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Kritik und Kampfansage nach Hilbert-Brief zum 17. Oktober

Protest gegen Pegida Kritik und Kampfansage nach Hilbert-Brief zum 17. Oktober

Mit seinem Brief-Aufruf zur Teilnahme am Bürgerfest auf dem Neumarkt am nächsten Montag hat Oberbürgermeister (OB) Dirk Hilbert (FDP) nicht nur Zustimmung ausgelöst. Im Gegenteil, die Initiatoren der Aktion „Dresden bleibt bunt“ kritisieren den OB.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP)
 

Quelle: dpa

Dresden.  Mit seinem Brief-Aufruf zur Teilnahme am Bürgerfest auf dem Neumarkt am nächsten Montag hat Oberbürgermeister (OB) Dirk Hilbert (FDP) nicht nur Zustimmung ausgelöst. Im Gegenteil, die Initiatoren der Aktion „Dresden bleibt bunt“, die am vergangenen Donnerstag eine stille Demonstration auf dem Neumarkt organisiert hatten, kritisieren den OB. Nachdem Hilbert eine Woche lang geschwiegen habe zu den Vorfällen am 3. Oktober „erdreiste“ er sich jetzt, zu einem Bürgerfest aufzurufen, schreibt Markus Papperitz im Internet. Der Anmelder der Demo am Donnerstag findet „es falsch, dass Herr Hilbert im Rahmen einer ohnehin in der Frauenkirche stattfindenden Veranstaltung jetzt ein Bürgerfest vor der Frauenkirche abhalten will“. Hilbert sei „jetzt endlich mal aus seinem Dämmerschaf erwacht“, wettert Papperitz.

Die Stadt äußerte sich am Dienstag nicht zu dieser Kritik. „Der Oberbürgermeister möchte den Dialog mit allen Dresdnerinnen und Dresdnern fortsetzen – dazu bietet sich auch das Bürgerfest an“, teilte das Rathaus mit.

Das Bündnis Dresden-Nazifrei kritisierte, Hilbert habe zwei Jahre gebraucht, um zu erkennen, dass es keinen „Dialog mit Rassisten“ geben könne. Den OB und andere „Akteure der Dresdner Zivilgesellschaft“ forderten die Akteure des Bündnisses auf, künftig zu jeder Pegida-Aktion Gegenprotest zu organisieren. Dabei solle sich Hilbert „in die erste Reihe stellen“." "Folgen Sie den guten Beispielen Ihrer Kollegen in Leipzig, Jena oder aktuell Wetzlar und verteidigen Sie mit uns die Demokratie endlich da, wo Sie tatsächlich jeden Montag angegriffen wird: auf den Straßen Dresdens!", sagte Sprecher Albrecht von der Lieth.

Markus Papperitz erwähnt nach seiner Kritik an dem OB auch eine Wortmeldung des Pegida-Anführers Lutz Bachmann in seiner Ablehnung des Bürgerfestes. Wegen dessen Ankündigung, auch am Montag auf dem Neumarkt eine „Raucherpause“ einzulegen, sähen die Organisatoren von „Dresden bleibt bunt“ die Gefahr, dass von der Stadt auch an diesem Tag „nicht das Bild von Freude, Toleranz, Weltoffenheit und fröhlichem Miteinander ausgeht, sondern dass sich die Szenen vom 3. Oktober wiederholen“.

Das Bündnis „Herz statt Hetze“, zu dem unter anderem antirassistische Initiativen, Vereine und Gruppen gehören, hält unterdessen an den am Montag geplanten Demonstrationen fest. Sie sollen um 16 Uhr – und damit eine Stunde vor dem Bürgerfest – an der Technischen Universität und am Bahnhof Neustadt beginnen und in die Innenstadt führen. Um 17.30 Uhr soll der Pirnaische Platz erreicht sein, eine Stunde später der Postplatz. Herz statt Hetze unterstützt das Engagment des Oberbürgermeisters. Beide Veranstaltungen würden sich ergänzen.

Bei der Stadt haben bis Dienstag 16 Organisationen und Einzelpersonen Veranstaltungen am 16. und 17. Oktober angekündigt. Dazu gehört auch Pegida. Die „Patriotischen Europäer“ wollen am Sonntag auf dem Theaterplatz demonstrieren und rechnen dort mit bis zu 10.000 Teilnehmern. Drei Gegenveranstaltungen sind angezeigt.

Allein 12 Veranstaltungen sind am 17. Oktober geplant, darunter zehn, die sich mehr oder weniger direkt gegen Pegida wenden und bei denen Begriffe wie Solidarität, Vielfalt, Weltoffenheit und der Kampf gegen Rassismus im Mittelpunkt stehen.

Von Christoph Springer

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