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Lingnerschloss in Dresden 2016 fertig saniert

Lingnerschloss in Dresden 2016 fertig saniert

Die Rekonstruktion des Lingnerschlosses schwenkt auf die "Zielgerade" ein. Das hat Ex-Unternehmer und Fördervereins-Chef Peter Lenk eingeschätzt.

2016 soll die Sanierung abgeschlossen sein - zwei Jahre später als ursprünglich geplant. "Wie das eben leider oft so mit historischen Gebäuden ist: Es hat sich herausgestellt, dass viel mehr marode war und ausgetauscht werden musste als erst gedacht", erklärt Lenk die Verzögerung. Zum Beispiel mussten und müssen mehrere Geschossdecken statisch grundhaft ertüchtigt werden, auch Brandschutz-Auflagen führen zu Mehrarbeit - und Mehrkosten: Statt zehn Millionen Euro, wie ursprünglich kalkuliert, wird die Sanierung letztlich zwölf Millionen Euro kosten.

Bereits in den nächsten Monaten gehen aber neue Attraktionen in Betrieb: So beginnt in der kommenden Woche der Probebetrieb für Dresdens jüngstes Kino im Obergeschoss des Schlosses. Im März startet dann der öffentliche Vorführbetrieb mit sonst selten gezeigten Filmen im frisch sanierten Kinosaal mit seinen 60 Plätzen.

Verbotene Streifen für handverlesene Intelligenzia

Dabei handelt es sich um den Kinoraum des früheren "Dresdner Klubs", der in den 1950er Jahren entstand. "Dieser Club und sein Kino waren ein Mythos", erinnert sich Lenk, der als junger Mitarbeiter mit seinem damaligen Chef Manfred von Ardenne gelegentlich in die geheiligten Hallen eingelassen wurde. "Zu DDR-Zeiten durften sich dort handverlesene Künstler, Forscher und andere ,Intelligenzler' verbotene Filme angucken."

"Während wir das Äußere des Schlosses weitgehend klassizistisch rekonstruiert haben und das Innere im Stil der Lingnerschen Umbauten, war es ein ausdrücklicher Wunsch der Denkmalschützer, dass wir auch an wenigstens einer Stelle die Umbauten der 1950er wieder herstellen", betont Lenk. Gemeint ist der Kinosaal im westlichen Obergeschoss. Dessen ganz eigene Ulmenholzvertäfelung haben inzwischen Lehrlinge der Deutschen Werkstätten Hellerau rekonstruiert und installiert. Dazu kamen nun - gut hinter den Wänden kaschiert - moderne Beamer, Tontechnik und Tablet-Steuerungen.

Unter Regie einer ehemaligen MDR-Mitarbeiterin will der Verein dort ab März die Veranstaltungsreihe "Clubkino" ins Leben rufen und zum Beispiel Hirsch-Filme vom alten Dresden oder auch DEFA-Märchenfilme oder Streifen aus dem Ufa-Archiv vorführen. An anderen Tagen soll der Raum für Tagungen, Kabarett und andere Veranstaltungen vermietet werden. Ab 1. April folgt dann die Eröffnung der Dachterrasse, von der aus einer der besten Ausblicke auf Dresden lockt. Vorerst werden nur 50 Besucher gleichzeitig auf die Terrasse gelassen, weil dem Verein noch die 100 000 Euro für eine Überdruck-Rauchentlüftungsanlage fehlen, die die Brandschützer gefordert haben.

Ist die nachinstalliert, können bis zu 100 Gäste auf dem neuen "Balkon von Dresden" Partys feiern. Und: Ab 2015 sollen auch Hochzeiten im Schloss möglich sein. "Das Standesamt hat großes Interesse signalisiert", berichtet Lenk. 2014/2015 stehen noch zwei große Projekte auf dem Programm: Die Erneuerung des Haupt-Foyers sowie die Rekonstruktion und der Ausbau des Festsaals im Erdgeschoss, der dann bis zu 160 Gäste fassen soll. "Das genaue Aussehen ist noch nicht festgelegt", sagt Lenk. "Es wird sicher eine klassizistische Formsprache mit Säulen, Pilastern und Stuck sein, aber wahrscheinlich nicht so überladen wie auf Albrechtsberg nebenan."

Bevor dort aber mit Volldampf gearbeitet werden kann, steht Lenk und seinen Vereinskollegen noch ein hartes Stück Geldsammelei bevor: Die Millionenspende vom Pharmakonzern "GlaxoSmithKline" (DNN berichteten) ist nahezu verbaut, reicht höchstens noch bis Ende des Jahres. Jetzt fehlen vor allem noch 1,5 Millionen Euro für den Festsaal und eine halbe Million für weitere Räume und Arbeiten. Allein durch den derzeitigen Einzelspenden-Fluss, Mitgliedsbeiträge und Veranstaltungs-Erlöse wird dies kaum zu stemmen sein, meint Lenk. Der Verein hat sich daher eine neue Idee einfallen lassen: Unternehmen sollen animiert werden, als Sponsoren die Obergeschossräume zu sanieren. Im Gegenzug bekommen sie ein Vortrittsrecht, wenn sie dort Firmenfeste feiern wollen. Ein erster Betrieb habe sich bereits mit diesem Modell angefreundet, berichtet Lenk, will aber noch keinen Namen nennen.

Lingnerbahn zum Elbufer geplant

Ähnliches schwebt ihm übrigens für ein Sonderprojekt außerhalb des Schlosses vor: Hatte der Verein eine Wiederbelebung der Lingnerschen Seilbahn vom Schloss herunter zur Elbe zunächst als unmachbar verworfen, steht dies nun doch wieder zur Debatte. Die obere Bahnstation wird bereits rekonstruiert und das Fundament so präpariert, dass ein Bahnaufzug einmontiert werden kann. "Wenn sich eine Firma als Finanzier für einen - modernisierten - Wiederaufbau der Lingnerbahn finden würde, wäre das für das Schloss eine ganz tolle neue Attraktion", visioniert Lenk.

Mehr Infos und Spendenportal im Internet auf www.lingnerschloss.de.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.02.2014

Heiko Weckbrodt

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