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Krawall im Kebab-Haus

Gericht Krawall im Kebab-Haus

Ein Amtsrichter hat am Dienstag einen Alkoholiker zu einer Geldstrafe verurteilt, weil der in einem Kebab-Laden Krawall gemacht hatte.

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Dresden. „Der Alkohol verändert mein Wesen“, sagte Lars B. Dass der 42-Jährige ein Alkoholproblem hat sieht man an seinen zitternden Händen, die er immer wieder zusammenpresst. Der 42-Jährige hat schon bessere Zeiten erlebt. Vor zehn Jahren begann er zu trinken. „Ich komme aus der Gastronomiebranche und bin so zum Alkohol gekommen“, erklärte er. Zudem hat er psychische Probleme und Depressionen und bekommt Medikamente. Lars B. hat sich immer wieder um Entgiftungen und Therapien bemüht – geschafft hat er es nie. Er wurde immer rückfällig. So auch im Oktober 2015. Ein Jahr hatte es Lars B. ohne Alkohol ausgehalten, dann griff er wegen privater Probleme wieder zur Flasche und wanderte betrunken durch die Neustadt. Nach einer Auseinandersetzung und ausländerfeindlichen Äußerungen im Dürüm Kebab auf der Rothenburger Straße soll er, so die Anklage, eine Getränkedose in den Laden geworfen haben, die die Chefin am Kopf traf. Wegen gefährlicher Körperverletzung stand er gestern vor dem Amtsrichter.

Der 42-Jährige räumte den Vorwurf ohne Wenn und Aber ein, eine ausländerfeindliche Einstellung wies er allerdings zurück. Grund für den Ausraster sei ein Obdachloser gewesen. „Wenn ich Geld habe gebe ich denen immer etwas. Vor dem Haus saß ein Obdachloser, der Hunger hatte. Ich bin rein und habe gefragt, ob die dem nicht etwas zu Essen geben können“, erzählte der Angeklagte. Als man dem nicht nachkam und er des Lokals verwiesen wurde, sei er ausgerastet: „Scheißausländer! Ihr habt doch genug“, soll er geschrien haben. Danach griff er sich die Dose, warf sie ins Lokal, traf die Chefin und beschimpfte dann auch noch die anrückenden Polizisten. Das war wirklich dämlich, was ihm am nächsten Tag, als er wieder nüchtern war, wohl selbst aufging. Mit einem Blumenstrauß marschierte er in den Dönerladen und danach zur Polizei, um sich zu entschuldigen. „Ich wollte niemanden treffen. Es tut mir leid, das habe ich nicht gewollt. Ich war betrunken“, sagte er gestern mehrmals. Mag sein, blöd war es trotzdem und gefährlich dazu.

Richter Markus Maier verurteilte den Angeklagten, der bisher strafrechtlich kaum aufgefallen war, zu 90 Tagessätzen à 20 Euro, die der auch abarbeiten oder in Raten zahlen kann. Lars B. hat für sich allein einen kalten Entzug gemacht und beginnt am Montag eine Langzeittherapie. Er will endlich vom Alkohol weg.

Von Monika Löffler

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