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Krankenhaus St. Josepf-Stift soll gGmbH werden

Krankenhaus St. Josepf-Stift soll gGmbH werden

Das Dresdner Krankenhaus St. Joseph-Stift hat einen exzellenten Ruf. Viele Menschen schätzen die warme und herzliche Atmosphäre in dem katholischen Krankenhaus.

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Der Kaufmännische Direktor Sven Ulrich Langner und sein Stellvertreter Peter Pfeiffer (re.) bereiten die Umwandlung des Krankenhauses St. Joseph-Stift in eine gGmbH vor.

Quelle: Carola Fritzsche

Von Katrin Tominski

Doch das St.-Joseph-Stift hat ein Problem: Es gibt keinen Nachwuchs für die Ordensschwestern. Auch deshalb wird die Stiftung in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt. Die DNN sprachen mit dem Kaufmännischen Direktor Sven Langner und dem Chef-Controller Peter Pfeiffer.

Frage: Sie wollen das Katholische Krankenhaus in eine gemeinnützige GmbH umwandeln. Warum?

Dr. Sven Langner: Das Krankenhaus und auch die Stiftung, zu der das St. Joseph-Stift gehört, wurden vor mehr als 100 Jahren von Ordensschwestern gegründet. Doch leider nimmt die Zahl der aktiven Ordensschwestern in den Krankenhäusern ab. Der Nachwuchs fehlt. Die Schwestern möchten jedoch, dass ihr Werk in ihrem Sinne fortgeführt wird.

Wieso gelingt es Ihnen nicht, Nachwuchs zu finden?

Dr. Sven Langner: Diese Tendenz ist in ganz Deutschland zu beobachten. Während die Ordensgemeinschaften in Osteuropa, Südamerika und Afrika viel Zulauf erfahren, ist dies in Deutschland - und eben auch in Dresden - nicht der Fall. Ordensschwester zu werden, ist eine Glaubens- und Lebensentscheidung.

Wie viele Schwestern arbeiten noch am St. Joseph Stift?

Peter Pfeiffer: Derzeit arbeiten noch zwei Ordensschwestern im Krankenhaus. Im Schwesternkonvent auf dem Gelände des Krankenhauses wohnen aber weitaus mehr. Die meisten sind aber bereits im Rentenalter und somit aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Ende 2003 wohnten bei uns noch etwa 50 Schwestern, jetzt sind es nur noch 35. Viele davon sind mittlerweile älter als 70; einige müssen inzwischen selbst gepflegt werden. Dazu wird im Schwesternkonvent ein eigenes Pflegeheim betrieben, das aber nur Ordensangehörigen offen steht.

Was wird sich mit der GmbH ändern?

Dr. Sven Langner: Die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit werden von der Rechtsformänderung kaum etwas bemerken. Die Überführung des St. Joseph-Stifts in eine GmbH ist Bestandteil eines Konzepts der Stiftung "Katholische Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth", zu der sieben Krankenhäuser in ganz Deutschland gehören, die alle in eigenständige gemeinnützige GmbHs umgewandelt werden sollen.

Nun war die Umwandlung in eine gGmbH ja ein großer Streitpunkt bei den Städtischen Krankenhäusern.

Dr. Sven Langner: Die GmbH ist in der deutschen Krankenhauslandschaft inzwischen eher die Normalität, als die Ausnahme und bietet einige Vorteile. So ist beispielsweise der Abschluss von Verträgen einfacher. Für Mitarbeiter, Patienten, Einweiser oder Krankenkassen ergeben sich keine spürbaren Veränderungen.

Sie haben in Dresden einen exzellenten Ruf. Was ist das Besondere bei Ihnen?

Dr. Sven Langner: Wir freuen uns natürlich über solche Rückmeldungen. Selbst lässt sich das nur beurteilen, wenn uns die Patienten berichten, wie sie den Krankenhausaufenthalt erlebt haben. Viele schätzen die warme und menschliche Atmosphäre. Sie fühlen sich nicht nur medizinisch, sondern auch zwischenmenschlich sehr gut aufgehoben.

Peter Pfeiffer: Wir nennen das zuwendungsorientierte Medizin. Das bedeutet auch, dass Arzt und Schwestern möglichst immer für den Patienten verfügbar sind. Das klappt natürlich nicht immer, aber diesen Grundsatz nehmen wir sehr ernst, wie im Übrigen die meisten konfessionellen Krankenhäuser.

