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Kritik an "Dam Ping"-Plakaten der Handwerkerschaft

Kritik an "Dam Ping"-Plakaten der Handwerkerschaft

Für kritische Diskussionen hat ein Handwerker-Plakat gesorgt, das nur zirka 100 Meter von einem Asia-Imbiss in Dresden-Pieschen mit den Worten wirbt: "Qualität kommt nicht aus Dam Ping".

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Image-Werbung der Handwerkerschaft unter einer Brücke in Pieschen - nicht weit von einem Asia-Imbiss.

Quelle: Jan Gütter

Der Anschlag ist Teil einer Image-Kampagne des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, an der sich auch die Handwerkskammer Dresden beteiligt. "Grenzwertig" "undifferenziert" und "faktisch falsch", kommentierten Mitglieder des Internet-Kontaktnetzwerkes "Facebook" das Plakatmotiv, nachdem der Dresdner AMD-Mitarbeiter Jan Gütter ein Foto des Plakats dort eingestellt hatte.

Denn das Wortspiel mit "Dumping" (Verdrängungspolitik durch Warenverkauf unter Herstellungskosten) und einem vietnamesisch oder chinesisch klingendem Ort mag in einer Stadt, in der Vietnamesen die größte Einwanderergruppe sind und zahlreiche Chinesen an Hochschulen studieren oder arbeiten, nicht unbedingt von allen Bürgern als geschmackvoll empfunden werden.

Zudem wird zwar immer wieder behauptet, "die Asiaten" würden mit ihren qualitativ niederwertigen Dumping-Produkten deutsche Arbeitsplätze vernichten, haltbar ist dieses Argument aber nur schwer: Deutschland ist gegenüber China Netto-Importeur von Hightech-Produkten. Und beste Gegenbeispiele zur Behauptung vom "Asien-Schund" sind die qualitativ nun wirklich hochwertigen iPad und iPhone, die in China endmontiert werden.

Auch der Ausländerrat zeigte sich indigniert: "Wir finden das Plakat schon ein wenig frech und geschmacklos", sagte Vorsitzender Sebastian Vogel. "Und es in der Nähe eines Asia-Imbisses aufzuhängen, ist zumindest unglücklich."

Letzteres sieht auch Andreas Brzezinski ähnlich, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. Allerdings habe nicht die Dresdner Kammer, sondern der Zentralverband und dessen Werbeagentur die Image-Kampagne für das Handwerk entworfen und die Plakate aufgehängt. "Diese Kampagne soll zum Nachdenken anregen und dabei aber auch etwas locker daherkommen", betonte Brzezinski, "Wir wollen damit die Leute keineswegs gegeneinander aufbringen."

Heiko Weckbrodt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.10.2012

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