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Klinikum Dresden Neustadt bangt um seine Existenz - Aus für Neurochirurgie droht

Klinikum Dresden Neustadt bangt um seine Existenz - Aus für Neurochirurgie droht

Das Klinikum Dresden Neustadt bangt um seine Existenz: Ohne den im Krankenhausplan festgeschriebenen Versorgungsauftrag für die Neurochirurgie kann es Tumoroperationen an Kopf und Rücken nicht mehr bei den Krankenkassen abrechnen.

Von Katrin Tominski

Nach Angaben der Klinikleitung drohen dem Städtischen Haus etwa 25 Prozent seiner Erlöse wegzubrechen. Im schlechtesten Fall bedeute dies Verluste von bis zu zehn Millionen Euro, im besten Fall 1,5 Millionen Euro. Keine guten Aussichten für den ohnehin schon defizitären Eigenbetrieb. "Fällt die Neurochirurgie weg, brechen unsere hochwertigen Fälle weg", sagte Tobias Lohmann, ärztlicher Direktor des Krankenhauses Neustadt. Dies ziehe eine Kette an Reaktionen nach sich. So sei auch die überregionale Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten gefährdet sowie alle anderen Bereiche, die mit der Neurochirurgie in Verbindung stehen. Im Großraum Dresden bleibt laut Ministerium für neurochirurgische Behandlungen zukünftig nur noch die Uniklinik. Die Stadt Dresden, Träger des Klinikums formulierte ihr Unverständnis: "Das Krankenhaus Neustadt nicht aufzunehmen, ist eine falsche Entscheidung", sagte Sprecher Kai Schulz. "Aus sachlicher Sicht ist klar, dass die Neurochirurgie in Neustadt bleiben muss." Bestätige das Kabinett den Entwurf morgen, werde ernsthaft über eine Klage gegen das Land Sachsen beraten. "Wir erwägen rechtliche Schritte", sagte Schulz. Im städtischen Krankenhausausschuss solle schon morgen über die Frage beraten werden. Die Grünen hatten bereits einen Antrag zum Erhalt der Neurochirurgie eingebracht und appelliert, alle Mittel auszuschöpfen.

Derweil kursieren Gerüchte, dass Interessen privater Kliniken eine Rolle spielen. "Durch die Privatisierungswelle haben wir in Sachsen einen hohen Anteil an privaten Klinikbetreibern, die auf den Markt drängen", sagte Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen. "Jetzt versuchen die Privaten, sich den Kuchen neu aufzuteilen." Das sei reine Lobbypolitik.

Dem Krankenhaus Neustadt wurden Tumoroperationen seit 19 Jahren ohne Krankenhausplan von den Kassen bezahlt. Weil jedoch private Klinikbetreiber auf Gleichbehandlung geklagt haben, verweigern die Kassen jetzt die weitere Zahlung, wenn die Operationen nicht durch den Krankenhausplan gedeckt sind.

"Wir glauben, dass bei der Entscheidung keine sachlichen, sondern politische Gründe eine Rolle spielen", sagte Schulz. Eine konkurrierender Antrag der neurochirurgischen Versorgung durch die Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt sei ein "herangezogener Grund". In einem gemeinsamen Brief sei die Planung genau abgestimmt und erklärt worden. Friedrichstadt hatte erstmals beantragt, eine neurologische Versorgung in den Krankenhausplan aufzunehmen. Dabei sei es jedoch nie um eine Primärversorgung gegangen. Die angebliche Vergabe an die private Helios-Klinik in Borna dementierte das Ministerium jedoch. Als Grund für die Ablehnung der Neustädter Neurochirurgie nannte Sprecher Ralph Schreiber die nicht erfüllte Mindestanzahl von 7,13 Fachärzten. "Davon haben wir trotz intensiver Nachfragen noch nie etwas gehört", sagte Lohmann. Es sei sehr interessant, dies von der Presse zu erfahren. In der Neustädter Neurochirurgie arbeiten derzeit drei Fachärzte. Im Frühjahr soll ein vierter eingestellt werden.

Das Städtische Krankenhaus Dresden Neustadt verliert seinen Fachbereich Neurochirurgie. Wie das sächsische Sozialministerium auf DNN-Anfrage gestern mitteilte, ist eine neurochirurgische Versorgung durch das Krankenhaus Dresden-Neustadt im Entwurf des aktuellen Krankenhausplans nicht vorgesehen. Als Folge kann das Krankenhaus nach 19 Jahren keine Tumoroperationen an Kopf und Rücken mehr durchführen. Dies könne zu Verlusten von bis zu zehn Millionen Euro führen, kündigte die Klinikleitung an. Wird der Entwurf durch die Landesregierung bestätigt, will die Stadt Dresden klagen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.01.2012

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