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Kitas in Dresden: Drittes Kind soll kostenlos bleiben

Familienpolitik Kitas in Dresden: Drittes Kind soll kostenlos bleiben

Im September 2016 sollen nach dem Willen von Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) die Elternbeiträge für die Kindertageseinrichtungen steigen. Eigentlich ein normaler Vorgang. In diesem Jahr will die Verwaltung aber Neuland beschreiten und die Beitragsfreiheit für das dritte Kind abschaffen.

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Quelle: dpa

Dresden..  Im September 2016 sollen nach dem Willen von Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) die Elternbeiträge für die Kindertageseinrichtungen steigen. Eigentlich ein normaler Vorgang: Die Abrechnung der Betriebskosten in den Krippen, Kindergärten und Horten liegt vor – weil sie regelmäßig steigen, werden die Elternbeiträge entsprechend erhöht. In diesem Jahr will die Verwaltung aber Neuland beschreiten und die Beitragsfreiheit für das dritte Kind abschaffen (DNN berichteten).

Bisher mussten Eltern von drei Kindern für die Betreuung des dritten Kindes nichts zahlen. Nach einer Vorlage der Sozialbürgermeisterin, die jetzt in den Ausschüssen diskutiert ist, sollen ab September für das dritte Kind 20 Prozent des vollen Beitragssatzes fällig werden. Die Stadt verspricht sich davon Mehreinnahmen von 311.395 Euro.

Doch gegen die Pläne regt sich Widerstand. „Die Abschaffung der Beitragsfreiheit für das dritte Kind in Kindertagesstätten lehne ich ab“, erklärte Ulrike Caspary, Sprecherin für Bildung der Grünen-Stadtratsfraktion. Dresden sei eine Stadt mit vielen Geburten. „Diese erfreuliche Entwicklung wollen wir unterstützen. Als Kommune sollten wir die finanzielle und organisatorische Entlastung von Familien mit mehr Kindern unbedingt wie bisher beibehalten.“

Auch die SPD-Fraktion will an der Beitragsfreiheit festhalten. „Die Mehreinnahmenkönnen den politischen Schaden für die Geburtenhauptstadt nicht aufwiegen“, erklärte Dana Frohwieser, bildungspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten. Nach wie vor liege kein Wirtschaftsplan für den Eigenbetrieb Kindertagesstätten für 2016 vor. Grund sei angeblich ein Streit zwischen Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) und der Sozialbürgermeisterin um zweistellige Millionenbeträge. „Da sind die kalkulierten 311.000 Euro ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Frohwieser. „Aber für die betroffenen Familien ist das viel Geld.“

Der Stadtelternrat sieht die „Abschaffung der sozialen Errungenschaft“ problematisch, wie Sprecher Sascha König-Apel erklärte. „Eltern, die ohnehin schon einen höheren finanziellen Mehraufwand für ihre Familien haben, sollen noch mehr zur Kasse gebeten werden. Das ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel.“ Der Stadtrat solle die Beitragsfreiheit für das dritte Kind beibehalten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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