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Lesestoff bis zur Haustür: Barbara Wernecke ist einer von 80 Bücherboten in Dresden

Lesestoff bis zur Haustür: Barbara Wernecke ist einer von 80 Bücherboten in Dresden

Ingrid Tiegel ist eine Leseratte. Einen dicken Wälzer um die tausend Seiten schafft die 74-Jährige schon mal in einer Woche. Was sie nicht mehr schafft, ist der Weg in die Bücherei.

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Bücherbotin Barbara Warnecke (rechts) hat der 74-jährigen Pieschenerin Ingrid Tiegel neue literarische Kost vorbeigebracht.

Quelle: Christian Juppe

Und da kommt Barbara Warnecke ins Spiel. Sie versorgt Ingrid Tiegel im Monatstakt mit neuem Lesestoff, zumeist aus der Stadtteilbibliothek an der Bürgerstraße. Als ehrenamtliche Bücherbotin bekommt die 71 Jahre alte ehemalige Diplomingenieurin dafür keine Entlohnung, wohl aber die Dankbarkeit von Ingrid Tiegel.

Rund 80 Boten wie Barbara Warnecke gibt es bei den Städtischen Bibliotheken Dresden derzeit, 65 davon machen aktiv Hausbesuche. Die restlichen 15 warten noch auf einen Einsatz. Das Angebot ist in Dresden nicht ganz neu. Bereits seit 1996 ist es möglich, den Bücherhausdienst zu nutzen. Aber erst seit Oktober 2012 wird der Lesestoff von Ehrenamtlern verteilt.

Was gelesen wird, entscheiden natürlich die Belieferten. "Ich habe von Frau Tiegel mehrere Listen mit Wunschtiteln bekommen", beschreibt Warnecke, wie sie ihre Auswahl trifft. Damit begibt sie sich auf die Suche und leiht für Ingrid Tiegel aus, was gerade auf Lager ist. Wenn der gewünschte Titel verliehen ist, nimmt sie schon mal ein anderes Buch desselben Autoren mit. "Es ist immer ein bisschen Überraschung dabei", freut sich Ingrid Tiegel. Sie mag ganz besonders historische Romane, Familiensagas und Geschichten aus Afrika oder Australien. Über das Gelesene tauschen sich die Damen mitunter auch aus, trotz unterschiedlichem Lesegeschmack. "Ich bevorzuge sonst eher die klas-sischen Autoren", erzählt Barbara Warnecke. Auf Empfehlung von Ingrid Tiegel will sie sich aber demnächst an die Familiensaga "Das Dornenhaus" von Di Morrissey wagen.

Genau solch einen Austausch hatte sich Barbara Warnecke gewünscht, als sie sich für den ehrenamtlichen Dienst bewarb. "Ich finde, dass Menschen, die viel lesen, meistens interessante Leute sind", sagt sie. Oft halten die zwei Frauen noch ein Schwätzchen über Literatur oder andere Angelegenheiten. Ingrid Tiegel verstrickt inzwischen auch die Wollvorräte von Barbara Warnecke, die wegen Problemen mit den Händen nicht mehr stricken kann. So ergänzen sich die zwei Frauen in ihren Hobbys ganz hervorragend.

Der Bücherhausdienst kann noch weitere Senioren betreuen. Gesucht werden Menschen, die den Service in den Ortsteilen Cotta, Omsewitz, Naußlitz, Seevorstadt West, Südvorstadt, Äußere Neustadt, Leipziger Vorstadt oder Klotzsche für zehn Euro Jahresgebühr im Abo nutzen möchten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.05.2013

fs

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