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Kita in Schönfeld-Weißig als Asbestmüllhalde missbraucht

Kita in Schönfeld-Weißig als Asbestmüllhalde missbraucht

Gefährliche Asbestabfälle hat das Umweltamt kurz vor Eröffnung unter der Kita in Schönfeld-Weißig, Hauptstraße 4, entdeckt. Wie die Stadt mitteilte, haben Probebohrungen vom 30. August unter der Bodenplatte Teile von Asbestzementplatten zu Tage gebracht.

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Das Umweltamt hat Asbestplatten unter der Kita in Schönfeld-Weißig gefunden.

Quelle: Stephan Klingbeil

Gegen den Grundstückseigentümer, die Hochland-Immobilien GbR, wird eine Anordnung zur Beseitigung der Platten erlassen. Außerdem ging eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft. Sie prüft, ob es sich um illegale Abfallbeseitigung und damit um eine Straftat handelt.

"Das ist für uns der Super-Gau", sagte Kerstin Rößiger, Chefin von Malwina e.V., dem Träger der Einrichtung. Am 16. September sollte die Kita mit der ersten Gruppe von sieben Kindern in Betrieb gehen, vierzehntägig sollten neue Gruppen hinzukommen, bis zur Gesamtkapazität von 140 Kindern. "Wir bemühen uns um ein Ausweichquartier und sind dazu in engem Kontakt mit der Stadt", so Rößiger. Man wolle alles versuchen, um die Betreuung der Kinder dennoch zu gewährleisten. Das bestätigte die Stadt: Der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen erarbeite in den nächsten Tagen gemeinsam mit dem Träger mögliche Auslagerungsszenarien.

Auf die Asbestentsorgung unter der Kita hatten die Grünen im August aufmerksam gemacht. Der Hinweis kam von zwei couragierten Bürgern, die Bauleute dabei beobachtet hatten, erklärte Grünen-Fraktionsvorsitzende Christiane Filius-Jehne die Hintergründe. Daraufhin habe man die Bauaufsicht und das Umweltamt eingeschaltet. "In einer Kita Asbest zu entsorgen, ist eine perfide Form von krimineller Energie", empörte sich Filius-Jehne.

Auch politisch ist der Asbestvorfall ein Desaster: Hinter der Hochland Gbr, die für die Immobilie verantwortlich ist, steckt Weißigs Ortsvorsteher Hans-Jürgen Behr (CDU). Er ließ den Dreiseithof zu einer Kita ausbauen, sein Unternehmen erhält laut städtischem Vertrag für die Immobilie über 15 Jahre eine jährliche Mietzahlung in Höhe von 142 000 Euro. Behr zeigte sich gestern gegenüber den DNN sehr überrascht. Er als Auftraggeber habe nicht von dem Asbest gewusst, sagte Behr und schob die Verantwortung für die "Sauerei" auf die Bauleute.

Für Peter Lames steht außer Frage, dass Behr als Bauherr die Verantwortung trägt. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion forderte die sofortige Auflösung des Mietvertrags. "Hier ist keine Vertrauensbasis mehr da." Nicht der Asbest stellt laut Lames eine Gefahr dar, wohl aber Behr als Vermieter und Bauherr. "Wer weiß, was noch alles in dem Gebäude ist." Für die SPD kommt eine Kita in dem Haus nicht mehr infrage. Zudem fordert die Partei Behr auf, sein Amt als Ortsvorsteher bis zur Klärung des Falls ruhen zu lassen. Die Grünen gehen einen Schritt weiter und verlangen von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) die Suspendierung des Baugeschäftsführers und Ortsvorstehers, bis der Verdacht einer Straftat ausgeräumt ist. Sollte sich bestätigen, dass Behr die Verantwortung trägt, "ist er definitiv in seinem politischen Amt unhaltbar", so Christiane Filius-Jehne.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.09.2013

Madeleine Arndt

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