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Linde erwägt Aus für Standort Dresden

Sinkende Umsätze Linde erwägt Aus für Standort Dresden

Der Industriegase-Konzern Linde erwägt, seinen Standort in Dresden mit rund 500 Mitarbeitern zu schließen. Ein Konzernsprecher sagte am Mittwoch in München, die Schließung sei eine Option. Verhandlungen mit den Arbeitnehmern liefen.

Linde kämpft mit sinkenden Umsätzen und hat ein Sparprogramm mit Stellenabbau angekündigt, bei dem jeder Standort unter die Lupe komme.

Quelle: dpa

Dresden. Der Industriegase-Konzern Linde prüft eine Schließung der Dresdner Niederlassung mit knapp 500 Mitarbeitern. „Die Pläne wurden als eine Option im Betriebsrat vorgestellt“, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Verhandlungen mit den Arbeitnehmern liefen. Zuvor hatte der Dresdner Betriebsratschef Frank Sonntag in der „Sächsischen Zeitung“ von einem geplanten Aus für den Standort gesprochen.

Einen Zeitplan gebe es noch nicht, Sonntag rechnete jedoch laut dem Bericht mit „Vollzug 2017, spätestens aber 2018“. Sonntag war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Dem Bericht zufolge sollen auch 20 Prozent der Stellen im Linde-Werk Pullach bei München wegfallen. „Wir prüfen derzeit alle Standorte weltweit“, erklärte der Linde-Sprecher.

Linde kämpft mit sinkenden Umsätzen und hat bereits Ende Oktober ein Sparprogramm mit Stellenabbau angekündigt, bei dem jeder Standort unter die Lupe komme. Wegen des niedrigen Ölpreises investiert die Petrochemie weniger in neue Anlagen, in Asien machen sinkende Investitionen in der Bergbauindustrie und das schwache Industriegeschäft Linde zu schaffen. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit etwa 64 500 Menschen - davon 8000 in Deutschland.

Das Dresdner Werk ist Teil der Münchner Linde AG und gehört zu den führenden Unternehmen im Anlagenbau bei Chemie, Gas, Pharma und Biotechnologie. Auf seiner Internetseite verweist Linde Dresden auf Referenzen für große Petrochemieprojekte im Nahen Osten sowie in Europa und Russland.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat „nach der im Raum stehenden Standortschließung“ den Konzernvorstand aufgefordert, alle Optionen jenseits der Schließung zu prüfen. „Wir sind bereit mit dem Unternehmen gemeinsam alle denkbaren Optionen zu prüfen, um die Arbeitsplätze in Dresden zu erhalten.“

CDU-Wirtschaftspolitiker Jan Hippold spricht im Falle einer Schließung von einem wirtschaftlichen Desaster für die sächsische Landeshauptstadt und den Freistaat. „Der Standort mit seinen knapp 500 Mitarbeitern ist ein bedeutendes Unternehmen für Sachsen mit einer großen internationalen Strahlkraft.“ Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden zeigt sich auch in diesem Fall die Abhängigkeit vieler Ost-Standorte von Konzernentscheidungen in den westdeutschen Bundesländern oder im Ausland. Linde sei für Dresden ein wichtiger Gewerbesteuerzahler und Arbeitgeber von Hunderten Fachleuten. Beides zu verlieren, wäre ein „schmerzlicher Einschnitt“, hieß es.

dpa

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