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Landesverband und Tafel Dresden liegen über Kreuz – im Mittelpunkt: Abgeordnete Edith Franke

Landesverband und Tafel Dresden liegen über Kreuz – im Mittelpunkt: Abgeordnete Edith Franke

Edith Frankes Verdienste um die sächsischen Tafeln sind unumstritten. Die 71-Jährige, die für die Linke im Landtag sitzt, hat 1995 in Dresden die erste Tafel Ostdeutschlands gegründet, die nicht mehr benötigte Lebensmittel an Bedürftige verteilt.

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Tafel-Gründerin Edith Franke in Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Sie rief auch den Landesverband Sächsischer Tafeln ins Leben und war selbst Landeschefin. Doch mittlerweile ist das Verhältnis nicht mehr das Beste. Nicht wenige Mitglieder werfen ihr vor, die Solidarität der Tafeln untereinander zu torpedieren.

Auslöser für den Streit ist das Ausscheiden von Dietmar Haase aus der Dresdner Tafel. Der 72-Jährige war dort für die Logistik zuständig und trug dafür Sorge, dass angebotene Lebensmittelspenden schnellstmöglich abgeholt wurden. In derselben Funktion war er für den Landesverband tätig. Doch Franke habe zuletzt mit ihm nicht mehr zusammenarbeiten wollen und ihn vor die Tür gesetzt – so schildert es Haase. Aus „betriebsbedingten Gründen“, habe sie ihm kühl mitgeteilt. Im Landesverband wird vermutet, dass dahinter eine Trotzreaktion steckt, weil Franke im Frühjahr nicht mehr in den Landesvorstand gewählt wurde.

Seitdem hat das Verhältnis des Landesverbandes zur Dresdner Tafel merklich gelitten, wie der Landes-Chef Joachim Rolke per Brief unlängst seinen Mitgliedern mitteilte. Eine Zusammenarbeit sei „nicht mehr ordnungsgemäß gewährleistet“, heißt es darin. Die Dresdner Tafel lehne „die weitere Organisation und Unterstützung der sächsischen Mitgliedstafeln mit Lieferungen ab“. Bedeutet: Das Kühlfahrzeug der Dresdner Tafel ist ab sofort nur noch für die Landeshauptstadt unterwegs. Und auch die Kühlräume am Dresdner Messering darf der Landesverband nicht mehr nutzen.

Archivbilder vom Kleiderverkauf:

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Tafel-Gründerin Edith Franke beim Verkauf der Waren.

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Die übrigen sächsischen Tafeln wurden davon kalt erwischt und vor erhebliche Probleme gestellt. Eigene Kühlräume wurden zwar unterdessen angemietet. Viel schwerer wiegt aber der Wegfall des Kühlfahrzeuges. Denn nicht immer lohnt es sich bei kleineren Mengen, eine Spedition mit dem Transport der Lebensmittelspende zu betrauen. Sie wurden in der Vergangenheit dann selbst gefahren. Doch aktuell fehlt dem Landesverband wegen Frankes Entschluss ein Kühltransporter, um verderbliche Waren wie Joghurt oder Fleisch von einem Spender mitnehmen zu können. „Wir mussten in den vergangenen Wochen oft Lebensmittel ablehnen, weil wir nicht wussten, wie wir sie abholen sollten“, sagt Haase. Erst ab diesem Freitag wird wohl Abhilfe geschaffen. Dann mietet der sächsische Verband selbst einen Kühltransporter.

Die Stimmung im Landesverband ist alles andere als gut. „Das ist ein Verhalten wie im Kindergarten“, sagt Haase über die Chefin der Dresdner Tafel. „Nach 15 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit bin ich frustriert.“ Landeschef Rolke möchte sich zur ganzen Angelegenheit lieber nicht äußern. Nur so viel sagt der 56-Jährige: „Ich bin von der Reaktion, die Frau Franke zeigt, enttäuscht.“

Franke selbst spricht dagegen von einem unsachlichen Verhalten des Landesverbandes. Der habe kürzlich einfach die Kühlraumadresse der Dresdner Tafel zu seiner Geschäftsadresse gemacht – ohne sie oder jemand anderes zu informieren. Deswegen habe sie einen klaren Schnitt gewählt: „Da mussten klare Grenzen geschaffen werden“, sagt sie. Beim Transporter ebenso. Von einem Streit im Landesverband will sie nichts wissen: Es stimme alles nicht, was erzählt werde. Die Dresdner Tafel sei auch weiterhin solidarisch: „Es gibt Tafeln, die holen bei uns noch immer Waren ab.“

Kai Kollenberg

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