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Kontaktbörse für Hochtechnologie: Dresdner Unternehmen Science to Industrie schlägt Brücken zwischen Forschung und Wirtschaft

Kontaktbörse für Hochtechnologie: Dresdner Unternehmen Science to Industrie schlägt Brücken zwischen Forschung und Wirtschaft

Brücken schlagen, Sprungbrett sein, Lücken schließen - es gibt viele Metaphern, die beschreiben, was die Dresdner Firma Science to Industry (s2i) zu ihrem Geschäftsmodell erkoren hat.

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Gespräche führen, Kontakte pflegen: Für Martin Kunath (li) und Thiago Bach vom Dresdner Unternehmen Science to Industrie (s2i)geht ohne Kommunikation nichts.

Quelle: U. Hofmann

Dresden .

"Wir bringen Menschen an einen Tisch, die vorher noch nicht zusammensaßen", findet Projektleiter Martin Kunath eine weitere Umschreibung für das Tätigkeitsfeld des 2009 gegründeten Unternehmens.

Geschäftsführer Klaus Goczol fand bei seiner damaligen Beschäftigung im Saarbrücker Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) den Anstoß: Die dortigen Forscher entwickeln zwar tolle Projekte, wie der heute 35-Jährige fand, haben aber so ihre Probleme, sie in der freien Marktwirtschaft zu Geld zu machen. Anwendungen finden, Kontakte zwischen Forschung und Wirtschaft herstellen - das wollte er mit seiner Firma übernehmen.

Weltweit Netze knüpfen

Diese gründete er gemeinsam mit einem Mitstreiter in Dresden, wo das IZFP in Klotzsche einen zweiten Standort hat. Im Frühjahr zog s2i um an den Standort des vor wenigen Wochen frisch eingeweihten Dresdner Nanocenters. Dort knüpfen inzwischen acht Mitarbeiter an einem großangelegten Netz mit Kontakten und erschließen neue Geschäftsfelder.

Man habe erkannt, dass viele mittelständische Unternehmen tolle Eigenentwicklungen vorweisen können, gibt Kunath ein Beispiel, der seit Mai 2011 dabei ist. Und s2i hat das Ausland in den Fokus genommen: "Es gibt in den wachsenden Märkten der Schwellenländer eine große Bereitschaft, deutsche Technologien zu übernehmen", sagt er.

Dabei hat sich das Unternehmen auf Brasilien konzentriert. Dort ist der Materialwissenschaftler Thiago Bach als Manager für "International Business Affairs" für die Dresdner unterwegs. In seiner Heimatstadt Florianopolis betreut der 24-Jährige mit sächsischen Wurzeln - seine Großmutter stammt aus Gaschwitz bei Leipzig und ist vor 95 Jahren ausgewandert - ein eigenes Büro. Er soll es sächsischen Firmen erleichtern, in dem Land von Karneval und Samba Fuß zu fassen. Hürden sind die Bürokratie und nicht zuletzt die ungewohnte Geschäftskultur. In Brasilien sei es wichtig, dass ein persönlicher Kontakt bestehe, bevor man miteinander Geschäfte macht, meint Bach.

Zu s2i kam er - natürlich - durch die Kontakte der Firma. "Ich habe während meines Auslandssemesters am Institut für Aufbau- und Verbindungstechnik der Elektronik an der TU Dresden gearbeitet", sagt Bach. Die dortigen Forscher tauschen sich mit den hiesigen Wissenschaftlern der Fraunhofer Institute aus, zu denen wiederum s2i gute Beziehungen unterhält. Genau dieses bis nach Norwegen und Korea reichende Kontaktnetz, das s21 wie eine Spinne pflegt und ausbaut, stellt das Unternehmen seinen Geschäftspartnern zur Verfügung.

Dabei sind immer neue Arten der Vermittlung denkbar. "Wir bringen zum Beispiel Unternehmen und Forschungsinstitute zusammen, bevor etwas entwickelt wird", sagt der 28-jährige Kunath. Die Betriebe können so ihre Anforderungen als Zielvorgaben formulieren, die Forscher haben am Ende dieser Entwicklungspartnerschaften die ersten Abnehmer. Außerdem baut s2i derzeit einen neue Abteilung auf, die sich der Vermittlung von Fachkräften auf vakante Stellen widmet. Man habe besonders im Bereich der Hochtechnologie, in der IT- und Medizinbranche Know-how, könne dort gezielt vermitteln.

20 Projekte jährlich

Etwa 20 größere Projekte bearbeiten die Dresdner im Jahr. Abgeschlossen ist etwa die Ansiedlung des koreanischen Unternehmens Nugalab im Nanocenter in Klotzsche. Dabei handelt es sich um eine Tochter von Nuga Medical, die rückenschonende Beläge und orthopädische Matratzen herstellt. Für die Zentrale der Fraunhofer Institute hat s2i ausgearbeitet, wie sie den Sprung nach Brasilien schaffen kann - bisher arbeitet dort lediglich ein Vertreter. Dafür habe man im Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) entwickelte Prüftechnik erfolgreich an ein brasilianisches Ölunternehmen vermittelt. Derzeit hänge ein norwegisches Unternehmen am Haken, das mitten in der von der Politik angestrebten Energiewende seine Technologie zur Biogasherstellung auf dem deutschen Markt an den Mann bringen will.

All das sind Referenzen, die s2i helfen sollen, die nächsten Ziele zu erreichen. "Wir wollen uns auch bei anderen Forschungseinrichtungen in Sachsen bekannt machen", sagt Kunath. "Und auch in anderen Ländern ein so gutes Netzwerk knüpfen, wie wir es in Brasilien haben."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2012

Uwe Hofmann

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