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Lagerfeuerromantik auf dem Neumarkt: Frauenkirche lädt zu internationalem Jugendtreffen

Lagerfeuerromantik auf dem Neumarkt: Frauenkirche lädt zu internationalem Jugendtreffen

"Kirche kann auch cool sein", davon ist Jakob Lehmann überzeugt. Der Student nimmt an der diesjährigen Peace Academy teil, mit der die Stiftung Frauenkirche in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Landes- und Bundeskirche alle zwei Jahre junge Erwachsene aus aller Welt am Pfingstwochenende auf den Neumarkt versammeln will.

Dass es sich dabei um eine Veranstaltung der Kirche handelt, schreckt den Studenten so gar nicht ab. "Genau solche Veranstaltungen brauchen wir, damit alle verstehen, dass Glaube und Religion nicht immer nur etwas mit alten, predigenden Männern zu tun haben", sagt der 25-Jährige.

Bereits zum zweiten Mal wird Jakob Lehmann die Dresdner Peace Academy, deren Hauptveranstaltungsort ein Zeltlager vor der Frauenkirche sein wird, besuchen. In deutsch- und englischsprachigen Workshops und Diskussionen setzen sich dabei etwa 500 Jugendliche auf verschiedene Weise mit dem Thema Frieden auseinander. Gottesdienste, Stadtrundgänge und ein Singer-Songwriter-Abend stehen auch auf dem Programm. Von den Widerstandsbewegungen im Dritten Reich, der DDR bis hin zu heutigen Diktaturen lässt die Peace Academy thematisch kaum eine Epoche aus. "Durch die verschiedenen Kulturen, die dann aufeinander prallen, lernt man unglaublich viele Sichtweisen auf bestimmte Ereignisse kennen", erklärt der Student. "Vor zwei Jahren waren sogar Israelis da - die haben beispielsweise eine ganz andere Definition von Frieden als wir", erklärt der gebürtige Cottbuser.

Jakob Lehmann ist kein Neuling in Sachen Kirche. Als Sohn eines Kreisjugendwarts und einer Pfarrerstochter kommt er aus einem stark christlich geprägtem Elternhaus. Seit Jahren engagiert er sich für die kirchliche Jugendarbeit. Das angestaubte Image der Kirche ist für ihn schon längst obsolet. "Wir sitzen ja nicht den ganzen Tag da und beten. Wir feiern genauso wie andere Jugendliche. Für mich hat die Jugendarbeit der Kirche ziemlich viel mit Lagerfeuerromantik zu tun", meint er. Dennoch sieht er die Peace Academy an der Frauenkirche nicht als eine rein religiöse Veranstaltung. Es gehe einfach darum, ins Gespräch zu kommen - egal ob man glaube oder nicht. "Genauso wie Christen waren bisher immer auch Muslime und Juden dabei", berichtet er.

In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto: "Gewissensfreiheit. Riskier was!" Die Jugendlichen im Alter von 16 bis 28 Jahren sollen also darüber nachdenken, welchen Wert für sie das Gewissen in verschiedenen Handlungsoptionen eigentlich hat. Wie beeinflussen persönliche und politische Grenzen, Konflikte oder konkrete Lebenseinstellungen bestimmte Entscheidungen?

Bisher haben sich, so wie Jakob, Teilnehmer aus 16 Ländern - unter anderem aus Armenien, Südafrika und Malaysia - für die Peace Academy vom 6. bis 9. Juni auf dem Neumarkt angemeldet. Auch jetzt können sich Interessenten noch über die Webseite der Veranstaltung dafür registrieren. Alle zwei Jahre gibt es eine Peace Academy in der sächsischen Landeshauptstadt. 2012 kamen 490 Teilnehmer aus 19 Ländern nach Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2014

Schädlich, Susann

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