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Krieg verhindert - Stanislaw Petrow erhält „Dresden-Preis“

Krieg verhindert - Stanislaw Petrow erhält „Dresden-Preis“

Ovationen für eine mutige Entscheidung: Der frühere Sowjet-Offizier Stanislaw Petrow hat am Sonntag den mit 25.000 Euro dotierten „Dresden-Preis“ erhalten.

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Stanislaw Petrow erhielt am Sonntag den "Dresden-Preis" für seinen mutigen Einsatz.

Quelle: dpa

Er hatte in der Nacht vom 25. zum 26. September 1983 im Raketenabwehrzentrum nahe Moskau das Kommando, als ein Computer irrtümlich einen Raketenangriff der USA auf die Sowjetunion anzeigte.

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Das hat uns aus der Bahn geworfen, plötzlich war der Ernstfall eingetreten“, berichtete Petrow.

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Der studierte Systemanalytiker Petrow erkannte einen Fehlalarm und stoppte so eine verhängnisvolle Kettenreaktion. Das Publikum in der Dresdner Semperoper erhob sich von den Sitzen, als der 73-Jährige die Ehrung in Empfang nahm.Die Laudatio hielt der TV-Journalist Claus Kleber. Zunächst wurden Bilder aus seinem Film „Die Bombe“ gezeigt. Der Moderator des ZDF-„heute journals“ war 2009 auf jenem amerikanischen Stützpunkt, von dem der vermeintliche Angriff ausging. Kleber erinnerte an den Kalten Krieg und nannte die Logik der Abschreckung Wahnsinn. „Man musste dafür sorgen, dass der andere weiß: Wer zuerst auf den Knopf drückt, stirbt als Zweiter, aber er stirbt genauso todsicher.“

Petrow habe mit Hirn, Herz, Mut und einem gehörigem Schuss russischer Volksweisheit gehandelt. Sonst hätte Generalsekretär Juri Andropow entscheiden müssen. „Bei Stanislaw Petrow war die Welt in besseren Händen“, sagte Kleber.Petrow schilderte die entscheidenden Minuten in der Kommandozentrale. Er habe seiner Tat nie eine besondere Bedeutung beigemessen.

„Mein Wissen und meine Intuition haben es mir ermöglicht, die richtige Entscheidung zu treffen.“ Petrow verwies darauf, dass er an der Entwicklung des Abwehrsystems mitgearbeitet hatte und es in- und auswendig kannte. Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) würdigte Petrow als Beispiel für Mut und Zivilcourage. Große Taten seien nicht nur mit großen Namen verbunden.

Der „Dresden-Preis“ würdigt das Engagement für Konflikt- und Gewaltprävention und erinnert an das Schicksal der im Zweiten Weltkrieg zerstörten sächsischen Stadt Dresden. Preisstifter sind die Organisation Friends of Dresden und die Klaus Tschira Stiftung aus Heidelberg. Bisherige Preisträger waren der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow, der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim und der amerikanische Kriegsfotograf James Nachtwey.

dpa

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