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Krankenhaus Neustadt hängt am Tropf der Stadt

Krankenhaus Neustadt hängt am Tropf der Stadt

Die wirtschaftliche Entwicklung des städtischen Krankenhauses Neustadt ist besorgniserregend. Das geht aus dem aktuellen Management-Report der Klinik hervor, der morgen im Krankenhaus-Ausschuss des Stadtrates besprochen werden soll.

In dem Papier heißt es: "Gemeinsam mit der Krankenhausleitung muss im Rahmen der Wirtschaftsplanung kritisch eingeschätzt werden, ob und wann der Eigenbetrieb nach Umsetzung aller Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielen kann. Sollte dies mittelfristig nicht möglich sein, müssen weiter reichende Maßnahmen geprüft werden."

Welche Maßnahmen das sein sollen, wird im Report nur angedeutet: Da ist von der "Verdichtung der vorhandenen personellen Ressourcen" und der "personellen und infrastrukturellen Stärkung der sich positiv entwickelnden Leistungsbereiche" die Rede. Zugleich heißt es: "Andere Bereiche müssen deutlicher hinterfragt werden." Das klingt nach Schließung von Stationen. Außerdem seien Investitionen kritischer zu planen, gegebenenfalls zu verschieben und später neu zu planen.

Der Eigenbetrieb Krankenhaus Neustadt kann seine Liquidität nur noch mit Hilfe von Kassenkrediten sichern. 14 Millionen Euro Schulden haben sich angehäuft, für dieses Jahr sagt der Report einen weiteren Bedarf an "frischem Geld" von drei Millionen Euro voraus. Der genehmigungsfreie Kassenkreditrahmen werde spätestens 2015 überschritten. Und: Die Krankenhausleitung will für die laufende Betriebsführung Gelder aus dem städtischen Doppelhaushalt für 2015/2016 erhalten.

Die Ergebnisse des Krankenhauses Neustadt hinken allen Vorgaben hinterher. Setzt sich die Entwicklung fort, steht am Ende des Jahres ein Minus von rund 3,5 Millionen Euro in den Büchern - geplant war ein Defizit von rund zwei Millionen. Der Grund dafür liegt darin, dass die Klinik die Fallzahlen nicht in der geforderten Größenordnung steigern konnte. Es wurden 680 Patienten weniger als vorgegeben behandelt.

Wesentlich stabiler ist die Lage des Städtischen Krankenhauses Friedrichstadt, das zwar in diesem Jahr auch noch Rote Zahlen erwirtschaften wird, aber weniger als geplant. Rund 1,4 Millionen Euro Miese darf die Klinik machen, bei etwa 1,25 Millionen Euro wird das Defizit liegen, wenn sich die Entwicklung des ersten Quartals fortsetzt.

Die beiden Städtischen Krankenhäuser werden nach einem von den Linken initiierten Bürgerentscheid als Eigenbetriebe geführt. Sie sollen ab 2015 keine Defizite mehr erwirtschaften.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.06.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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