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Kommandeurswechsel bei der Heeresschule in Dresden: Weigt geht, Westphal kommt

Kommandeurswechsel bei der Heeresschule in Dresden: Weigt geht, Westphal kommt

Nach 19 Monaten verlässt Brigadegeneral Jürgen Weigt heute Dresden in Richtung Koblenz. Der 55-Jährige hatte im September 2011 das Kommando über die Offizierschule des Heeres übernommen.

Dresden.

Am 1. Mai übernahm er das Kommando über das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz. Beerbt wird er von Brigadegeneral Christian Westphal. Der 59-Jährige ist der siebte Kommandeur der Offizierschule seit deren Umzug nach Dresden und der erste mit ostdeutschen Wurzeln. Die DNN haben mit beiden gesprochen.

Es sei der "Lockruf des Goldes", der ihn nach so kurzer Zeit aus Dresden wegziehe, so der scheidende Kommandeur der Dresdner Offizierschule,Jürgen Weigt. Der Posten in Koblenz bringt den 55-Jährigen nicht nur wieder zurück in die Heimat, sondern durchaus auch zu beruflichem Aufstieg. "In unserem Metier tut man dort Dienst, wo einen der Herr Minister hin beruft. Für Weigt hieß das unter anderem zwei Mal Afghanistan. "In Koblenz erwartet mich eine neue, spannende Aufgabe", so der General.

Dennoch habe er in kürzester Zeit in Dresden Wurzeln geschlagen. "Fragte man mich, wo ich einmal meinen Alterswohnsitz aufschlagen werde, dann wäre es jetzt und heute Dresden", so der gebürtige Rheinländer. Auf seine 19-monatige Dienstzeit in Dresden blickt er mit Zufriedenheit zurück. "Ich habe hier ein Team vorgefunden, das voll und ganz bereit war, sich mit mir der Frage zu widmen: Bilden wir hier das Richtige aus? und sich auch über das normale Tagesgeschehen hinaus Gedanken zu machen." Von den Absolventen der Offizierschule werde Handlungs- und Entscheidungssicherheit erwartet, aber auch die Fähigkeit, selbst Wissen weiterzugeben. "Die Rahmenbedingungen müssen stets weiterentwickelt werden, daher übergebe ich meinen Posten nicht in der Annahme, hier zu einem Abschluss gekommen zu sein."

Sein Faible für bildhafte Sprache und seine tiefgründigen Reden hatten Weigt den Ruf des Philosophen unter den Generälen eingetragen. Wie kaum einer seiner Vorgänger hatte er die Nähe zum Volk und insbesondere zur Kultur gesucht und sich für einen Abbau von Berührungsängsten zwischen Zivilgesellschaft und Militär eingesetzt.

Christian Westphal ist in Dresden kein Unbekannter. Als die Heeresschule 1998 hier ihre Zelte aufschlug, war Westphal als Adjutant des Inspekteurs des Heeres vor Ort. "Jetzt komme ich mit großer Neugier hierher, weil mir das die Gelegenheit gibt, diese Ecke Deutschlands noch besser kennenzulernen", so der 59-Jährige. Geboren im brandenburgischen Werneuchen, trat Westphal in den 70er-Jahren seine Militärkarriere in der Bundeswehr an und war zuletzt als Beauftragter für Veränderungsmanagement beim Inspekteur des Heeres in Bonn tätig.

Künftig obliegt ihm die Verantwortung für die über 3000 Offizierschüler, die jährlich die Dresdner Nachwuchsschmiede durchlaufen. "Ich freue mich auf den Dialog mit den jungen Menschen, darüber, was ihnen dieser Beruf bedeutet", so Westphal. Die Rahmenbedingungen in Dresden lobte er als vorbildlich. Die Ausbildung habe sich gegenüber früheren Tagen stark verändert: "Heute weiß jeder junge Offizier, dass er früher oder später in einen Kriseneinsatz muss. Zu meiner Zeit war Abschreckung die oberste Maxime. Tod und Verwundung spielen daher in der Ausbildung heute eine ganz andere Rolle als früher." Eine Herausforderung sei auch das Ende der Wehrpflicht, das dazu führe, dass junge Offiziere mit immer lebensälteren Untergebenen zu tun hätten.

Das vielfältige Engagement der Offizierschule auf ziviler Ebene will Westphal fortführen: "Für uns ist es wichtig, im Dialog mit den verschiedenen Einrichtungen der Stadt zu bleiben. Wir möchten nicht neben der Öffentlichkeit stehen, sondern das was wir tun, da hineintragen. Das unterscheidet uns wesentlich von anderen Armeen, die es in Deutschland einmal gab."

Jane Jannke

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