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Kopfschmerzen und Übelkeit im Dresdner Rathaus - Vorwurf: Planer verwendeten falschen Anstrich

Kopfschmerzen und Übelkeit im Dresdner Rathaus - Vorwurf: Planer verwendeten falschen Anstrich

Die Landeshauptstadt Dresden hat der Arbeitsgemeinschaft (Arge) für die Sanierung des Rathauses fristlos gekündigt (DNN berichteten). In einem Schreiben an die Stadträte erläutert Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), der für das Hochbauamt zuständig ist, warum die Stadt die Planer schasste.

Und erhebt harte Vorwürfe. So habe die Arge mit einem falschen Anstrich im Bereich der Zentralregistratur im 1. Kellergeschoss die Gesundheit von Rathausmitarbeitern mindestens gefährdet, wenn nicht gar geschädigt.

Laut Vorjohann habe die Arge einen Bitumenvoranstrich verwendet, der für Innenräume gänzlich ungeeignet gewesen sei. "Bei Verwendung dieses Mittels stellten sich bei den Mitarbeitern im Rathaus umgehend starke Beeinträchtigungen ein: Übelkeit, Kopfschmerzen usw.", heißt es in dem elfseitigen Schreiben, "Grund hierfür war das im Voranstrich enthaltene Lösungsmittel."

Die Stadt habe Ende März 2012 die weitere Verwendung des lösungsmittelhaltigen Voranstrichs gestoppt und die Arge angewiesen, ein für Innenräume geeignetes Mittel zu verwenden. Dagegen habe die Arge protestiert und behauptet, der von der Stadt geforderte Anstrich sei ungeeignet. Die Geruchs- und sonstigen Belästigungen würden sich von selbst wieder verziehen. Die Verweigerungshaltung der Arge sei so weit gegangen, erklärt Vorjohann, dass sich die Stadt veranlasst gesehen habe, mit einer kostenpflichtigen Untersuchung überprüfen zu lassen, welcher der beiden Voranstriche verwendet werden sollte. Die Stadt habe Recht behalten.

Die Stadt habe die Planung und Ausschreibung eines gesundheitsgefährdenden Voranstrichs im Kellergeschoss als Mangel angezeigt. Die Arge habe darauf reagiert und die Mangelanzeige als Behinderung ihrer Leistung durch den Bauherrn deklariert, die in mühsamen Recherchen widerlegt und zurückgewiesen werden müsste, erklärte der Finanzbürgermeister.

Vorjohann wirft der Arge auch mangelndes Kostenbewusstsein vor. "Es kann nicht sein, dass ein Architekt, der sich zur Einhaltung einer Baukostenobergrenze verpflichtet hat, einfach vom Bauherrn mehr Geld fordert, weil alles teurer würde als gedacht. Kein privater Bauherr ließe so mit sich umgehen, aber die öffentliche Hand soll offenbar das Geld beschaffen, das der Architekt für notwendig hält. Klar ist für die Stadt: Mit dieser Arge ist das Bauvorhaben zu dem vorgesehenen Projektbudget nicht zu machen."

Hinzu kämen persönliche Verstimmungen. So habe die Arge den stellvertretenden Projektleiter des städtischen Hochbauamtes mehrfach von der Baustelle verwiesen und die Stadt schriftlich aufgefordert, den Mitarbeiter von dem Projekt zu entbinden. Der Vertreter des Bauherrn wurde von der Baustelle geworfen - das dürfte auch nicht alle Tage vorkommen. "Das zwischen Auftraggeber und Arge unerlässliche Vertrauensverhältnis war irreparabel beschädigt", konstatiert Vorjohann.

Das Projekt werde pünktlich im September 2015 abgeschlossen. Die Bauüberwachung übe das Hochbauamt aus, zusätzlich sei ein anderes Büro mit Planungsleistungen und Bauüberwachung beauftragt worden. "Der Gesamtkostenrahmen der Sanierung des 1. Realisierungsabschnittes in Höhe von 36,727 Millionen Euro wird sich nicht erhöhen", so Vorjohann.

Die Arge hat die Vorwürfe über ihren Rechtsanwalt Richard Althoff entschieden zurückgewiesen. "Sichtweise und Handlungen der Stadt sind aus Sicht der Arge nicht rational erklärbar", sagte Althoff.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.04.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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