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Konsortium unter Dresdner Führung hat serienreife Organik-Leuchten entwickelt

Konsortium unter Dresdner Führung hat serienreife Organik-Leuchten entwickelt

Das Industrie- und Forschungskonsortium "OLED100.eu" hat jetzt serienreife Organikleuchten entwickelt, die in Lichtausbeute und Lebensdauer auf einer Stufe mit Energiesparlampen stehen.

Dresden .

Dresden (DNN). Das Industrie- und Forschungskonsortium "OLED100.eu" hat jetzt serienreife Organikleuchten entwickelt, die in Lichtausbeute und Lebensdauer auf einer Stufe mit Energiesparlampen stehen. Die Preise sind indes noch happig: Die ersten OLED-Lampen, die Osram, Philips und Novaled jetzt auf den Markt bringen, kosten um die 5000 Euro. Die Projektpartner sind aber überzeugt, dass diese Technologie eine große Zukunft hat.

Von Heiko Weckbrodt

Die Vision, die Forscher und Firmen mit "organischen Leuchtdioden" (OLEDs) verknüpfen, hat etwas Strahlendes. Die organikbeschichteten Wohnzimmerfenster der Zukunft sollen multifunktional sein: Bei Tage öffnen sie den Blick auf die City, nachts werden sie selbst zu Leuchten, die Tageslicht in die gute Stube werfen. Genauso könnte das Furnier der Einbauküche nachts zur Flächenlampe werden. Oder man stelle sich Autos vor, die auf Knopfdruck ihre Farbe wechseln...

Die ersten Schritte dahin hat das nun in Dresden abgeschlossene 20-Millionen-Euro-Projekt "OLED100.eu" getan, an dem neben dem Dresdner Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) 14 Partner aus ganz Europa beteiligt waren. Aus der ursprünglich von den Dresdnern erhofften OLED-Leuchtenfabrik im Elbtal ist zwar bisher nichts geworden. Dafür gehen jetzt jedoch zwei Pilot-Produktionslinien von Osram und Philips in Regensburg und Aachen in Betrieb, die Organikleucht-Paneele für Designerlampen produzieren.

"Das ist ein wichtiges Signal, dass diese Produktion in Deutschland stattfindet", sagte Stefan Grabowski von Philips. Derzeit sei ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" um die Führung in der OLED-Technik zwischen Europa auf der einen und Japan sowie Korea auf der anderen Seite im Gange, schätzte Novaled-Forschungschef Jan Blochwitz-Nimoth ein. "Die USA sind bereits abgehängt."

OLEDs gelten als so vielversprechend, weil sie sich konzeptionell stark von konventionellen Leuchten, die alle Punkt- oder Röhrenstrahler sind, unterscheiden: Um sie herzustellen, wird auf einen Glas- oder Plastikträger eine nur wenige Hundert Nanometer (Millionstel Millimeter) dünne Schicht organischer Moleküle aufgebracht, die unter Strom flächenhaft leuchten. Sie brauchen also keine Lampenschirme oder Reflektoren, können auch biegsam konstruiert werden, so dass sie auf jede Oberfläche passen. Zudem erzeugen sie ein weit angenehmeres Licht als zum Beispiel Leuchtstoffröhren und sind sehr platzsparend. Auch haben sie prinzipiell das Potenzial, weltweit für erhebliche Energieeinsparungen zu sorgen.

Denn etwa 20 Prozent des Weltstrombedarfs fließen heute in Beleuchtungen. Glühlampen jedoch verpulvern 95 Prozent der zugeführten Energie als Abwärme, nur fünf Prozent werden zu Licht. Bei OLEDs liegt die Lichtausbeute schon jetzt bei 20 bis 25 Prozent und gilt als steigerbar. Feilen müssen die Forscher vor allem noch am Fertigungspreis: Der liegt laut Professor Karl Leo vom IPMS derzeit noch bei etwa 10 000 Euro pro Quadratmeter Leuchtfläche. "Da müssen wir auf unter 100 Euro pro Quadratmeter runterkommen", räumt er ein, glaubt aber: "Das müsste in den nächsten fünf Jahren zu schaffen sein."

www.oled100.eu

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.11.2011

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