Das Konzept der Nächstenliebe schreiben sich viele Krankenhäuser auf die Fahnen, doch nicht allen gelingt es, dieses umzusetzen. Wie schaffen sie es, diesem Anspruch trotz Kostendruck auf dem Gesundheitsmarkt gerecht zu werden?

Dr. Sven Langner: Das liegt zum einen an unserer Größe. Wir sind ein überschaubares Krankenhaus, in dem sich viele Mitarbeiter stark identifizieren. Das hängt natürlich auch mit dem Glauben zusammen. Außerdem pflegen wir ein Gemeinschaftsgefühl: wir feiern gemeinsame Feste, begehen christliche Feiertage und zeichnen langjährige Mitarbeiter aus. Viele sind schon sehr lange Jahre bei uns. Nur wenn sich Ärzte und Schwestern innerlich wohl fühlen, können sie auch den Patienten wirksam helfen.

Dürfen nur konfessionell gebundene Mitarbeiter bei Ihnen arbeiten?

Dr. Sven Langner: Nein, natürlich sind uns auch Ärzte und Schwestern ohne Religionszugehörigkeit willkommen. Grundsätzlich sollten aber unsere Mitarbeiter die christliche Grundhaltung des Hauses mittragen.

Viele Krankenhäuser in Deutschland kämpfen mit der Insolvenz. Wie ist das St. Joseph-Stift wirtschaftlich aufgestellt?

Peter Pfeiffer: Bislang gelingt es uns, gut zu wirtschaften. In den vergangenen Jahren haben wir positive und ausgeglichene Ergebnisse erzielt. Über bauliche Maßnahmen haben wir Strukturen besser und effizienter gestalten können.

Sieht die Zukunft auch so optimistisch aus?

Peter Pfeiffer: Wir hoffen natürlich, dass es auch in den nächsten Jahren so weitergeht. In Dresden sind die Patientenzahlen in den Krankenhäusern und damit verbundene Einnahmen zwar gewachsen. Doch durch die Tarifentwicklung steigen die Ausgaben momentan stärker als die Einnahmen. Auch wir sind an die Tarifabschlüsse und die Lohnsteigerungen des Öffentlichen Dienstes und die damit verbundenen Lohnsteigerungen von 6,5 Prozent gebunden. Das macht sich bemerkbar.

Zusätzliche Belastungen entstehen, weil die Bundesländer - so auch der Freistaat Sachsen - aufgrund von Haushaltsproblemen den Krankenhäusern immer weniger Fördermittel für Investitionen zur Verfügung stellen. Deshalb müssen abgenutzte medizinische Geräte zunehmend aus eigenen Mitteln ersetzt werden. Auch der ambulante Bereich ist chronisch unterfinanziert. Sein Anteil liegt jedoch bei uns nur bei vier bis fünf Prozent, deswegen schlagen die Defizite nur in geringem Maße zu Buche.

Das St. Joseph-Stift liegt in der Johannstadt - einem Stadtviertel mit vielen älteren Menschen?

Dr. Sven Langner: Das stimmt. Deswegen steht der ältere Mensch zunehmend im Mittelpunkt unserer Zukunftskonzepte. Bis 2020 wird die Zahl der über 80-Jährigen um mehr als 50 Prozent steigen. Das ist eine medizinische Herausforderung. Schon jetzt ist ein Drittel unserer Patienten im Rentenalter. An diese Entwicklung werden wir uns anpassen. Im September zum Beispiel eröffnen wir einen neuen Bereich für Geriatrie (Altersmedizin). Seit 2000 versorgen wir Patienten auf unserer Palliativstation.

Ein Krankenhaus nur für Rentner?

Dr. Sven Langner: Nein, natürlich nicht nur. Die Geburt - also der Beginn des Lebens - spielt bei uns eine ebenso große Rolle. Die "DDR-Rekordzahl" von jährlich 1700 Geburten haben wir zwar noch nicht erreicht, aber aktuell liegen wir bei 1360 Babys im Jahr, Tendenz steigend. Seit 2011 sind wir als "Babyfreundliches Krankenhaus" zertifiziert.

www.josephstift-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2012

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