadt ist sehr begrüßenswert."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.02.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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