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Kubikmeterweise Müll: Nach Wochenenden sind Dresdner Parks und Elbwiesen regelmäßig verdreckt

Kubikmeterweise Müll: Nach Wochenenden sind Dresdner Parks und Elbwiesen regelmäßig verdreckt

Einmal mehr schönes Wetter am Wochenende – und wieder tonnenweise Müll. Vor diesem Problem steht die Dresdner Stadtverwaltung regelmäßig am Montagmorgen. Tausende Dresdner nutzen am Wochenende bei herrlichem Sonnenschein Elbwiesen, Alaunplatz oder dem Großen Garten zum Feiern - und lassen in vielen Fällen ihren Unrat einfach liegen.

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Der Große Garten ist im Sommer meist gut besucht. doch nicht jeder nimmt seinen Müll anschließend wieder mit (Archivbild).

Quelle: Stephan Lohse

Zurück bleiben dann massenweise leere und teils sogar zertrümmerte Flaschen, verbrauchte Grillkohle, alte Plastikbecher, benutzte Pappteller und hohe Müllberge neben überfüllten Papierkörben. Selbst der eine oder andere Grill und das verbogene Gestänge eines ausgedienten großen Pavillonzelts wurden in diesem Frühsommer schon „vergessen“.

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Ihr Päuschen haben sich diese Müllsammler am Montagmittag auf dem Bischofsweg redlich verdient.

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Die Stadt hat eigenen Angaben zufolge überwiegend entlang der touristischen Hauptachse vom Wiener Platz über Prager Straße, Altmarkt, Schlossstraße, Augustusbrücke und Hauptstraße bis hin zum Albertplatz mit dem Unrat zu kämpfen. Schwerpunkte seien außerdem die zentrumsnahen Elbwiesenbereiche, aber auch Parkanlagen wie der Hohe Stein im Stadtteil Plauen.

Die Stadtreinigung leistet dann schon am Montagvormittag ganze Arbeit. Ein ganzer Haufen prall gefüllter Müllsäcke lag nach dem letzten langen Wochenende am Alaunplatz und trotzdem war noch kein Ende der Arbeit in Sicht. Ein kleines Trüppchen von Müllsammlern kämpfte sich tapfer Meter für Meter vorwärts, um dem Unrat Herr zu werden. „Bei der Reinigung des Alaunparks werden nach einem Wochenende durchschnittlich drei bis fünf Kubikmeter Müll zusätzlich entsorgt. Dafür sind 15 bis 20 Stunden Arbeitszeit nötig“, berichtet Stadtsprecher Karl Schuricht. Zum Vergleich: Mit dieser Menge könnte man gut und gern 50 Hausmülltonnen füllen.

Feiertage oder Veranstaltungen wie das Dixieland-Festival oder das Stadtfest sorgen regelmäßig für eine volle Innenstadt. Zu diesen Anlässen wird der während der Sommermonate ohnehin beschleunigte Takt der Papierkorbentleerungen noch einmal verdichtet. „Die Kosten dafür betrugen beispielsweise für Christi Himmelfahrt und das anschließende Dixieland-Wochenende ca. 3500 Euro“, beziffert Schuricht die Zusatzausgaben aus dem Stadtsäckel.

Bei gutem Wetter an Wochenenden kommt es auch immer wieder zu illegalen Ablagerungen auf innenstädtischen Grünflächen. Obwohl auch am Alaunplatz und an den Elbwiesen im vergangenen Jahr zahlreiche zusätzliche oder größere Behälter aufgestellt wurden, bleibt die Lage nach Angaben Detlef Thiel, dem Chef des Dresdner Grünflächenamtes, kritisch. So stehen am Königsufer zwölf und an den Hauptzugängen des Alaunparks fünf Unterflurpapierkörbe mit je 800 Litern Fassungsvermögen.

Trotzdem verbleibt der Unrat oft auf der grünen Wiese – zum großen Ärger der Stadt. Das Fassungsvermögen der am Alaunplatz bereitgestellten Papierkörbe sei bedeutend höher als die anfallende Müllmenge. „Leider lassen viele Bürger lieber ihre Abfälle einfach liegen, als sie in die bereitstehenden Abfallbehälter einzuwerfen“, heißt es von der Stadtverwaltung.

 Zu besonderen Anlässen stellt die Stadt vor allem an der Prager Straße und am Altmarkt zusätzlich 14 Müllgroßbehälter mit jeweils 240 Litern Fassungsvermögen auf. Derzeit werden drei der Behälter an der Prager Straße erprobt, wo sie noch knapp ein halbes Jahr verbleiben sollen. In dieser Zeit will die Stadt feststellen, wie vandalismusverträglich sie sind und wie gut sie sich ins Stadtbild einfügen. Danach solle eine Entscheidung fallen, ob solche zusätzlichen Entsorgungsstandorte in der Sommersaison von April bis September generell verbleiben oder erweitert werden können.

Auch der Staatsbetrieb Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen ärgert sich regelmäßig mit dem Problem herum. „Die größte Müllkonzentration im Großen Garten stellen wir freitags zum Wochenmarkt und durch die Verwendung von Einwegbechern zum Bierausschank bei Fußballheimspielen fest“, so Schlösserland-Sprecherin Gisela Ohme. Außerdem binde die Beseitigung von Müll nach sommerlichen Picknicks und Grillfesten auf nicht dafür freigegebenen Wiesen die Kapazitäten der Gärtner, die deshalb ihren eigentlichen Aufgaben weniger nachgehen können.

Im Zwinger, auf der Brühlschen Terrasse und am Schloss Pillnitz sind die Papierkörbe ebenfalls oft überfüllt. Die Aufstellung weiterer Mülleimer sei jedoch nicht geplant. Zur Frage, ob die Müllmenge in den vergangenen Jahren angestiegen ist, konnte der Staatsbetrieb keine Aussage treffen. „Nach unserer Beobachtung haben aber vor allem die Picknicks zugenommen, die allgemeine Achtung vor einer historischen Anlage wie dem Große Garten hat dagegen nachgelassen“, sagt Ohme.

Dafür, wie man dem Müllproblem Herr werden könnte, gibt es nach städtischer Ansicht nur eine Lösung: „Jeder nimmt das, was er mitbringt, auch wieder mit oder entsorgt Reste in den vorhandenen Papierkörben. Denn ohne abfallbewusstes Handeln der Mitbürger lässt sich kein sauberes Stadtbild erzielen“. Zur Bekämpfung des Schmutzes gibt es seit April 2012 eine Dreck-weg-Hotline der Stadt. Unter der Rufnummer 115 können die Bürger telefonisch Müllecken melden.

Stefan Schramm

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