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Krankenhaus-Reform soll im Mai beginnen

Krankenhaus-Reform soll im Mai beginnen

Nach dem Bürgerentscheid warten Politiker und Ärzte jetzt gespannt auf die Ergebnisse eines Gutachten. Experten wollen darin formulieren, wie die städtischen Krankenhäuser vor einer Abwärtsspirale bewahrt werden können.

"Die politische Entscheidung ist mit dem Bürgerentscheid gefallen, die Probleme sind jedoch trotzdem gegenwärtig", sagte Bürgermeister Detlef Sittel (CDU). Die DNN beantworten die wichtigsten Fragen zum Fahrplan der nächsten Wochen.

m Um welche Studie handelt es sich?

Das Gutachten des Instituts für Betriebswirtschaftliche und Arbeitsorientierte Beratung (BAB) wurde von Sittel im November des vergangenen Jahres in Auftrag gegeben. Ziel war ursprünglich, ein umfassendes Konzept für die Umstrukturierung der Krankenhäuser in eine GmbH zu entwickeln. Nach der Absage dieser Pläne durch den Bürgerentscheid möchte die Stadt das Gutachten trotzdem nutzen, um die Strukturen der Krankenhäuser zu reformieren. Damit sollen die Eigenbetriebe leistungsfähiger gemacht und ihre Defizite abgebaut werden.

m Reicht es nicht, auf ein besseres Haushaltsjahr zu warten?

Nein, das genügt nicht. Wie alle Krankenhäuser in Deutschland leiden die Dresdner Häuser daran, dass die Kosten stärker steigen als die Einnahmen. Diese sind durch feste Budgets der Krankenkassen nach oben gedeckelt sind. Also bleibt nur die Möglichkeit, Kosten zu reduzieren. Hinzu kommt, dass die ambulanten Behandlungen nur mit wenig Geld vergütet werden. "Wir sind auch, sogar zu einem großen Teil von bundesweiten Rahmenbedingungen abhängig", erklärte Sittel.

m Wie hoch sind die Defizite?

Die aktuellen Wirtschaftsberichte der Krankenhäuser liegen in den nächsten Tagen vor. Demnach hat das Krankenhaus Friedrichstadt im vergangenen Jahr Verluste von 2,5 Millionen Euro eingefahren. In Krankenhaus Neustadt betrugen die Defizite sogar 3,5 Millionen. Damit häufen sich die Verluste auf über 14 Millionen Euro.

m Sind die Häuser ein Sanierungsfall?

"Wir haben grundsätzlich zukunftsfähige Häuser", erklärte Bürgermeister Detlef Sittel. Das Gutachten bescheinigte den Krankenhäusern bei den Zwischenergebnissen "großes Entwicklungspotenzial". Sie seien in der Dresdner Krankenhauslandschaft fest verankert. Trotzdem warnten die Experten davor, dass die Krankenhäuser zum Sanierungsfall werden. Die Defizite müssten unbedingt gesenkt werden.

m Wo entstehen die Verluste?

Schwierig erweisen sich für die Krankenhäuser die ambulanten Behandlungen. Die Kassen zahlen nicht viel und nur für eine bestimmte Anzahl von Patienten. Wenn mehr Patienten kommen als berechnet, legen die Krankenhäuser drauf. Einsparpotenzial gibt es auch bei den Laboren. Allerdings werden die Möglichkeiten eher gering eingeschätzt. "Der Anteil der Laborkosten an den Gesamtkosten beträgt etwa fünf Prozent", sagte Thomas Demant, Ärztlicher Direktor in Friedrichstadt.

m Wie viel kostet das Gutachten?

Das BAB-Gutachten umfasst eine umfassende Analyse des Ist-Zustands und entwickelt Strategien, wie die Krankenhäuser Geld sparen können. Dafür bekommen die Gutachter alle relevanten medizinischen und betriebswirtschaftlichen Daten übergeben. Um sich ein genaues Bild zu machen, führen sie außerdem Interviews mit den Mitarbeitern. Das Gutachten kostet 150 000 Euro.

m Wann liegen die Endergebnisse vor?

Das fertige Gutachten mit Zukunftskonzept wird am 25. April im Krankenhausausschuss vorgestellt. "Die innere Optimierung kann sofort beginnen, wenn die endgültigen Ergebnisse vorliegen", erklärte Sittel. Gleich nach der Veröffentlichung werde über die Umsetzung der einzelnen Projekte beraten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.03.2012

kt

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