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Kursänderung: Gagfah will plötzlich in Dresden expandieren

Kursänderung: Gagfah will plötzlich in Dresden expandieren

Noch vor einem halben Jahr wollte die Gagfah ihre 38000 Wohnungen in Dresden abstoßen und der sächsischen Landeshauptstadt den Rücken kehren. Gestern kündigte der frischgebackene neue Vorstandsvorsitzende des Immobilienkonzerns, der aus dem Ruhrgebiet stammende Thomas Zinnöcker, einen radikalen Kurswechsel an.

Sein Vorgänger Stephen Charlton, dem die Pendelei nach Deutschland zu viel wurde und der in seine Heimat Großbritannien zurückgekehrt ist, hatte im Februar unter Dach und Fach gebracht, dass die Gagfah ihren Dresdner Bestand behält und dafür ein günstiges Darlehen der "Bank of America" bekommt (DNN berichteten). Thomas Zinnöcker reicht das nicht: "Angesichts der guten Marktdaten in Dresden ist es wahrscheinlich, dass wir in nächster Zeit wieder bestehende Objekte dazu kaufen", betonte der langjährige Chef der GSW Immobilien AG. Offen ließ er, ob er beim Thema Expansion in Richtung jener Filetstücke schielt, die die Gagfah 2006 beim Kauf der Dresdner Woba übernommen, aber mittlerweile verkauft hat. In diese Kategorie würde zum Beispiel das markante Hochhaus nahe des Straßburger Platzes fallen.

Derweil hält der 52-jährige Thomas Zinnöcker an dem gegebenen Versprechen fest, wonach die Gagfah in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro in ihre Wohnungen in Dresden investieren wird. "Bei unseren Instandhaltungsmaßnahmen wird von der kaputten Badewanne bis zur neuen Küche alles dabei, aber von Wohnung zu Wohnung verschieden sein", sagt Zinnöcker.

Nach Angaben von Martina Pansa, der Gagfah-Regionalverantwortlichen, wird bis spätestens Ende dieses Jahres geprüft, in welche Objekte das Geld fließt. Heiße Kandidaten sind nach DNN-Informationen sowohl marode Gebäude an der Kipsdorfer als auch an der Nicolaistraße, die nicht zu den schlechtesten Lagen von Dresden zählen. Dass die Gagfah dadurch ihr Gesicht verändert, glaubt Zinnöcker nicht. Mit einer Durchschnittsmiete von deutlich unter fünf Euro pro Quadratmeter gilt das Unternehmen als ein billiger Vermieter in der Stadt, wurde in der Vergangenheit aber auch oft dafür kritisiert, in den Wohnungen kaum etwas zu machen. "Wir sind nicht im Luxus-Segment tätig und werden auch im Zuge von Modernisierungen nicht solch eine Richtung einschlagen", meint der Vorstandsvorsitzende.

Derweil rechnet er Gagfah-intern demnächst mit großen Veränderungen, wenn die Fortress-Gruppe ihre Beteiligung verkaufen sollte. "Wie ich es bereits bei der GSW erlebt habe, könnten vielleicht auch bei der Gagfah künftig Pensionsfonds und Lebensversicherer die Mehrheit der Aktien halten, denn diese streben Stabilität, Kontinuität und eine durchschnittliche Rendite an. Für die Wohnungsbestände in Dresden ändert sich aber so oder so nichts", verspricht Zinnöcker. Fortress habe als so genannter "Private-Equity-Investor" kein Interesse an einem dauerhaften Engagement gehabt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2013

Christoph Stephan

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