Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Kommt der Rettungsdienst in Dresden in zwölf Minuten?

Stadt führt seit Jahren keine Statistik mehr Kommt der Rettungsdienst in Dresden in zwölf Minuten?

Die Gesetzeslage ist klar. 95 Prozent der Krankenwagen müssen innerhalb von zwölf Minuten am Ort des Geschehens sein. Wie eine kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion nun ans Licht brachte, werden diesbezüglich seit Jahren keine Statistiken mehr erhoben – auch in Dresden nicht.

Um die Rettungszeit zu verkürzen wurden bereits zwei neue Wachen (Johannstadt, Pieschen) in Dienst gestellt. In Klotzsche entsteht in diesem Jahr noch eine zusätzliche Rettungsstelle.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Schlaganfall, Herzinfarkt oder Verkehrsunfall – im Zweifel zählt jede Minute. Deshalb sieht das Rettungsgesetz in Sachsen vor, dass mindestens 95 Prozent der Einsatzfahrzeuge binnen zwölf Minuten am Ort des Geschehens eintreffen müssen. Ob das in Dresden derzeit der Fall ist, ist aber unklar. Um das überprüfen zu können, so schreibt das Gesetz vor, müssen diese Daten statistisch erfasst werden. Doch anscheinend werden sachsenweit seit Jahren keine solchen Statistiken mehr erstellt. Das ergab eine kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion an das Sächsische Innenministerium Anfang Januar.

Als Grund führte Innenminister Markus Ulbig (CDU) an, dass aufgrund der Zusammenlegung der Rettungsleitstellen auch eine neue Software installiert wird, die diese Daten momentan noch nicht erheben kann. Auf DNN-Anfrage bestätigte auch die Landeshauptstadt, dass es seit 2013 keine brauchbaren Statistiken mehr gibt. „Derzeit befindet sich die Software noch im Testbetrieb. Erst nach Abschluss können gesicherte Daten zu Einsätzen geliefert werden“, so Stadtsprecher Karl Schuricht. Die letzte Statistik stammt aus dem Jahr 2012. Damals fuhren 89,4 Prozent der Krankenwagen in der vorgeschriebenen Zeit zum Ziel. Seit dem wurden zwar zwei neue Rettungswachen (Johannstadt, Pieschen) in Dienst gestellt, doch eine belegbare Statistik über die genauen Fahrzeiten gibt es nicht mehr. Wann wieder verlässliche Statistiken erstellt werden können, steht in den Sternen.

Doch damit nicht genug. Die Offiziellen schieben sich die Verantwortung gegenseitig in die Schuhe. Während Innenminister Ulbig in seiner Antwort auf die Anfrage der Grünen klipp und klar auf die Zuständigkeit der Kommunen als Träger der Rettungsleitstellen pocht, sehen die Grünen das Ministerium am Zug. „Dieser rechtswidrige Zustand bei der Erhebung der gesetzlichen Hilfsfristen in Notfällen muss unverzüglich beendet werden. Innenminister Ulbig verletzt hier weiterhin klar seine Pflicht als oberste Aufsichtsbehörde für den Rettungsdienst in Sachsen“ so der Grünen-Abgeordnete Volkmar Zschocke. Die Gesetzeslage ist in diesem Fall eigentlich deutlich, doch sie lässt auch Spielraum für Diskussionen zu. „Die Kommunen sind zwar direkt für ihre Leitstellen verantwortlich, doch die Kontrolle obliegt dem Freistaat, in diesem Fall durch die Landesdirektion“, erklärt Sabine Friedel, innenpolitische Expertin der SPD-Landtagsfraktion.

Die Landesdirektion Sachsen (LDS) teilte gegenüber DNN mit, dass man die Daten der Kommunen überprüfen würde. „Sollten Defizite bei der Einhaltung der Hilfsfristen festgestellt werden, wird gemeinsam mit den Trägern des Rettungsdienstes nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, die Hilfsfristen einzuhalten“, so LDS-Sprecher Ingolf Ulrich. Das es in Dresden offensichtlich seit Jahren keine Statistiken mehr gibt, scheint den Behörden offenbar entgangen zu sein. Ob und wie die benötigten Statistiken also zeitnah wieder erstellt und auch kontrolliert werden, ist deshalb mehr als offen. „Wir werden das Thema in der nächsten Arbeitsgruppe mit dem Innenministerium besprechen“, versichert Friedel. Bis eine stichfeste Lösung erarbeitet wird, bleibt den Dresdnern nichts anderes übrig, als auf die Schnelligkeit der Rettungskräfte zu vertrauen.

Von Sebastian Burkhardt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.