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Land unter im Schrebergarten - 122 Dresdner Kleingärtner mussten ihre Parzellen im Hochwassergebiet räumen

Land unter im Schrebergarten - 122 Dresdner Kleingärtner mussten ihre Parzellen im Hochwassergebiet räumen

4,4 Kleingärten kommen in Dresden auf 100 Einwohner. Die Landeshauptstadt belegt mit rund 23 400 Parzellen Platz 2 im Vergleich der Kleingartendichte der deutschen Großstädte durch den Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.

V. Nur in Leipzig wird mit 6,6 Gärten auf 100 Städter mehr geharkt und Unkraut gezupft. Doch die grüne Idylle ist in Gefahr. Hochwasser setzen die Kleingartenanlagen, die oft im Überschwemmungsgebiet ausgeschrieben wurden, immer wieder unter Wasser. Die Zahl der Parzellen sinkt kontinuierlich. Ausweichflächen sind nur in der Stadtrandlage vorhanden.

"Hier stand alles unter Wasser", erinnert sich Frank Hoffmann, Vorsitzender des Dresdner Gartenfreunde e.V., an das vergangene Juni-Hochwasser und deutet auf mehr als ein Dutzend Kleingärten des Kleingartenvereins Ostragehege e.V. östlich der Messe, die vollkommen zerfallen und entkernt auf ihren Abriss warten. "Wir mussten dieses Areal, das im Bereich der alten Flutrinne liegt, aufgeben. Das Wasser staut sich an den Lauben. Im schlimmsten Falle könnten die Bauten weggeschwemmt werden", begründet Hoffmann die Räumung von 26 Schreber- gärten. Den Pächtern der etwas höher liegenden 79 Parzellen des Kleingartenvereins sei ebenfalls eine Kündigung angeboten worden. Räumen die Gärtner ihre Flächen, übernimmt die Stadt die gesamten Abrisskosten. Neue Gärten werden hier nicht mehr verpachtet.

Das Ehepaar Barbara und Günter Schubarth, die am Ostragehege ein lauschiges Plätzchen bewirtschaften, wollen trotz der erneuten Überschwemmungsgefahr nicht weichen. "Wir sind schon seit 1996 in diesem Garten. Noch einmal umziehen lohnt sich für uns nicht - wir werden langsam alt", sagt Barbara Schubert. Drei Mal sind sie seit der Übernahme der Fläche abgesoffen. Die Pflanzen waren dahin. Die Schäden an der Laube, die bis zum Fenster unter Wasser stand, konnten jedes Mal behoben werden. "Drei Monate dauert es, bis wieder alles in Ordnung ist", sagt Günter Schubarth. So schlimm, dass sie den Garten aufgeben würden, sei es jedoch nicht.

Die Kleingärten am Ostragehege sind nicht die einzigen, die in Dresden von den Fluten bedroht werden. In den Vereinen Leubener Wiesen, Elbtal II und An dem Zschierbach I mussten ebenfalls jeweils rund 25 Gartenfreunde packen und sich nach einer Alter- native umsehen. In anderen elbnahen Anlagen hält sich die Anzahl der Kündigungen in Grenzen. In ganz Dresden habe man 122 Parzellen aufgeben müssen, so Hoffmann.

Derzeit herrscht noch kein prekärer Mangel an Gartenflächen im Stadtgebiet - noch rund 100 Kleingärten sind frei. "Bei dem großen Bedarf sind unsere Kapazitäten jedoch bald aus- gereizt", sagt Hoffmann. Die Stadt würde zwar Ausweichgebiete, vor allem in Pillnitz und Hellerau bereitstellen. Bedarf bestünde allerdings eher im Zentrum. Familien, die am Stadtrand wohnen, würden meist einen eigenen Garten am Haus besitzen, so Hoff- mann. Welche Ersatzflächen konkret im Stadtgebiet ausgeschrieben werden, könne erst bei einer Offenlegung des aktuellen Flächennutzungsplans im Herbst festgestellt werden.

Sorgen macht sich Dresdens Chef-Gärtner vor allem um die finanziellen Entschädigungen seiner Gartenfreun- de. "Kleingärtner, die ihre Parzelle verlassen müssen, bekommen zwar den Abriss finanziert. Geld für die zerstörten Sachwerte gibt es jedoch nicht", sagt Hoffmann und fügt hinzu, "darüber hinaus werden viele Ver- eine kleiner. Die Kosten für die Strom- und Wasserversorgung sowie die Instandhaltung der gesamten Anlage bleiben gleich und müssen von weni- ger Schultern getragen werden. Ich würde mir wünschen, dass die Stadt auch hier zusätzliche Unterstützung leistet."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.04.2014

Hauke Heuer

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