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Krankheitsfall - In Dresdens Betrieben und Institutionen gelten verschiedene Regeln

Krankheitsfall - In Dresdens Betrieben und Institutionen gelten verschiedene Regeln

Der Arbeitgeber kann von seinen Mitarbeitern verlangen, dass sie im Krankheitsfall vom ersten Tag an eine Bescheinigung des Arztes über ihre Arbeitsunfähigkeit besitzen.

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Wann muss der Krankenschein beim Arbeitgeber liegen? Will er überhaupt einen sehen? In den meisten Unternehmen gelten recht kulante Regelungen.

Quelle: Jörg Koch/dpad

Erfurt/Dresden . Das hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt jetzt entschieden (DNN berichteten). Die Ausübung dieses Rechts ist für den Arbeitgeber nicht an besondere Voraussetzungen gebunden. Laut Entgeltfortzahlungsgesetz ist der Arbeitnehmer verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag (spätestens also dem 4. Tag) vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen. Das Bundesarbeitsgericht hat in seinem aktuellen Urteil (5 AZR 886/11) nur die Frage behandelt, ob im Fall einer Krankheit der Arbeitnehmer vom ersten Tag an eine ärztliche Bescheinigung (Krankenschein) braucht, um zu Hause bleiben zu können. Dagegen hatte eine Frau geklagt. Das Gericht entschied aber, dass der Arbeitgeber das verlangen darf. Die DNN haben einmal in Betrieben und Institutionen der Region Dresden nachgefragt, wie die Praxis in Krankheitsfällen aussieht.

Ministerien

Im öffentlichen Dienst gelten weitgehend einheitliche Regelungen. Im Finanzministerium beispielsweise und dessen nachgeordnetem Geschäftsbereich sind alle Bediensteten verpflichtet, eine Arbeitsunfähigkeit unverzüglich ihrer Dienststelle anzuzeigen. Die Meldung der Erkrankung - per Telefon, Fax oder Mail - ist sowohl dem unmittelbaren Vorgesetzten, als auch dem Personalreferat zur Kenntnis zu geben. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss der Dienststelle eine ärztliche Bescheinigung über die Dienstunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden allgemeinen Arbeitstag, somit insgesamt spätestens am 4. Tag der Krankheit, vorliegen. Die Bediensteten müssen also nicht vom ersten Tag an ein ärztliches Attest haben. Der Dienstherr kann jedoch eine ärztliche Bescheinigung früher verlangen, als nach 3 Kalendertagen. Davon werde jedoch nur in besonderen Ausnahmefällen Gebrauch gemacht.

Stadtverwaltung Dresden

Wie in den Ministerien wird grundsätzlich auch in der Stadtverwaltung verfahren. Diese Regelung hat für Beschäftigte und Arbeitgeber Vorteile. Der Arbeitnehmer kann sich bei Arbeits- unfähigkeit drei Kalendertage ohne Krankenschein kurieren. Der Vorgesetzte kann Arbeit- nehmer bei offensichtlichem Unwohlsein auch zur Genesung von der Arbeit nach Hause schicken.

Verkehrsbetriebe

Eine Krankschreibung muss innerhalb von drei Tagen vorliegen. In begründeten Ausnahmefällen kann der Schein aber auch schon am ersten Tag eingefordert werden. Das bekommt der Arbeitnehmer gleich mitgeteilt, wenn er sich krank meldet. Das passiere aber ganz selten. Bis drei Tage können mal Stunden abgesetzt oder auch ein "krank" ohne Krankenschein gemacht werden, wenn beispielsweise absehbar ist, dass Magenverstimmung oder Schnupfen morgen wieder weg sind. Das sollte aber nicht inflationär benutzt werden, sonst wird ein Attest verlangt. Spätestens am dritten Tag soll der Krankenschein beim Arbeitgeber vorliegen. Die "Drei-Tage-Frist" sei gewissermaßen eine Kulanzregelung für die Belegschaft, die sich in der Praxis seit Jahren auch so bewährt habe.

Sparkasse

Spätestens nach dem 3. Tag müssen Mitarbeiter der Ostsächsischen Sparkasse Dresden eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit haben und beim Arbeitgeber einreichen. Zum guten Ton gehört es natürlich wie anderenorts auch, sofort Bescheid zu geben, wenn man krank wird. Der Krankenschein kann dann per Post oder persönlich vorgelegt werden.

