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Klimaschutz durch bewusste Ernährung - An der TU-Dresden wird der CO2-Gehalt des Mensaessens berechnet

Klimaschutz durch bewusste Ernährung - An der TU-Dresden wird der CO2-Gehalt des Mensaessens berechnet

Dass ein Porsche Cayenne mehr CO2 in die Luft bläst, als ein VW-Polo, ist inzwischen bekannt. Es steht schließlich groß und breit auf dem Preisschild.

Von ANNE NITZPAN

Aber dass bei der Erzeugung von Rindfleisch zehn Mal so viel Treibhausgase anfallen wie bei der Produktion von Geflügelfleisch, wissen die wenigsten. In Dresdens Mensen soll sich das nun bald ändern - durch die Angabe des Klima-Fußabdrucks des Essens. Einbezogen sind alle Treibhausgas-Emissionen von der Produktion, über die Lagerung bis hin zum Transport und der Weiterverarbeitung der Produkte in der Küche.

In Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Mensaessen der TU-Umweltinitiative und dem Studentenwerk Dresden wurden im Rahmen der Klimawoche 2010 erstmals zusätzlich zum Essen auch eine Liste mit den dadurch verursachten CO2-Emissionen mit aufs Tablett serviert. Seitdem beschäftigen sich Studenten der TU Dresden am Lehrstuhl für betriebliche Umweltökonomie erneut damit, die Daten für den "Carbon Footprint", den CO2-Fußabdruck (CFP) des Mensaessens, dauerhaft nutzbar zu machen.

In Deutschland gelangen durch die Landwirtschaft mit jährlich über 130 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten fast so viele Treibhausgase in die Atmosphäre wie durch den Straßenverkehr. Aber trotzdem weiß nicht mal jeder Zweite, zu welchem Maß die Produktion zum CO2-Ausstoß der Lebensmittel beiträgt. Das ist das Ergebnis einer Befragung, die das Carbon- Footprint-Team der TU Dresden im letzten Jahr unter den Studierenden durchführte. Entsprechend formulierten sie bei ihrer Abschlusspräsentation, die Zielsetzung des Projektes: Aufmerksamkeit und Bewusstsein schaffen und so die Diskussion um den Klimawandel vorantreiben. "Der Fußabdruck, den jeder einzelne durch den Konsum von Lebensmitteln hinterlässt, wirkt sich langfristig auf das Klima der Welt aus", formulierte es der BWL-Student André Schwitzke.

Das System, nach dem die sieben Studenten den Carbon Footprint berechneten, folgt dem sogenannten "Life Cycle Assessment", auch bekannt als Ökobilanz. Diese analysiert die Umweltwirkungen von Produkten während ihres gesamten Lebenswegs . Der "Fußabdruck" beschränkt sich dabei auf den Aspekt des CO2-Ausstoßes. Wird also beispielsweise der "Lebensweg" von Schinken analysiert, schaut man wie viel Kohlenstoffdioxid vom Feld über den Stall und den Kochtopf bis auf den Teller ausgestoßen wurden, damit der Mensabesucher sein Stück Schinken genießen kann. Der Wert wird zwar für die verschiedenen Bestandteile des Essens berechnet, am Ende allerdings "pro Teller" angegeben. Die Studenten bedienten sich bei der Berechnung der Datenbank "PROBAS" des Umweltbundesamtes, die Basisdaten von Lebenszyklen zur Verfügung stellt, wie zum Beispiel den CO2-Ausstoß. Ein weiterer Aspekt, der in keiner zentralen Datenbank zu finden ist, stellt der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß durch Transportwege und Lagerung beim Endverbraucher, in diesem Falle die Mensa, dar. Der muss also einzeln ermittelt werden. Problematisch ist bisher, die Automatisierung des Berechnungsprozesses. Denn wenn beispielsweise der Zulieferer gewechselt wird, ändern sich auch die Transportwege und damit der CO2-Ausstoß. 2011 wurde der "Dresdner Carbon Footprint" für den Sächsischen Umweltpreis nominiert und schaffte es in die Kategorie "Herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Umweltbildung sowie herausragendes ehrenamtliches Engagement für den Umwelt- und Naturschutz" bis in die Endrunde. Eine Anerkennung, die die sieben Studenten des Carbon Footprint Teams verdient haben. Jetzt haben der Lehrstuhl und die Mensen die Aufgabe, das Projekt zu etablieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2012

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