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Landesbischof richtet deutliche Worte an Pegida

Politiker und Unternehmer warnen vor Schaden für Sachsen Landesbischof richtet deutliche Worte an Pegida

Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing hat sich am Sonntag mit deutlichen Worten gegen die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung gewandt. "Wir werden als Kirche Jesu Christi nicht stumm daneben stehen", sagte Rentzing zum 10. Kirchweihfest der Dresdner Frauenkirche.

Quelle: dpa/Archiv

Dresden. Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing hat sich am Sonntag mit deutlichen Worten gegen die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung gewandt. "Wir werden als Kirche Jesu Christi nicht stumm daneben stehen, wenn geistige Brandstifter durch unser Land ziehen und eine Stimmung des Unfriedens und der Unversöhnlichkeit sich ausbreitet", sagte Rentzing zum 10. Kirchweihfest der Dresdner Frauenkirche.

"Wir werden Lichter der Menschlichkeit entzünden,  wir werden den Ruf des Friedens und der Versöhnung dagegensetzen und immer wieder ertönen lassen. Wir haben erlebt, dass das Menschenherzen verändern kann. Und so werden wir es tun in der Zuversicht und Erwartung, dass dies auch jetzt und in Zukunft geschieht", kündigte er künftiges Engagement der Landeskirche gegen Pegida an.

Vor allem sprach er diejenigen an, "die in diesen Tagen ihre Herzen vor der Not der Mitmenschen  verschließen, die in ihrer Sprache gefährlich verrohen und damit mit dem Feuer spielen", damit auch sie wieder Güte und Mitmenschlichkeit zeigten, hoffte Rentzing auf ein Zeichen von Frieden und Versöhnung.

Unternehmer und Wissenschaftler sehen Schaden für Sachsen

Bereits zuvor hatten Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler vor wirtschaftlichem Schaden für Sachsen gewarnt. Dieser sei längst eingetreten, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) der "Welt am Sonntag". "Internationale Wissenschaftler und Fachkräfte sind nur noch schwer für Sachsen zu gewinnen."

«Sachsen dürfte für Jahre im Ausland als wenig attraktiver Standort wahrgenommen werden», sagte der Ökonom Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle.

Der geschäftsführende Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts für Chemische Physik fester Stoffe, Liu Hao Tjeng, sieht «ganz klar Einschränkungen durch Pegida.» Vor Konferenzen, Besuchen oder in Bewerbungsgesprächen fragten ausländische Forscher, ob Dresden sicher sei.

«Es gibt vereinzelt ausländische Wissenschaftler in Dresden, die sich wegen Pegida mit dem Gedanken tragen, ihre Verträge nicht zu verlängern», sagte der Rektor der Technischen Universität Dresden, Hans Müller-Steinhagen. Bei den Erstsemestern unter den Studierenden seien hingegen noch keine Effekte zu spüren. So kämen 18 Prozent aller Erstsemester an der TU aus dem Ausland - ein neuer Rekord.

SPD will volle Härte der Strafverfolgung

Die SPD macht die Pegida-Bewegung mitverantwortlich für die zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Deutschland und verlangt ein striktes Durchgreifen von Polizei und Verfassungsschutz. Pegida gebe sich als Versammlung angeblich besorgter Wutbürger, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi am Samstag in Augsburg. Doch seien ihre Anhänger nichts anderes als «biedermeierliche Brandstifter und Volksverhetzer». «Als solches müssen sie mit der vollen Härte der Polizei und des Verfassungsschutzes verfolgt werden.»

In Deutschland gebe es im Durchschnitt mittlerweile zwei Anschläge am Tag auf Flüchtlingsunterkünfte, sagte Fahimi bei einem kleinen Landesparteitag der bayerischen SPD vor etwa 150 Zuhörern. «Da droht ein rechter Terror zu wachsen, den wir nicht unterschätzen dürfen.»

Der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sagte der «Bild am Sonntag», der von Pegida verwendete Begriff «Volksverräter» sei ein Begriff des Nationalsozialismus. «Hier muss hart dagegengehalten werden. Und dafür ist unsere Demokratie stark genug.» Fischer kritisierte weiter: «Bei Pegida laufen erwachsene, wahlberechtigte Bürger bewusst hinter Gewaltsymbolen wie den Galgen her. Dagegen müssen alle demokratischen Parteien zusammenstehen.»

Der Ex-Außenminister warnte zudem: «Wenn der Untergang des deutschen Volkes beschworen wird, dann fehlt nicht mehr viel, dass es in einem irregeleiteten Kopf «klick» macht und der dann meint, er müsse das deutsche Volk mit einer brutalen Gewalttat retten.»

Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig rief zu einem verstärkten Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit auf. «Pegida senkt die Hemmschwelle», warnte die SPD-Politikerin in den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Heute sind es Politiker, die angegriffen und angefeindet werden, morgen kann es jeder Andere sein. Es kommt auf Haltung an, und dass man klare Kante zeigt gegen Hass und Gewalt.»

DNN/dpa

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