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Lahmann-Park in Dresden erhält restaurierte Skulptur

Eine junge Frau mit langer Geschichte Lahmann-Park in Dresden erhält restaurierte Skulptur

Eine junge Frau zieht sich eine Sandale an. Diese Skulptur schuf 1883 der Bildhauer Ernst Paul. Nun steht sie – aufwendig aufgearbeitet – wieder auf dem Lahmann-Gelände im Dresdner Stadtteil Weißer Hirsch. Es ist eine Rückkehr.

Das Lahmann-Areal auf dem Weißen Hirsch in Dresden.

Quelle: Jürgen-M. Schulter

Dresden.. Auch wenn das gesamte Projekt Lahmann-Park noch nicht vollendet ist: „Das war jetzt für mich wie ein Abschluss“, sagte am Freitagmorgen Berndt Dietze, Chef der Dresdner Baywobau-Niederlassung. Er war dabei, als auf dem zentralen Platz des neuen Wohngebiets auf dem Weißen Hirsch eine Plastik aufgestellt wurde, die damit wieder zurückgekehrt ist an den Ort, wo sie früher schon stand. Lange war sie zwischendurch bei der Baywobau eingelagert.

Es handelt sich um eine lebensgroße junge Frau, die sich eine Sandale bindet – ein Werk des Bildhauers Ernst Paul, der in Dresden an der Kunstakademie studierte und dann hier sein eigenes Atelier eröffnete. Die Statue, die jetzt wieder im Lahmann-Park steht, schuf er im Jahr 1883.

Vor ihrer Rückkehr musste die Schöne allerdings erst restauriert werden. Denn sie war – vermutlich zu der Zeit, als die Russen das Lahmann-Gelände nutzten – komplett mit Bronze überzogen worden. Möglicherweise mit dem Ziel, die Skulptur zu verschönern; auf jeden Fall aber trug das dazu bei, sie bis auf wenige Beschädigungen in gutem Zustand zu erhalten. Und das war ein Glück.

Denn die Figur besitzt „eine sehr hohe Wertigkeit“, stellte der Restaurator Hans Peter Hain fest, in dessen Meißner Werkstatt die Bronzeschicht vorsichtig wiederabgetragen wurde. Die Statue sei „eine der wenigen erhaltenen Stücke aus dieser Zeit und von diesem Bildhauer“, fügte er hinzu. „Wir können also glücklich sein, dass uns diese Plastik mit ihren geringen Verlusten bis zum heutigen Tage erhalten geblieben ist, obwohl sie über 40 Jahre dem Einfluss von Denkmalpflegern entzogen war.“

Glücklich sein dürfte mittlerweile auch Berndt Dietze selbst. Denn nach vielen Jahren, zahlreichen Verzögerungen, immer neuen Überraschungen im Altbaubestand und mit der Denkmalpflege neigt sich das Projekt Lahmann-Park jetzt offenbar dem Ende zu. An Herrenbad und Damenbad mit Doktorhaus und Hirschhaus ist man bei den letzten Arbeiten, die ersten Bewohner sind eingezogen, im Damenbad ist eines der Reihenhäuser bewohnt. Auf Hochtouren laufen auch die Arbeiten an den Außenanlagen rund um die sanierten Häusern.

Endlich voran geht es nun auch mit den noch unsanierten Altbauten des Areals, die direkt an der Bautzner Landstraße stehen. Einen Flachbau in der Mitte kaufte eine Architektin, die dort ihr Büro einrichten will. Und das imposante Eckhaus Bautzner Straße/Stechgrundstraße hat auch einen neuen Besitzer. Die Palais Weißer Hirsch GmbH, gegründet von Gunter Hildebrandt und Georg Hartmann, Architekt und Energieberater, sowie dem Immobilienunternehmer Rico Richert, hat das denkmalgeschützte Haus von der Baywobau gekauft. Sie wollen dort im Erdgeschoss und im ersten Stock Räume für Heilberufe im weitesten Sinne einrichten. Interessenten, so heißt es, gibt es schon mehrere.

Vom zweiten Obergeschoss bis zum Dach sind Wohnungen von 75 bis 240 Quadratmeter vorgesehen. Historische Details sollen umfänglich erhalten werden. Wenn die Arbeiten 2017 beginnen, könnte das Haus Ende 2018 bezugsfertig sein. Als Investitionssumme sind acht Millionen Euro vorgesehen.

Von Bernd Hempelmann

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