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„Leipzig“ legt erstmals nach Kioskbrand wieder ab

Dampferflotte „Leipzig“ legt erstmals nach Kioskbrand wieder ab

Nach fast einmonatigen Reparaturarbeiten ist die „Leipzig“, auf der es Anfang April gebrannt hat, wieder flott. Gerade rechtzeitig vor einem Großereignis für die Dresdner Flotte.

Klar Schiff mit Pinsel und Farbe: Steuermann Jens Haase legt Hand an am Heck der „Leipzig“.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. „Leinen los!“ Heute um 10 Uhr soll dieses Kommando nach fast vier Wochen Zwangspause wieder auf der „Leipzig“ gegeben werden. Dann legt der jüngste Schaufelraddampfer der Flotte der Sächsischen Dampfschiffahrt (SDS) das erste Mal seit dem Brand Anfang April wieder ab. Geplant ist eine vierstündige Probefahrt, ab Sonnabend soll das Schiff dann wieder planmäßig eingesetzt werden. Damit endet eine unfreiwillige Pause, in der auf dem Dampfer viel gearbeitet wurde, selbst an Wochenenden. Denn den Verantwortlichen, allen voran SDS-Geschäftsführerin Karin Hildebrand und Technikchef Gerd-Rüdiger Degutsch war wichtig, dass der Dampfer am Sonntag einsatzbereit ist. Dann fährt die „Leipzig“ im Rahmen der Flottenparade zur Saisoneröffnung, voll besetzt mit mehr als 400 Gästen.

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Fast vier Wochen lang wurde auf der „Leipzig“ eifrig gearbeitet, nachdem es auf dem Schiff Anfang April gebrannt hat. Nun ist das Schiff wieder einsatzbereit. Heute soll es das erste Mal wieder ablegen.

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Es war die Nacht zum 2. April als auf dem Dampfer das passierte, was für alle Schiffsbesatzungen eine Horrorvorstellung ist: Feuer an Bord. Es war fast noch dunkel, als der Brand ausbrach. Augenzeugen alarmierten die Feuerwehr, nur deshalb konnte Schlimmeres verhindert werden. Ja, wäre nicht rechtzeitig gelöscht worden, hätte die „Leipzig“ komplett abbrennen können, sagt Gerd-Rüdiger Degutsch. Das wurde zum Glück verhindert, der Schaden war aber dennoch immens. Die SDS-Verantwortlichen schätzen ihn auf rund 250 000 Euro. Fast schlimmer noch als das Feuer selbst, das ersten Ermittlungen zufolge im Kassenbereich ausbrach, war der Ruß. Er setzte sich im gesamten Schiff ab. Mehr als ein Mal musste geputzt werden, auch die Kolben, Lager und Gestänge der 350 PS starken Dampfmaschine. Das hat eine Spezialfirma erledigt. „Drei Mal wurden die Teile mit einer Chemikalie gereinigt“, sagt Degutsch, dabei wurde zugleich auch alles Öl und Fett weggeputzt. Danach mussten die Teile wieder geölt und gefettet werden. Morgen prüfen die Techniker nun, ob alles wie geschmiert läuft.

Parallel dazu haben Fachleute die gesamte alte Kioskeinrichtung herausgerissen. Spezialisten aus dem Landeskriminalamt haben die Teile mitgenommen, von denen sie sich Auskunft über die Entstehung des Feuers versprechen, der Rest musste entsorgt werden. Bis zu 25 Leute arbeiteten zugleich rund um den abgefackelten Kiosk, putzten, malerten, verlegten neue Kabel und schraubten neue Leisten an die Decken. Die Einrichtung musste von Grund auf erneuert werden. „Wir haben alles eins zu eins so eingebaut, wie es vor dem Brand war“, sagt Degutsch, Änderungen waren nicht nötig. Während gestern noch die letzten Bauarbeiten liefen, wurden bereits Gläser und Tassen eingeräumt. „Wir werden rechtzeitig fertig“, war sich Degutsch da bereits sicher.

Mehr Sicherheit in Sachen Brandschutz geht auf den Dampfern nicht, ist er überzeugt. „So etwas hat es in den 25 Jahren, die ich jetzt dabei bin, noch nie gegeben“, erklärt der Technikchef, dass er keinen Grund zur Aufrüstung in Sachen Sicherheit sieht. Bricht irgendwo an Bord Feuer aus, wird das über eine Brandmeldeanlage sofort an die Brücke weitergegeben, so Degutsch, das war aber noch nie nötig, seit er die Flotte kennt. Und beim Gedanken an eine Sprinkleranlage winkt er ab. Zuviel Wasser auf dem Schiff sei schließlich auch höchst ungünstig, sagt er mit kritischem Blick, dann könnte es ja untergehen. Darauf, dass künftig alles gut geht und weder auf der Leipzig noch auf einem anderen Schiff ein Unglück passiert, wollen die Verantwortlichen morgen anstoßen. Natürlich am neuen Kiosk auf der „Leipzig“.

Von Christoph Springer

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