Schulen

Laut Bildungsagentur in Dresden müssen die Lehrer an Schulen spätestens am 4. Tag einen Krankenschein vorlegen. In begründeten Ausnahmefällen muss bereits vom ersten Tag an ein Attest vorliegen. Dies sei jedoch immer eine Einzelfallentscheidung. Gibt es eine Krankschreibung, so sei diese grundsätzlich "ohne schuldhafte Verzögerung unverzüglich beim Arbeitgeber (Schule) vorzulegen".

Sächsische Staatsoper

Für die Mitarbeiter gelten neben dem Entgeltfortzahlungsgesetz die einschlägigen Tarifverträge sowie die Hausordnung. Danach hat im nicht künstlerischen Bereich spätestens ab dem 4. Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit ein ärztliches Attest vorzuliegen. Es kann seitens des Arbeitgebers aber auch früher verlangt werden. Bereits am 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit hat der Arbeitnehmer in geeigneter Weise (das kann jedes Kommunikationsmittel sein) seinen zuständigen Leiter sowie die Personalabteilung zu informieren.

Globalfoundries

Bei dem Halbleiterhersteller (rund 3400 Mitarbeiter) werden im Krankheitsfall vom ersten Tag an ärztliche Bescheinigungen verlangt. Gleichzeitig sollte auch am ersten Tag das Unternehmen über die Arbeitsunfähigkeit informiert werden. Der Krankenschein kann dann innerhalb von drei Tagen beim Arbeitgeber vorgelegt werden.

Macrander Hotels Dresden

"Wir erwarten von unseren Mitarbeitern in erster Linie, dass sie sich frühzeitig krankmelden, da kurzfristige Ausfälle in erster Linie den Kollegen schaden", erklärt Geschäftsführer Johannes Lohmeyer von den Macrander Hotels in Dresden (Holiday Inn, Best Western). Die Mitarbeiter können bis zu drei Tage ohne Attest zu Hause bleiben. Lohmeyer: "Das ist für uns wirtschaftlicher, da viele Ärzte offenbar nicht wissen, dass man Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auch für kürzere Zeiträume als fünf Tage ausstellen kann." Spätestens am 4. Krankheitstag muss der Krankenschein vorliegen. Handlungsbedarf gebe es nach dem Urteil nicht. Der Krankenstand sei verschwindend gering. "Unsere Mitarbeiter gehen damit sehr verantwortungsbewusst um", sagte der Geschäftsführer.

EADS Dresden

Die Elbe Flugzeugwerke (EFW) Dresden, die zum europäischen Luftfahrtkonzern EADS gehören, und mit rund 1100 Mitarbeitern Flugzeuge umrüsten und warten, halten sich beim Thema Krankenschein an den gültigen Tarifvertrag für die Metall- und Elektrobranche. Daher tangiere sie das Urteil eigentlich nicht. Wie EFW-Sprecher Christopher Profitlich erklärte, müssen alle Mitarbeiter, die noch nicht fünf Jahre im Unternehmen sind, für jeden Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung beibringen. Allerdings reiche am ersten Tag eine Information per Telefon, SMS oder Mail - der Krankenschein müsse erst am vierten Tag tatsächlich vorliegen. Für Beschäftigte, die schon länger als fünf Jahre für EFW arbeiten, gelte eine vertrauensvollere Regelung: Die könn- ten bei Krankheit drei Tage zu Hause bleiben, ohne sich in ein volles Arztzimmer setzen zu müssen. Erst vom vierten Tag an benötigten auch sie ein ärztliches Attest. Oder stünden eben wieder bereit.

Gläserne VW-Manufaktur

Auch VW in Dresden pflegt die Differenzierung nach Beschäftigungsjahren, erklärt der Sprecher der Manufaktur, Christian Haacke. Wer bis zu fünf Jahren dabei ist, benötige den Schein vom ersten Tag an, könne ihn aber am vierten liefern. Wer länger angestellt ist, dürfe drei Tage ohne Attest fehlen. "Wir werden prüfen, ob und wie wir das Urteil für die Manufaktur adaptieren müssen", sagte Haacke. DNN

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.11.2012

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