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Klotzsche: Anwohner protestieren gegen den Bau eines neuen Wohngebietes

Klotzsche: Anwohner protestieren gegen den Bau eines neuen Wohngebietes

Ein bizarr anmutender Streit wird derzeit im Dresdner Norden ausgefochten. Nach dem Willen der Stadt soll zwischen der Boltenhagener und der Karl-Gjellerup-Straße in Klotzsche ein neues Wohngebiet entstehen.

Von christoph stephan

Etwa 40 Häuser könnten gebaut werden. Man würde annehmen, dass die Bewohner der umliegenden Grundstücke froh sind, dass auf der seit Jahren brach liegenden Fläche - altes Ackerland - endlich etwas passiert. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Eine Gruppe von 14 Anwohnern läuft Sturm gegen die geplante Eigenheimsiedlung und widersprach in einem Brief an Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) dem von der Stadt erstellten Bebauungsplan. Die aufgebrachten Hausbesitzer befürchten das Ende ihres idyllischen Lebens am Rande der Stadt und wollen die Brachfläche, die aus ihrer Sicht das letzte verbliebene Biotop in der Umgebung ist, erhalten.

"Unser mittlerweile vollständig bebautes Wohngebiet an der Karl-Gjellerup-Straße bzw. der Traute-Richter-Straße hat sich als familienfreundlich etabliert. Nahezu alle Bewohner haben ein oder zum Teil mehrere Kinder, die den Vorzug der Sackgassen und Stichstraßen zum Spielen und Toben genießen", meint Torsten Günther, der Initiator des Protests.

Damit wäre es vorbei, wenn die Karl-Gjellerup-Straße wie in den Planungen vorgesehen in das neue Wohngebiet hinein erweitert wird. Zwei Varianten stehen derzeit zur Diskussion: Laut der ersten will die Stadt die Karl-Gjellerup-Straße mit der Boltenhagener Straße verbinden, dazu müsste die Gjellerup-Straße ausgebaut werden. In der zweiten Variante ist die Karl-Gjellerup-Straße als Stichstraße mit Wendemöglichkeit die einzige Zufahrt in das Wohngebiet.

So oder so - Torsten Günther und seine Mitstreiter bringen beide Planspiele auf die Palme. "Eine Bauzufahrt über den Dörnichtweg bzw. die Karl-Gjellerup-Straße würde auf sechs bis sieben Jahre das geschaffene Wohnklima erheblich negativ beeinträchtigen. Von der Lärm-, Dreck- und Straßenbelastung ganz zu schweigen. Als sorgsame Eltern werden wir unsere Kinder nicht mehr beruhigt im Wohngebiet spielen lassen können", schimpft er.

Hans-Peter Hippauf rechnet auch für die Zeit nach den Bauarbeiten mit sehr viel mehr Autos. "Dies wird sich natürlich auf den lediglich einspurig befahrbaren Dörnichtweg auswirken, der bereits heute häufig überlastet ist. Und denken Sie an die Einmündung Karl-Marx-Straße in den Dörnichtweg, die oft durch ausfahrende, auf freie Fahrt wartende Fahrzeuge blockiert wird", sagt er. Eine Alternative wäre die Zufahrt von der Boltenhagener Straße aus, doch dies gestaltet sich wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse schwierig.

Torsten Günther sieht zudem überhaupt keine Notwendigkeit, das Wohngebiet in Verlängerung zu dem bestehenden zu errichten. "Die von der Stadt ins Feld geführte Bauknappheit in Klotzsche gibt es nicht. Zum Beispiel stehen am Wasserwerk seit einigen Jahren mehrere Flächen frei. Das Gebiet Grenzstraße ist ebenfalls noch nicht bebaut", betont er.

Die seit langem unbewirtschaftete Fläche am Ende der Karl-Gjellerup-Straße habe sich indes zur "grünen Lunge" von Klotzsche entwickelt. "Hier leben Füchse, Marder, Wildhasen und verschiedenste Vogelarten. Das Gebiet ist bei Spaziergängern beliebt und Ende April laden wir traditionell zu einem großen Hexenfeuer ein", sagt Günther.

Informationsveranstaltung der Stadt zum Thema am 6. September, 18 Uhr, im Ortsamt Klotzsche (Bürgersaal)

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.08.2012

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