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Koranverteilung der Salafisten auch in Dresden? - Bisher liegt der Stadt keine Anmeldung vor

Koranverteilung der Salafisten auch in Dresden? - Bisher liegt der Stadt keine Anmeldung vor

In den Fußgängerzonen einer ganzen Reihe von Städten in Deutschland sollen an diesem Samstag Gratis-Korane verteilt werden - ein Geschenk der islamistischen Salafisten.

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In Dresden sollen am Samstag Korane verteilt werden. Der Hintergrund der Aktion ist allerdings höchst umstritten.

Quelle: dpa

Die vom Verfassungsschutz beobachtete extremistische Gruppe drängt an die Öffentlichkeit. Angeblich ist die Aktion bundesweit in etwa 30 Städten geplant, darunter auch in Dresden, wo der Stand auf der Prager Straße stehen soll. Der sächsische Verfassungsschutz bestätigte gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk die Aktion.

Bei der Landeshauptstadt Dresden weiß man dagegen offiziell nichts von einem Aktionsstand. Es sei kein Antrag auf Sondernutzung bei der Verwaltung eingegangen, sagte Stadtsprecherin Nora Jantzen auf Anfrage von DNN-Online.

Schon am Ostersamstag waren die traditionell gekleideten Männer allein in Nordrhein-Westfalen in 13 Städten aktiv. Insgesamt 25 Millionen Exemplare wollen sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter die Leute bringen.

Der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen schätzt die von dem salafistischen Prediger Abou Nagie organisierte Aktion als „aktuellsten Ausdruck der offensiven Missionierungsarbeit dieser islamistischen Strömung" ein. Was sich vordergründig eine Verteilaktion nenne, sei in Wahrheit die subtile Verbreitung einer islamistischen Ideologie. Im Internet nennt Abou Nagie das Geschenk an die „Nicht-Muslime" eine „herzliche Einladung zur einzig wahren Religion, dem Islam".

Der Drahtzieher wird als Hassprediger eingestuft. Vor dem Amtsgericht Köln ist gegen ihn Anklage erhoben worden, weil er zu Straftaten aufgerufen und andere religiöse Bekenntnisse - Christen- und Judentum - beschimpft haben soll. Der politische Salafismus gilt als ein ideologischer Nährboden für den internationalen Terrorismus.

„Viel läuft übers Internet", berichtet Christoph Grotepass, Berater bei der Sekten-Info in Nordrhein-Westfalen. Wer nach Informationen über den Islam suche, lande schnell auf den Seiten der islamistischen Salafisten. Und da finden sich oft Video-Botschaften der Prediger. „Das sind dann keine alten Männer, es sind junge Leute", sagt Grotepass und warnt: „Es ist interessant, etwas anderes."

Salafisten predigen den Islam als Lösung und die westliche Welt als verwerflich. Scheidungen, Frauen in kurzen Röcken: „Willst Du, dass Deine Schwester so herumläuft?" Orientierungslose junge Leute werden angesprochen durch ein System mit simpler Ansage, das in die Parallelwelt hineinführen kann. Das Sekten-Info NRW weiß um die Verzweiflung von Eltern, wenn eine westlich aufgewachsene Tochter plötzlich nur noch Schleier tragen und sich ihrem Mann völlig unterordnen will.

Bundesweit gibt es laut Verfassungsschutz etwa 2700 Salafisten, im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind es rund 500.

dpa / sl

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