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Kräutersiedlung in Gorbitz soll ab 2014 erweitert werden

Kräutersiedlung in Gorbitz soll ab 2014 erweitert werden

In Gorbitz kommt Farbe ins Spiel. Die Wohnwürfel Leutewitzer Ring 3 bis 9 am unteren Teil der Höhenpromenade erstrahlen in warmem Rot und Orange.

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Die Skulptur "Die Lesende" bildet das Zentrum des neuen Lesegartens im Innenhof des Leutewitzer Ring 7/9. Landschaftspfleger Sven Peter ist hier mit der Befestigung der soeben gepflanzten Bäumchen beschäftigt, die im kommenden Frühjahr den Gorbitzern zusätzliches Grün spenden werden.

Quelle: Carola Fritzsche

Von Jane Jannke

Die Eisenbahner Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) hat hier Senioren ein bedürfnisgerechtes Zuhause geschaffen. Die rührige Genossenschaft hat sich in den letzten Jahren rege um die Aufwertung des einstigen Problemviertels bemüht. Stand in den ersten Jahren der Rückbau von leer stehenden Quartieren an, liegt der Schwerpunkt heute auf der Sanierung und Wohnumfeldgestaltung. Der Lesegarten, der derzeit im Hof des Blockes Leutewitzer Ring 7/9 entsteht, ist ein solches Projekt. In der Mitte der neuen Parkanlage trifft man auf eine alte Bekannte: "Die Lesende", die einst ihren Platz vor der früheren Bibliothek hatte.

Ein weiteres EWG-Großprojekt steht derweil in den Startlöchern. Die Brache zwischen Kamillenweg und Schlehenstraße wirkt seit sieben Jahren wie eine Kluft inmitten des Wohngebietes. 2004 ließ die EWG hier Wohnblöcke abreißen, weil die Banken den Kredit für die Erweiterung der Kräutersiedlung verweigerten. Zunächst sollten auf dem Areal Einfamilienhäuser entstehen. "Die wurden aber nicht gut nachgefragt", so EWG-Chef Jürgen Hesse. Deshalb sind nun ab 2014 Neubauten geplant, die gestalterisch an die Kräutersiedlung angelehnt sind. So könnte das preisgekrönte Stadtumbaumodell nach zehn Jahren Pause doch noch eine Fortsetzung finden.

Die Schattenseite der Aufwertung: Die Angst geht um vor steigenden Mieten. Um das soziale Gleichgewicht zu halten, will die EWG jedoch auch künftig ein Kontingent an preiswerten, aber dennoch modernen Wohnungen vorhalten. Hier unterscheide man sich wesentlich von der Gagfah, die kaum in ihre 4000 Gorbitzer Wohnungen investiere und damit zur Herausbildung sozialer Brennpunkte beitrage.

Noch senioren-, familien- und behindertenfreundlicher soll Gorbitz künftig werden, denn sowohl der Anteil der über-60-Jährigen im Viertel als auch der der jungen Erwachsenen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch das kostet. "Seit der Bund die Mittel im Rahmen des Förderprogrammes 'Soziale Stadt' zurückgefahren hat, ist vieles ins Stocken geraten", kritisiert Quartiermanager Ulrich Krause. Manches Projekt müsse sogar ganz gestrichen werden, wie beispielsweise das "gemeinsame Lernen" in Kooperation mit TU-Studenten. Dabei seien gerade Bildungs- und Präventionsarbeit in Gorbitz immens wichtig, denn nach wie vor gebe es hier eine Vielzahl an sozialen Problemlagen. Selbst Krauses Arbeitsplatz im 2006 eröffneten und über Fördermittel finanzierten Quartiermanagement ist keinesfalls gesichert.

Keinen Cent gab es 2011 für Gorbitz aus dem "Soziale-Stadt"-Fördertopf, zieht Kathrin Kircher vom Stadtplanungsamt die ernüchternde Bilanz. "Glücklicherweise haben wir aber aus übrig gebliebenen Mitteln der Vorjahre schöpfen können." Und so konnte die Stadt im Herbst dennoch mit der Erneuerung der Wege und Grünflächen entlang der Höhenpromenade beginnen. Unter anderem soll dabei das Gefälle der Rampen verflacht werden. Behinderte und Eltern mit Kinderwagen können dann gefahrlos flanieren. Am Amalie-Dietrich-Platz nimmt derweil die Umgestaltung der Südseite Form an. Großzügige Grünanlagen und Aufenthaltsbereiche sollen hier zum Jahresende das Bild prägen. Das bisherige Grau der Kiesbetonplatten weicht kleinteiligem Pflaster und neuen Treppen zum Gorbitzhof. Im ähnlichen Stil folgt Anfang 2012 die Nordseite, hier ist unter anderem ein öffentliches WC geplant. Insgesamt werden die Maßnahmen entlang der Höhenpromenade bis 2015 drei Millionen Euro verschlingen.

Unterdessen macht Kathrin Kircher für das kommende Jahr Hoffnung auf mehr Fördermittel. "Das Programm 'Soziale Stadt' wird definitiv weitergeführt, und im nächsten Jahr ist für Gorbitz wieder eine - wenn auch kleine - Summe drin." Dennoch müssten auch Stadt und Land künftig ihre Verantwortung stärker wahrnehmen, sagt Quartiermanager Krause. "Zugeständnisse nützen wenig, wenn anschließend das nötige Geld statt nach Gorbitz in die Innenstadt fließt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.12.2011

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