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Klingendes Duo – zwei Musikinstrumentenbauer aus der Ferne in Dresden

Klingendes Duo – zwei Musikinstrumentenbauer aus der Ferne in Dresden

Schon die Namen verbreiten Wohlklang: Kim Baker und Jost von Huene. Beide sind Musikinstrumentenbauer und betreiben in der Dresdner Neustadt eine gemeinsame Werkstatt.

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Der Musikinstrumentenbauer Jost von Huene arbeitet an einer Gitarre.

Quelle: dpa

Baker stammt aus Großbritannien und ist Geigenbauerin, von Huene kommt aus Nordrhein- Westfalen und baut Gitarren. Ein Studium an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau hat sie in die ostdeutsche Provinz verschlagen. Während andere Kommilitonen das Glück in der Ferne suchten, sind die beiden aus der Fremde Sachsen geworden - auch ohne typischen Dialekt. Mit dem Zupf- und Streichinstrumentenbau verkörpern sie einen Zweig, um den sich die Gesamtbranche kaum Sorgen macht.

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„Man kann auch von alten Instrumenten viel lernen", sagt die 36-jährige Kim Baker aus London und dämpft zugleich die Ehrfurcht vor den Göttern in der Branche. „Nicht alle alten Geigen sind gut, und nicht alle neuen Geigen klingen schlecht."

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Denn abseits vom industriellen Instrumentenbau genießen deutsche Gitarren- oder Geigenbauer in der Fachwelt einen sehr guten Ruf. „Wer in Japan mit einem deutschen Meisterabschluss im Musikinstrumentenbau auftaucht, liegt ganz weit vorn", weiß Andreas Michel. Der Zwickauer Professor und Musikwissenschaftler hat Kim Baker und ihren Kollegen im Studium betreut. Nun empfiehlt er einen Besuch in ihrer Werkstatt als eine Art Paradebeispiel für den Instrumentenbau. Baker und von Huene nehmen Offenheit und Kooperation für sich in Anspruch, auch im Umgang mit Meistern ihres Fachs. Vorbei scheinen jene Zeiten, als Instrumentenbauer jeden Kniff als Geheimnis für sich behielten.

„Wir haben keine Angst, uns gegenseitige etwas vom Brot zu nehmen", sagt Jost von Huene. Auch in fachübergreifender Kooperation mit Baker vermag er nur Positives zu erkennen - ob nun beim Marketing oder bei der Arbeit an Maschinen. Der 32-Jährige hält auch das „objektive Ohr" für wertvoll - manchmal vollendet erst der Höreindruck der Kollegin aus dem anderen Fachgebiet die Harmonie. „Man hält Kontakt und bildet Netzwerke", sagt von Huene mit Blick auf alte Studiengefährten. Für sich selbst hat er eine Aufteilung des Geschäfts auf drei Standbeine beschlossen. Reparaturen und die Restaurierung von Instrumenten machen etwa die Hälfte der Einnahmen aus, Neubau sowie der Handel mit Gitarren den Rest.

Ähnlich läuft es bei Kim Baker. Allerdings wird sie momentan von einer wahren Flut an kaputten Bässen überschwemmt. Denn auch die größeren Streichinstrumente gehören zu ihrem Repertoire. „Man kann auch von alten Instrumenten viel lernen", sagt die 36-jährige Frau aus London und dämpft zugleich die Ehrfurcht vor den Göttern in der Branche. „Nicht alle alten Geigen sind gut, und nicht alle neuen Geigen klingen schlecht." Auch die Werkstätten von Guarneri und Stradivari hätten seinerzeit nicht immer ideale Instrumente gebaut. Baker geht davon aus, dass die „Neubauten" künftig immer besser akzeptiert werden.

Mit Blick auf die Ausbildung junger Instrumentenbauer scheint das logisch. In den vergangenen Jahren haben immer mehr wissenschaftliche Fächer Eingang in die Ausbildung gefunden. Anders als ihre Vorfahren Stradivari oder Antonio de Torres können Geigen- beziehungsweise Gitarrenbauer heute ganz anders von Forschung und modernster Technik profitieren. „Wir haben nicht die Chance, auf 200 Jahre Familientradition zurückzublicken", begründet von Huene den Zwang zu Innovation und Experimentierfreude. Freilich treibt auch das Publikum die jungen Instrumentenmacher zu immer neuen Höchstleistungen. Die Ansprüche im digitalen Zeitalter sind gewachsen. Gleiches gilt für das Design. Denn auch das Auge hört bisweilen mit.

Von Jörg Schurig, dpa

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