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Leibniz-Institute in Dresden feiern 20. Jubiläum

Leibniz-Institute in Dresden feiern 20. Jubiläum

Aus den Resten der DDR-Akademie der Wissenschaften (AdW) ist eine wichtige Säule der Forschung in Dresden gewachsen: Die hiesigen Leibniz-Institute erforschen Supraleit-Bahnen und Hightech-Materialien, selbstheilende Werkstoffe und Öko-Szenarien.

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Das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung bei Nacht. Weil die Forschungsprojekte an Zahl und Breite wachsen, bekommt das Institut derzeit einen Anbau gen Süden, der 2013 fertig gestellt sein soll.

Quelle: IFW Dresden

Dresden . Heute feiern sie ihren 20. "Geburtstag".

Von Heiko Weckbrodt

Wenn sich die Max-Planck-Institute um die Grundlagenforschung kümmern und die Fraunhofer-Institute um die industrienahen Entwicklungen, dann stehen die Leibniz-Einrichtungen an der Schnittstelle dazwischen: "Theoria cum Praxi - Wissenschaft zum Wohle und Nutzen der Menschen" lautet das Motto der Leibniz-Gemeinschaft, die 1990 unter anderem aus den AdW-Instituten entstand.

Ein wichtiger Nukleus in Dresden war das "Zentralinstitut für Festkörperphysik und Werkstoffe" (ZFW), aus dem einige Forscher in die Fraunhofer-Gesellschaft wechselten, ein Großteil aber im neuen "Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung" (IFW) Dresden eine neue Wirkungsstätte fand. Heute ist das IFW mit seinen rund 600 festen Mitarbeitern und etwa 100 Gastwissenschaftlern das größte Leibniz-Institut in Dresden. "Unter den 300 Leuten, die damals vom IFW übernommen wurden, waren kaum Westreise-Kader", erzählt IFW-Direktor Prof. Ludwig Schultz. "Sprich: Sie hatten zwar Kontakte nach Osteuropa, aber keine Netzwerke in der internationalen Wissenschafts-Community im Westen."

Erst als sich das mit den Jahren änderte, konnte auch das IFW erfolgreicher agieren, errang sich internationales Renommee - und auch die nötigen Einnahmen, die für moderne Forschungsanlagen nun einmal benötigt werden. Denn Bund und Land sorgen nur für eine Grundfinanzierung, den Rest müssen die Leibniz-Institute durch Forschungsprojekte mit der Industrie oder bei anderen Fördermittelgebern wie der "Deutschen Forschungsgemeinschaft" (DFG) einwerben. Mittlerweile bestreitet das IFW rund elf der 28 Millionen Euro in seinem Jahreshaushalt durch selbst akquirierte Drittmittel - fast doppelt soviel wie noch vor zehn Jahren.

Dies aber schuf erst die Basis, um die eigenen Forschungsfelder zu erweitern und mit teils spektakulären Ergebnissen aufzuwarten. Die IFW-Hightech-Kufen für Rennschlitten und Eisschnellläufer zum Beispiel verhalfen inzwischen deutschen Spitzensportlern wie Claudia Pechstein und Jenny Wolf zu Olympia-Erfolgen. Mit den kleinsten Raketen der Welt schafften es die Dresdner Nano-Forscher vor einem Jahr ins Guinness-Buch der Rekorde. Das wohl publikumswirksamste Vorhaben dürfte die supraleitende Straßenbahn sein, mit deren Modell-Ableger Prof. Schultz gern und oft durch Wissenschafts-Shows tingelt, die aber im größeren Maßstab den Nahverkehr der Zukunft ganz wesentlich beeinflussen könnte. Supraleit-Technik bedeutet: Die IFW-Bahnen schweben durch die Magnetkraft von Spezialkeramiken, die Strom widerstandslos leiten. Sollte sich diese Technik durchsetzen, könnte sie der Öko-Bilanz in den Industrieländern enorme Energieeinsparungen bescheren.

Dass Supraleit-Bahnen im 1:1-Maßstab funktionieren und auch Menschen befördern können, hat Schultz inzwischen mit einer 80 Meter langen Pilotanlage in Dresden-Niedersedlitz bewiesen. Derzeit sei eine weit größere Teststrecke mit 600 Metern Länge in Vorbereitung, erklärte der Professor - mehr wollte er aber noch nicht verraten.

Diese und weitere Projekte haben inzwischen dazu geführt, dass das IFW "aus allen Nähten platzt", so Schultz. Daher entsteht an der Nöthnitzer Straße derzeit ein 5,3 Millionen Euro teurer Anbau mit einem Technikum und 40 weiteren Forscher-Arbeitsplätzen - 2013 soll der Neubau fertig sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.03.2012

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