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Kongress holt 2000 Experten der Schlafmedizin nach Dresden

Raus aus dem Schlaflabor Kongress holt 2000 Experten der Schlafmedizin nach Dresden

32 Kabel am ganzen Körper, zwei Nächte in einem fremden Bett: Das ist die Realität, wenn man wegen Schlafproblemen in ein Schlaflabor muss. Und genau das ist es auch, was Prof. Dr. Hagen Malberg ändern möchte. Deshalb holt der Direktor des Instituts für Biomedizinische Technik an der TU vom 1. bis 3. Dezember 2000 Experten der Schlafmedizin nach Dresden.

32 Kabel am ganzen Körper, zwei Nächte in einem fremden Bett: Das ist die Realität, wenn man wegen Schlafproblemen in ein Schlaflabor muss. Prof. Hagen Malberg schwebt eine kabellose Variante vor.

Quelle: Christian Gossmann

Dresden. 32 Kabel am ganzen Körper, zwei Nächte in einem fremden Bett: Das ist die Realität, wenn man wegen Schlafproblemen in ein Schlaflabor muss. Und genau das ist es auch, was Prof. Dr. Hagen Malberg ändern möchte. Gemeinsam mit Andrea Bosse-Henck vom Uniklinikum Leipzig und Dr. Steffen Schädlich vom Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau organisiert der Direktor des Instituts für Biomedizinische Technik an der TU Dresden deshalb die 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. 2000 Experten kommen dafür vom 1. bis zum 3. Dezember in das Internationale Congress Centrum nach Dresden.

Das Thema ist alles andere als irrelevant. 4,8 Millionen Deutsche leiden unter behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafproblemen. Zusätzlich zwischen zwei und vier Prozent der Bevölkerung sind von einem krankhaften Schnarchen verbunden mit Atemstillständen – der sogenannten Schlaf-Apnoe – betroffen. „Aber es geht nicht nur um die Patienten, Schlaf geht jeden etwas an“, sagt Prof. Malberg. Er ist der erste Medizintechnik-Ingenieur, der eine solche Tagung mitorganisiert. Deshalb werden auf dem Kongress nicht nur Neuigkeiten aus allen klassischen Bereichen der Schlafmedizin und angrenzender Disziplinen vorgestellt, er wird auch eine spürbar technische Note haben.

„Für die Schlafmedizin ist es jetzt an der Zeit, aus dem Schlaflabor herauszukommen und sich zusätzlich zur klassischen klinischen Ausrichtung in weitere Lebensbereiche einzubringen“, findet der 48-Jährige, der seit 2010 an der TU Dresden forscht, mit Blick auf die rasante technische Entwicklung. „Grenzüberschreitend und innovativ“ ist die Tagung denn auch überschrieben. Seine Vision: ein kabelloses Schlaflabor. „Wir sind auf dem Weg“, sagt er dazu. Eine Prognose, wie nah man dem Ziel ist, wagt er aber nicht.

Funktionieren soll das künftige, wenn man so will „W-Schlaflabor“ dank intelligenter Sensoren im Raum oder in der Matratze, die etwa Herzschlag, Pulsdruck, Sauerstoffsättigung oder Atmung aufzeichnen. Darüber lassen sich Aussagen über das Schlafverhalten des Betroffenen treffen. Das System lässt sich aber auch auf alltägliche Dinge außerhalb des Schlafzimmers übertragen, etwa bei der Frage, wie man einen Sekundenschlaf im Auto vorhersehen kann.

Weitere Bereiche, die Prof. Malberg am Herzen liegen, sind die Möglichkeiten der Telemedizin und der Mobilfunktechnologie, mit der medizinische Daten übertragen werden können, sowie alle Fragen des Therapiesystems, um beispielsweise Schlaf-Apnoe besser behandeln zu können. „Die neue Generation der Medizin geht aus den Krankenhäusern heraus“, ist sich der Institutsdirektor sicher. „Bisher war der Patient ein eher passives Element des Behandlungsprozesses. Hier müssen wir dringend einen Umschwung schaffen. Medizintechnik der Zukunft soll komfortabel sein und sogar Spaß machen. Für die Entwicklung solcher Systeme ist Dresden sehr gut ausgerüstet.“

Von Christin Grödel

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