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Künstlerin hat aus Senioren-Interviews interaktives Wissens-Programm "Machina Recordatio" entworfen

Künstlerin hat aus Senioren-Interviews interaktives Wissens-Programm "Machina Recordatio" entworfen

Waren wir alle im Baby-Knast? "Für uns war das normal, das Kind ins Laufgitter zu stecken - da konnten sie nicht weglaufen." Wie komm ich mit meinem Geld über die Runden? "Immer nur das ausgeben, was man hat.

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Immer ganz Ohr: Künstlerin Maria Magdalena Ludewig hat zugehört und eine Erinnerungsmaschine gebaut.

Quelle: Dietrich Flechtner

" Wie war das in den Bomben? "Es war ein wunderbarer Morgen mit lauter Silbervögeln am Himmel - da sind wir in den Luftschutzkeller gegangen." Wie ist Oma gestorben? "Sie ist eingeschlafen, um mit Heinrich wieder zusammen zu sein-"

Die Fragen kommen von Kindern und Enkeln, die Antworten aus der Vergangenheit - in die Gegenwart geholt von einer Zeitmaschine: der "Machina Recordatio", die ab morgen Nachmittag im Dresdner Stadtzentrum auf der Prager Straße vor dem Ibis-Hotel steht und auch im Internet abrufbar ist.

Die Regisseurin Maria Magdalena Ludewig hat dafür zahlreiche Interviews mit Senioren aus Dresden, Berlin und Hamburg geführt, sie nach ihrem Leben und ihren Alltagsstrategien in den vergangenen Jahrzehnten befragt. Sie hat ihnen Fragen vorgelegt, die wohl die meisten jungen Menschen nicht rechtzeitig ihren Großeltern stellen konnten oder wollten - bis es zu spät war.

Die Antworten hat Ludewig verschlagwortet (getaggt) und daraus ein Ratgeber-Programm, eine sprechende Wissensdatenbank gestrickt, die auf Sucheingaben Schlaues, Trauriges, Optimistisches oder auch Praktisches sagt.

Die "Machina Recordatio" ist einerseits via Internet abrufbar, geht aber zur Zeit auch auf eine Städte-Tournee und ist so live in Dresden erlebbar. Auf Einladung des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau wird sie ab heute um 14 Uhr bis zum 8. September auf der Prager Straße Fragen von Passanten beantworten.

Danach verlässt sie die sächsische Landeshauptstadt übrigens noch nicht. So steht sie bis zum 18. September im Alaunpark und vom 19. bis zum 29. September im Festspielhaus Hellerau. Der Eintritt ist frei.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.08.2013

hw

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