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Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer zeigt eingetrübtes Stimmungsbild bei Betrieben der Region Dresden

Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer zeigt eingetrübtes Stimmungsbild bei Betrieben der Region Dresden

Noch ist die Stimmung bei den Unternehmen im Großraum Dresden gut. Allerdings ziehen am konjunkturellen Horizont dunkle Wolken auf. Sorgen bereitet vor allem die Inlandsnachfrage, die um mehr als 23 Prozent eingebrochen ist.

Dresden . Das geht aus der traditionellen Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) hervor, die gestern präsentiert wurde.

Von Stephan Hönigschmid

Die Konjunktur läuft in Dresden und Umgebung noch immer sehr gut. Mit einem Gesamtumsatz von 14,312 Milliarden im Bergbau und verarbeitenden Gewerbe konnten Betriebe ab 50 Mitarbeiter nach Angaben des statistischen Landesamtes in Kamenz gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent zulegen. "Insgesamt sieht es nach Sonnenschein und guter Laune aus", freute sich IHK- Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann bei der Vorstellung der Konjunkturumfrage.

Umsatz steigt nur in Dresden

Enorme Umsatzzuwächse erzielten vor allem die Ernährungsindustrie, die elektronische Industrie und der Maschinenbau. Das ist umso erfreulicher, wenn man betrachtet, dass es im Bereich der IHK Chemnitz einen Rückgang um 2,9 und in Leipzig um ganze vier Prozent gegeben hat.

Dennoch blicken die Unternehmen skeptisch in die Zukunft. "In Zukunft werden wir etwas kleinere Brötchen backen müssen. Wir sehen aber nicht schwarz", so Hamann. Bei der Herbstumfrage, an der sich 600 Firmen mit etwa 27 000 Beschäftigten beteiligt haben, berichteten zwar 48 Prozent der Befragten über eine gute Geschäftslage, allerdings befürchten sie, dass sich dies in den kommenden Monaten ändert. Mit 18 Prozent war der Anteil der Pessimisten doppelt so groß wie der der Optimisten. Sorgen bereitet den Betrieben aus Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen und Verkehr vor allem die Inlandsnachfrage. Gegenüber der Frühjahrsbefragung der IHK erhöhte sich die Zahl der Bedenkenträger von 38,2 Prozent auf 46,6 Prozent. Wenn man die konkreten Zahlen betrachtet, ist das auch nicht verwunderlich. So beträgt der Auftragseinbruch im Kammerbezirk im Zeitraum Januar bis August dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr 1,239 Milliarden Euro oder 23,2 Prozent. Im gesamten Freistaat liegt der Wert bei 12,3 Prozent. Eine Branche, die besonders betroffen ist, lässt sich im Bereich der IHK Dresden jedoch nicht bestimmen. "Es gibt keinen Schwerpunkt. Ganz egal, ob Maschinenbau, Metallerzeugung oder chemische Erzeugung, alle sind gleichermaßen betroffen", sagte der Referatsleiter Wirtschaftsstatistik/Konjunkturentwicklung, Jürgen Prescher. Neben der Inlandsnachfrage sehen die Unternehmen insbesondere die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen kritisch. Der entsprechende Stimmungswert in der Umfrage legte von 17 Prozent im Frühjahr auf 26,6 Prozent zu. Das Stichwort, das den Firmen das Fürchten lehrt, lautet wenig verwunderlich: Eurokrise.

"Die Eurokrise könnte dazu führen, dass die Banken nicht mehr genügend Kredite an die Unternehmen vergeben", betonte Detlef Hamann. Bisher scheint dies jedoch noch kein Problem zu sein. Nach Angaben der IHK planten 58 Prozent der Firmen zunehmende oder gleich bleibende Investitionen.

Gegenüber Herbst 2011 ist das zwar ein Rückgang von sieben Prozent, allerdings auf hohem Niveau. "Die Entwicklung entspricht den normalen wirtschaftlichen Zyklen", so Hamann. Rückläufig ist auch die Bereitschaft, neue Mitarbeiter einzustellen. Sie sank von 24 Prozent vor einem Jahr auf 17 Prozent. Die Unternehmen seien beim Personalabbau aber vorsichtiger geworden.

Kein Mangel an Fachkräften

"Die meisten Firmen haben aus der Krise 2008/2009 gelernt. Sie versuchen das qualifizierte Stammpersonal zu halten." Einen Mangel an Fachkräften gebe es hingegen kaum.

"Ich habe nicht den Eindruck, dass der Schrei nach Fachkräften flächendeckend größer wird. Schwierigkeiten haben lediglich Regionen mit hervorragenden Unternehmen wie beispielsweise Neugersdorf in der Oberlausitz, wo manche Hochschulabsolventen nicht leben möchten", sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Keine signifikanten Veränderungen der Risikoeinschätzung gab es bei den Themen Inflation und den Kraftstoffpreisen. Jürgen Prescher hatte auch darauf die passende Antwort parat: "Die Inflation spielt sicherlich eine Rolle, ist aber im Moment noch nicht so hoch. Und bei den Kraftstoffpreisen sehen wir, dass sie auf die Verbraucher umgelegt werden."

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