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Kuna und Talera werden Dresdens Koalas

Kuna und Talera werden Dresdens Koalas

Jetzt wird's konkret: Kuna und Talera heißen die beiden Koalas, die Dresden aus dem Duisburger Zoo bekommt. Es sind zunächst zwei Männchen. Kuna ist zehn, Talera drei Jahre alt.

Ein Weibchen für die zwei possierlichen Gesellen - vermutlich auch aus Duisburg - soll später folgen. Die beiden Kerlchen können ihre Reise nach Dresden antreten, sobald das letzte "Einreisepapier", die Genehmigung aus San Diego, vorliegt.

Noch wissen Kuna und Talera mit ihren großen empfindlichen Nasen, den wuscheligen Ohren und dem dichten weichen Fell nichts von ihrem unmittelbar bevorstehenden Umzug nach Dresden. Im Moment wohnen sie noch im Duisburger Zoo. Sie teilen sich dort ein etwa 25 Quadratmeter großes und vier Meter hohes Gehege mit zwei weiteren Männchen, die wie sie selbst hinter den Kulissen leben, und fünf Weibchen mit zwei Jungtieren.

Olaf Lohnitz und zwei weitere Pfleger im Prof. Brandes-Haus haben sich ihre künftigen Schützlinge schon mal in Duisburg angeschaut. "Kuna kommt ursprünglich aus San Diego, er lebt schon viele Jahre in Duisburg, ist also ein gestandener Mann", berichtet Lohnitz. Talera mit seinen drei Jahren sei hingegen eben erst geschlechtsreif geworden. "Wie alle Koalas sind die beiden ruhig und umgänglich", weiß der Tierpfleger. Im Vergleich zu ihnen seien Faultiere regelrecht hyperaktiv, meint er schmunzelnd. Immerhin schlafen Koalas 20 Stunden am Tag. "Sie sitzen meist in Astgabeln, rollen sich zusammen und machen dann ihr Nickerchen", sagt Lohnitz.

Die australischen Beuteltiere zu halten ist alles andere als einfach: Eine Schwierigkeit besteht darin, den richtigen Eukalyptus zu verfüttern. "Koalas sind wählerisch, sie fressen nicht nur ausschließlich Eukalyptus-Blätter, sondern wechseln gern auch mal die Sorte", berichtet der Pfleger. In Graupa würde bereits seit zwei Jahren Eukalyptus angebaut. "Um zu testen, wie er den Koalas schmeckt, haben wir ihn nach Duisburg geschickt und die Rückmeldung bekommen, dass unser sächsischer Eukalyptus hervorragend angekommen ist", freut sich Lohnitz.

Um Koalas erfolgreich zu halten, braucht es einige Erfahrung. Einer, der sich bestens auskennt mit diesen Beuteltieren, ist Dr. Udo Reiter, Kurator im Duisburger Zoo. "Koalas sind nicht unbedingt Kuscheltiere, schauen Sie sich mal ihr Gebiss und die scharfen Krallen an, damit können sie richtig gut beißen, kneifen und kratzen", sagt er. Um ihn untersuchen zu können, müsse der Koala vom Baum gepflückt werden. "Der Pfleger sollte das Tier beherzt an den Oberarmen fassen, seinen Rücken kräftig gegen die eigene Brust pressen und es immer mit dem Gesicht von sich weg tragen", weiß er. Dresdens Zoo-Tierarzt Dimitri Widmer, der zwischen 2008 und 2012 die Koalas in Duisburg verarztet hat, ergänzt: "Einmal im Jahr legen wir die Koalas in Narkose, um ihnen Blut abzunehmen, Röntgenaufnahmen zu machen und uns ihre Zähne anzuschauen", berichtet er. Abgesehen davon würden die empfindlichen Geschöpfe einmal pro Woche auf einer Waage gewogen, die auf eine Astgabel montiert worden sei.

Bis Nachwuchs in Sicht ist, wird es in Dresden noch ein ganzes Weilchen dauern. Zunächst sollen die Dresdner Pfleger zeigen, dass sie die beiden Männchen gut halten. Hat sich dann ein Weibchen gefunden, muss der richtige Zeitpunkt für die Verpaarung abgepasst werden. "Die Koalas sind dann nicht mehr ganz so träge wie sonst, laufen auch gern mal auf dem Boden entlang und bellen oder grunzen", berichtet Reiter. Der eigentliche Akt dauere nur ein, zwei Minuten. Und im Übrigen sei auch nicht jedes Weibchen mit jedem Männchen kompatibel.

Hat es geklappt mit der Paarung, kommt das Kleine nach nur 34 Tagen blind und nackt zur Welt und muss mit seinen zwei Zentimetern Länge eigenständig den Weg in den Beutel der Mutter finden, um sich an den Zitzen fest anzudocken. Erst nach gut fünf Monaten schaut es aus dem Beutel heraus und verlässt ihn einen Monat später.

Doch das ist Zukunftsmusik. Erst einmal ist in Dresden alles vorbereitet für die Ankunft der noch unbeweibten Beuteltiere: "Die Anlage im Prof.-Brandes-Haus besteht aus zwei nebeneinander gelegenen Schaugehegen mit Kletterbäumen, die über Sitzmöglichkeiten für die Koalas verfügen", erklärt Widmer. Außerdem würden mit Wasser gefüllte Vasen mit den frischen Eucalyptuspflanzen darin in den Kletterbäumen installiert, aus denen sich die Tiere dann bedienen könnten.

Weil Koalas von Natur aus Einzelgänger sind und sich auf Dauer nicht vertragen würden, bekommen auch Kuna und Talera jeder ein separates Gehege. "In den ersten beiden Wochen wird auf jeden Fall ein Pfleger aus Duisburg in Dresden sein, um sich mit um die Tiere zu kümmern", erklärt Zoochef Karl-Heinz Ukena. Jetzt fehle nur noch ein letztes Papier aus dem Zoo in San Diego (USA), damit Kuna und Talera einreisen können. Hintergrund: 1925 wurden dort die ersten Koalas außerhalb Australiens in einem Zoo zur Schau gestellt. Damals hatte die australische Regierung einen Vertrag mit dem Zoo in San Diego geschlossen, der seitdem wie ein Strohmann über die Haltung der possierlichen Beuteltiere weltweit wacht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.09.2013

Katrin Richter

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