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Klare Mehrheit der Dresdner gegen Ziele von Pegida

Klare Mehrheit der Dresdner gegen Ziele von Pegida

Die Ziele der Protestbewegung Pegida stoßen in Dresden mehrheitlich auf Ablehnung. Das geht aus einem aktuellen DNN-Barometer hervor. Exklusiv für die Dresdner Neuesten Nachrichten hat das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden dafür vom 1. bis 10. Dezember 535 Dresdner befragt.

Damit liegen erstmals seit Beginn der Proteste Zahlen zum Stimmungsbild in der Dresdner Bevölkerung vor.

Seit Wochen mobilisiert das Bündnis "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) jeden Montag in Dresden eine wachsende Zahl von Demonstranten. Zuletzt standen in der Landeshauptstadt den 10 000 Pegida-Anhängern rund 9000 Teilnehmer eines Sternmarsches für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit gegenüber. Laut DNN-Barometer sagen aber 41 Prozent der Dresdner, dass sie den Namen Pegida noch nicht gehört haben.

Von den übrigen 307 Befragten, die von Pegida schon einmal etwas gehört haben, unterstützen zwölf Prozent die Ziele des Bündnisses - darin enthalten sind zwei Prozent der Befragten, die bereits an Pegida-Demonstrationen teilgenommen haben. 14 Prozent der Dresdner teilen die Ziele zumindest teilweise.

Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Pegida-Ziele klar ab. Insgesamt sprechen sich 60 Prozent dagegen aus. 52 Prozent sagen, sie teilen die Ziele von Pegida nicht, weitere acht Prozent sind dagegen sogar mindestens schon einmal auf die Straße gegangen.

Ohnehin ist bis heute relativ unklar, wofür Pegida wirklich steht. Möglicherweise auch als Reaktion auf die Diskussion darüber hat das Bündnis erst am 10. Dezember ein Thesenpapier vorgelegt, in dem Themen auftauchen wie der Widerstand gegen eine "frauenfeindliche gewaltbetonte politische Ideologie" oder die Forderung nach "sexueller Selbstbestimmung". An wen sich diese Forderungen richten, ist unklar.

Aufgrund dessen erscheint auch das Meinungsbild der Dresdner über die Intentionen der Pegida-Demonstranten im DNN-Barometer sehr vielschichtig. 47 Prozent nehmen an, dass die Demonstranten Angst vor wachsender Kriminalität durch Asylbewerber und Ausländer haben. 45 Prozent stimmen der Meinung "voll und ganz" zu, dass Pegida-Anhänger Angst vor einer Islamisierung Deutschlands haben. 32 Prozent sind der Ansicht, bei den Demonstrationen gingen normale Bürger auf die Straße, die sich von der Stadt hinsichtlich der Unterbringung der Flüchtlinge übergangen fühlen. 29 Prozent sind "voll und ganz" der Ansicht, bei Pegida entlade sich "einfach nur allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik". Mehrfachnennungen waren hier möglich. Bei diesen vier Punkten kommen jeweils zwischen 35 und 41 Prozent hinzu, die der Ansicht zumindest "eher zustimmen", dass dies die Motive der Demonstranten sind.

"Wir spüren schon, dass das gesellschaftliche Klima in Deutschland rauer wird", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) angesichts des Zulaufs für Pegida und dessen bundesweite Ableger. Viele Menschen seien in Sorge, und Pegida missbrauche das. Die Innenminister von Bund und Ländern warnten gestern zum Abschluss ihrer Herbsttagung in Köln vor zunehmender islam- und ausländerfeindlicher Hetze.

In drei Flüchtlingsunterkünften im fränkischen Vorra haben kurz vor Ankunft der ersten Bewohner vermutlich Rechtsextreme Feuer gelegt. © Seite 2

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.12.2014

Pleil, Ingolf

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