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Krawalle am 19. Februar 2011 - Berliner steht wegen Landfriedensbruch vor Dresdner Amtsgericht

Krawalle am 19. Februar 2011 - Berliner steht wegen Landfriedensbruch vor Dresdner Amtsgericht

Die Dresdner Südvorstadt und Plauen glichen am 19. Februar 2011 einem Pulverfass. Rund 3000 Rechte hatten sich am Hauptbahnhof zu einem Aufmarsch versammelt. Über zehntausend Gegendemonstranten, die den Aufzug und eine Kundgebung der Neo-Nazis verhindern wollten, positionierten sich in den umliegenden Straßen.

Aber es waren nicht nur friedliche Demokraten unterwegs, sondern auch linksextreme Chaoten, die für eine Eskalation der Gewalt sorgten, Steine und Feuerwerkskörper warfen, Autos beschädigten, Barrikaden anzündeten und Polizeibeamte angriffen. Auch an der Kreuzung Bernhardstraße/Bamberger Straße errichteten am Morgen Polizisten eine Straßensperre, um rechte und linke Gruppierungen zu trennen. Linksextreme durchbrachen die Sperre - mehrere Polizisten wurden dabei verletzt.

Der Berliner Tim H. soll die Aktion koordiniert haben. Seit gestern muss er sich wegen Landfriedensbruch vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Der 36-Jährige soll per Megafon die Massen dirigiert und ihnen Anweisungen erteilt haben wie: sich nicht abdrängen zu lassen und durchzubrechen. Die Polizeibeamten soll er zudem als "Nazischweine" beschimpft haben.Der gelernte Industriemechaniker und jetzige Angestellte der Linkspartei will sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Richter Hans-Joachim Hlavka ist auf Zeugenaussagen und Filmaufnahmen angewiesen, die die Polizei vor Ort gedreht hatte. Die Aufnahmen zeigen eine Menschenmenge an der Straßenkreuzung, die immer wieder Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper nach den Polizisten wirft und dann mit brutaler Gewalt die Sperre durchbricht - unter ihnen, deutlich zu sehen, ein großer Mann mit einem Megafon.

"Wir waren an einem anderen Einsatzort und bekamen dann die Meldung, zur Bamberger Straße zu gehen, da die Kollegen dort Hilfe brauchten. Ein Gruppe Vermummter wollte dort die Sperre durchbrechen", sagte der Polizeibeamte Matthias K. gestern aus. "Ich habe schon einige Demonstra- tionen dieser Art mit ähnlichem Publikum mitgemacht, aber die waren nie so koordiniert. Der Mann mit dem Megafon gab Befehle und die Menge reagierte. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Irgendwie schienen die sich auch noch mit Fahnen Signale zu geben. Dann wurde ein Countdown gezählt und danach erfolgte der Durchbruch. Da war sehr viel Aggressivität zu spüren."

Der 31-jährige Polizist aus Düsseldorf, der für diesen Tag nach Dresden abkommandiert worden war, bekam bei dem Einsatz einen Tritt gegen den Helm, als er einer verletzten Kollegin helfen wollte. Ein anderer Polizist erlitt ein Knalltrauma, als ein Feuerwerkskörper neben seinem Kopf explodierte, der 44-Jährige wird nie wieder seine volle Hörfähigkeit erreichen. Der Prozess wird mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

Am 19. Februar 2011 waren 6300 Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet in Dresden im Einsatz, um ein Aufeinandertreffen von Rechts- und Linksextremisten zu verhindern. 82 Beamte wurden verletzt, sieben von ihnen schwer.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.12.2012

ml

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