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Legionellen in Dresdner Kita keine Gefahr

Legionellen in Dresdner Kita keine Gefahr

Legionellen tauchen regelmäßig im Trinkwasser auf. Zehn- bis dreißigtausend Menschen erkranken im Jahr in Deutschland an einer Infektion. In zwei von 160 Fällen verläuft die Krankheit tödlich. In der vergangenen Woche war eine Kita an der Winzerstraße in Dresden betroffen.

Legionellen

Quelle: Stefan Merker

Dresden. Deutsches Leitungswasser genügt hohen Standards und kann eigentlich ohne Bedenken getrunken werden. Doch immer wieder lauert eine unsichtbare Gefahr in den Wasserleitungen. Legionellen, Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen können, tauchen regelmäßig im Trinkwasser auf. Zehn- bis dreißigtausend Menschen erkranken im Jahr in Deutschland an einer Legionelleninfektion. In zwei von 160 Fällen verläuft die Krankheit tödlich.

In der vergangenen Woche war eine Kita an der Winzerstraße in Dresden betroffen. Wie die Stadt mitteilte, wurde an einem Waschtisch im Obergeschoss des Gebäudes eine erhöhte Konzentration der Keime festgestellt. "Für Kinder bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung", stellt Stadtsprecher Karl Schuricht klar. Der Mediziner Christian Lück leitet das Konsilarbüro für Legionellen im Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Fiedlerstraße. Wenn in Deutschland ein Patient aufgrund einer Infektion mit Legionellen krank wird, begutachtet Lück unter anderem die Bakterien, vergleicht sie mit Proben der Infektionsquelle und sucht im Falle einer Epidemie nach einem Muster. "Bei Legionellen verhält es sich wie bei Hunden. Es gibt Dackel und Schäferhunde - nicht alle sind gefährlich", stellt der Experte klar. Um welchen Erreger es sich genau handelt, werde aus Kostengründen meist nicht getestet.

Im aktuellen Fall des betroffenen Dresdner Kindergartens sieht Lück keine Gefahr: "Hier wurden 600 koloniebildende Einheiten (KBE) pro 100 ml gemessen. Im Ausland liegt der Grenzwert bei 1000 KBE und damit weit über der hierzulande gültigen Grenze von 100 KBE. Die Infektionsgefahr ist sehr gering".

Wer verhindern will, dass sich Legionellen in den Leitungen des eigenen Hauses einnisten, sollte darauf achten, dass die dazugehörige Technik funktioniert, denn die Bakterien benötigen für die Vermehrung stehendes Wasser mit einer Temperatur von 35 bis 45 Grad. "Eine typische Quelle sind defekte Rückkühlwerke, die meist auf Gebäudedächern installiert sind, um das Leitungswasser zu kühlen, oder Heizungsanlagen, in denen das Wasser lange Zeit steht. Es gab aber auch schon einen großen Ausbruch während einer Blumenschau in Holland. Oft werden die Bakterien auch kilometerweit durch die Luft getragen", erklärt Lück.

Im betroffenen Kindergarten wurden die Leitungen mit Wasser gespült, um die Bakterien loszuwerden. In der vergangenen Woche fand eine Nachuntersuchung statt. Jetzt können die Eltern ihre Kinder wieder absolut unbesorgt in die Kita bringen. hh

Hauke Heuer

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